AKW-KATASTROPHE

Späte Einsicht

29. März 2011, 09:26

Tokyo Electric Power (Tepco) bittet endlich um Krisenhilfe

Besser spät als nie. Der Betreiber der havarierten Meiler im Atomkraftwerkskomplex Fukushima Daiichi, Tokyo Electric Power (Tepco), hat Frankreichs Atomindustrie um Krisenhilfe gebeten. Das weiß man nicht etwa vom geheimniskrämerischen Stromkonzern selbst, sondern von Frankreichs Energieminister Eric Bresson.

Noch ist zwar nicht bekannt, welche Hilfe Tepco genau wünscht. Dennoch wird den Atomexperten in aller Welt ein Stein vom Herzen fallen, dass Tepco endlich zur Vernunft kommt. Denn bisher haben Tepco und Japans Regierung versucht, die havarierten Meiler aus eigener Kraft vor dem Super-GAU zu retten - mit geringem Erfolg und teilweise mit haarsträubenden Methoden.

Nicht nur hat Tepco so lange das wahre Ausmaß der Krise verschleiert, dass selbst Ministerpräsident Naoto Kan Tepco-Vertreter anschrie: "Was zur Hölle geht hier vor?" Der Konzern ging die Arbeiten recht hemdsärmlig an. Retter wurden nicht etwa in Hightech-Schutzanzügen in die Turbinenräume geschickt. Drei Arbeiter, die vorige Woche durch radioaktives Wasser verstrahlt wurden, hatten nicht einmal wasserdichte Gummistiefel an.

Dabei ist Fukushima schon lange kein japanisches Problem mehr, sondern ein weltweites. In den Meilern lagert viel mehr radioaktives Material als in Tschernobyl. Die USA haben den Japanern vor knapp zwei Wochen ihre Hilfe fast aufgezwungen. Tepco wird zur Vernunft genötigt. (Martin Kölling, DER STANDARD; Printausgabe, 29.3.2011)

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11 Postings
Fingerzeig
00
29.3.2011, 17:29

Übrigens, was ich bei dem ganzen nicht verstehe:

In Brasilien wurde eine ganze Stadt verstrahlt, nur weil 2 Diebe ein bisserl (50 Gramm) Cäsiumchlorid aus einem Krankenhaus gestohlen und verteilt haben, und 4 Leute sind sofort am Strahlentod gestorben, Häuser mußten geschliffen werden und Oberflächenerde in Parks abgetragen.
Das wurde damals als INES 5 Unfall eingestuft:
http://de.wikipedia.org/wiki/Goi%... nia-Unfall

Nun lagern allein in Fukushima 1900 Tonnen hochradioaktive Brennstäbe, gegen die 50 Gramm Cäsiumchlorid ein Lercherlschas sind, und es ist erwiesenermaßen bereits zu einem oder mehreren Austritten gekommen.
Alles immer noch INES 5 ?
Hier stinkts doch ganz gewaltig.

Graph Bobby
00
Fukushima ist INES 6+

INES 6 ist definiert als: "Significant release of radioactive material likely to require implementation of planned countermeasures"

Sowohl Frankreich als auch die USA sind der Meinung, dass es sich um einen INES 6-Unfall handelt.

INES 5 spricht nur von "[...] limited release of radioactive material [...]", "[...] large quantities of radioactive material within an installation [...]", "[...] likely to require implementation of SOME planned countermeasures [...]"

Erst INES 7 spricht von "health and environmental effects requiring implementation of panned AND EXTENDED countermeasures", was in Fukushima der Fall ist.
Meiner Ansicht nach daher klar INES 6+, vielleicht 7.

Quelle: http://www.iaea.org/Publicati... h/ines.pdf

roundabout
00
29.3.2011, 12:38
Und die Franzosen

wissen, wie man die kaputten Kühlsysteme wieder in Gang bringt ?

jatsal
00
29.3.2011, 17:42

ARTE hatte unlängst zur französischen Atomindustrie eine rescht aufschlussreiche Doku:
http://www.youtube.com/watch?v=TzqO16L6VuQ

Fingerzeig
00
29.3.2011, 17:17

Das nicht, aber die wollen sich die 11125 Brennelemente holen, die die Japaner nicht mehr brauchen.
Oder das, was davon übrig ist.

Ich mein, die 1900 Tonnen Brennelemente könnten wir doch in Europa jetzt echt gut brauchen - z.B. um rund um Österreich einen Strahlenschutzgürtel einzurichten.
Das wär doch was!

Bernhard Marold
01
29.3.2011, 16:21
Nein,

aber wie man der Bevölkerung weiter Sand in die Augen streut, das wissen die Franzosen ganz bestimmt.

John Sandwich
02
29.3.2011, 11:55
"vor dem Super-GAU zu retten"

zu spät! der super-gau hat schon stattgefunden: es wurde mehr radioaktivität in die umwelt freigesetzt als zulässig.
super-gau heisst nicht, dass eine nuklear-explosion den ganzen landstrich verwüstet, sondern dass ein unfall größer ("über", lateinisch "super") bzw. mit größeren folgen als ein gau (größter anzunehmender (bzw. "amtlicher" <ironie/>) unfall) stattfindet.

world-citizen
00
29.3.2011, 11:29
Irgandwann wird wohl ............

........ die gesamte Welt zur Vernunft genötigt werden müssen.
Vielleicht hätten die 10 Verschütteten von Lassing auch gerettet werden können, wenn die Betreiber und auch die Behörden zur Vernunft genötigt hätten werden können, und die allseits angebotene Hilfe angenommen hätten.
Aber dieser idiotische Nationalstolz gebietet es ja, alles alleine können zu wollen; auch wenn dabei Menschen geopfert werden müssen. Aber die bekommen dann ja Heldendenkmäler.

waldmeister
 
01
29.3.2011, 11:13
Frage

Was ist mit dem russischen Notfallteam, dem die Einreise nicht gestattet wurde ?

keywords
01
29.3.2011, 17:36

die haben sich in china betrunken.

OberWaldMeister
 
00
29.3.2011, 18:28

schwein gehabt (besser delirium als plutonium)

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