Baden/Wien - Die geplante Abschiebung der georgischen Familie R. wird immer mehr zum Behördenfiasko. Wie berichtet, sollte die Familie mit einem schwer behinderten Mädchen in der Vorwoche in Wien in Schubhaft genommen werden. Doch die Fremdenpolizei war offenbar falsch über den Grad der Behinderung der Dreijährigen informiert. Das Mädchen dürfte an einer seltenen Bluterkrankung leiden, es kann weder gehen noch stehen noch sitzen. Im Akt heißt es lapidar: "leicht geistig zurückgeblieben". Am Wochenende sollte die Familie dann in eine Betreuungseinrichtung in Niederösterreich überstellt werden, nach Angaben des Hilfsvereins Purple Sheep ist die Situation jedoch abermals eskaliert.
Mutter und Tochter seien zusammengebrochen. Die zuständige Bezirkshauptmannschaft Baden habe eine von einem Notarzt verordnete Überstellung in ein Spital verhindert. Eine Ärztin aus dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen habe lediglich versucht, die Eltern von der Überstellung zu überzeugen. Die Mutter sei schließlich auf einen Stuhl geschnallt in die Psychiatrie gebracht worden, Vater und Tochter seien derzeit in einem anderen Spital untergebracht. In der BH Baden war Montagnachmittag niemand zu erreichen. (simo, DER STANDARD-Printausgabe, 29.3.2011)