KMU-Firmenportrait

Das A-Team der Zweiradbranche

Hermann Sussitz, 30. März 2011, 16:13
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    Josef Faber und "Emozione Vespa"

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    Auch Markus Rogan hat Freude am Zweirad

Familienbetrieb – Flexibilität – Freude am Unternehmertum: Porträt eines österreichtypischen KMUs

Josef Faber merkt man die Freude am Unternehmertum an seinem verschmitzten Lächeln an. Faber importiert Zweiräder aller Art, Herzstück des Sortiments sind aber die Motorroller, praktisch stärkere und größere Mopeds. "Der offene Helm im Sommer, der Fahrtwind, ein gewisses Freiheitsgefühl, das macht den Reiz aus", so der 45-jährige Firmenchef. Seit 1964 ist man Generalimporteur von Vespa und Piaggio, zwei der stärksten Marken am heimischen Markt.

Vor allem die zum Piaggio-Konzern gehörende Retroschiene Vespa boomt in Österreich, Faber hat davon im letzten Jahr 4.300 Stück abgesetzt. Der GTS-300-Fahrer Faber ist noch immer von der Handwerkskunst der im toskanischen Pontedera ansässigen Firma begeistert. "Enrico Piaggio war eigentlich Flugzeugbauer und hat begonnen, Teile aus dieser Industrie im Rollerbau einzusetzen", so Faber.

Graz liebt Retro, Elektroantriebe kommen beim Zweirad

Resultat war die 1946 erstmals produzierte Vespa, italienisch für Wespe. Sie fand im Italien der Nachkriegszeit großen Anklang und ist seit den 70er-Jahren auch in Österreich ein Erfolg. Als Vespa-Hauptstadt gilt die Murstadt: "Graz liegt halt doch ein wenig südlicher als Wien", schmunzelt Faber.

Gar nicht retro will man sich bei Technik und Mitarbeiterführung zeigen. Zunehmend setzt Faber auf Elektromobilität. "Piaggio arbeitet an einer E-Vespa und an Elektroantrieben für seine Kleintransporter", so Faber. Noch größere Chancen, die Herzen der Österreicher zu erobern, gibt er aber den Elektrofahrrädern, Pedelecs genannt. Um hier am Ball zu sein, will er noch in diesem Jahr die Pedelecs einer namhaften Marke in Österreich einführen. "Desto mehr Standbeine man hat, desto sicherer fährt man auch", so das Motto von Faber.

Der eigene Weg zum A-Team der Zweiradbranche

Modern zeigt man sich auch bei der Mitarbeiterführung. Faber ersetzte den patriarchalischen Führungsstil seines Vaters durch einen kollegialen, was nicht immer einfach war. "Loszulassen war nicht leicht", so Faber über seinen Vater, der sich auch noch im hohen Alter in die Firma einbrachte. "Einerseits konnte ich auf seine Erfahrungswerte zurückgreifen, andererseits habe ich erst nach dem Tod meines Vaters begonnen, meinen eigenen Weg einzuschlagen", erklärt Faber.

Gemeinsam mit seinem Bruder Peter, ebenfalls Geschäftsführer und für das Gebäudemanagement zuständig, und seinen 50 Mitarbeitern will er das "A-Team der Zweiradbranche" bilden. Vom oft zitierten KMU-Fachkräftemangel spürt Faber dabei nichts. Im Gegenteil, viele Mitarbeiter seien in den letzten Jahren von größeren Firmen gekommen. "Sie fühlen sich bei uns wohler, weil das Persönliche im Vordergrund steht", so Faber. Kürzere Entscheidungswege und die größere gestalterische Freiheit täten ihr Übriges.

Erfolgreiche KMU schauen über den Tellerrand

Der Unternehmenschef selbst war aus familiären Gründen immer in der Firma tätig. "Wenn ich noch einmal die Gelegenheit hätte, würde ich mir die Sporen in anderen Unternehmen verdienen", so Faber. Das legt der kinderlose Unternehmer auch den Kindern seines Bruders, die einmal für die Unternehmensführung in Frage kommen, nahe. "Sonst droht man als Familienunternehmen betriebsblind zu werden", ergänzt Faber.

Für den Unternehmer ist der große Teil an klein- und mittelständischen Betrieben eines der "Erfolgsgeheimnisse Österreichs". KMU könnten sich sehr gut an neue Situationen anpassen, ohne gleich Mitarbeiter abzubauen oder Kurzarbeit zu verordnen, das habe Österreich in der Wirtschaftskrise geholfen.

Klassische Finanzierung mit dem gewissen Etwas

Faber finanziert sich wie ein klassisches KMU mit Eigenmitteln und Krediten, nutzt aber auch spezielle Branchenlösungen wie die Lagerfinanzierung, wo der Fahrzeugbestand als Sicherungsobjekt angesehen wird und dadurch weder Depotzahlungen noch Grundstücksbelastungen notwendig sind. Bei im Schnitt 2.000 Fahrzeugen auf Lager ist diese Art der Finanzierung sehr attraktiv und erlaubt es dem Unternehmen, kurzfristig lieferfähig zu sein: "Mopeds, Roller und Co. sind oft Spontankäufe, da muss man schnell liefern können", erklärt Faber.

Die Zweiradsaison – vor allem die motorisierte – startet jetzt im März. Hannibal, Face, Murdock, B.A. und Co. ist schönes Wetter zu wünschen, denn das kurbelt die Geschäfte an. (Hermann Sussitz, derStandard.at, 30.3.2011)

WISSEN

Was sich kryptisch unter dem Begriff "Zweiradbranche" verbirgt, ist mehr als man vermutet. Neben den Klassikern Fahrrad, Motorrad und Moped gehören auch Tretroller, Segways - im Branchenjargon Selbstbalance-Roller genannt, und Pedelecs – Elektro-Fahrräder – dazu.

In Österreich wurden 2010 rund 49.000 motorisierte Zweiräder abgesetzt, Faber kommt auf rund 21,5 Prozent Marktanteil. Mit seinen 50 Mitarbeitern hat die Firma 2010 26 Millionen Euro Umsatz gemacht. Faber plant in diesem Jahr 12.000 Stück abzusetzen und den Umsatz um zehn bis fünfzehn Prozent zu steigern.

Mit dem Einstieg ins Pedelec-Geschäft schielt Faber auf den 500.000 Stück starken österreichischen Fahrradmarkt. Der Unternehmer geht davon aus, dass mittelfristig 20 bis 25 Prozent des Marktes elektrifiziert werden.

Haupteigentümer von Faber ist eine Stiftung, deren Begünstige Familienmitglieder sind. Drei ehrenamtliche Vorstände vertreten die Interessen der Stiftung.

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Posting 1 bis 25 von 48
1 2
problematisch
00
Preisabsprachen?

http://www.vespaforum.de/viewtopic... hp?t=10657
http://www.vespaforum.de/viewtopic... php?t=1665

Auf den beiden Links oben wird von Preisabsprachen berichtet, ja sogar von einem Vespakartell. Angeblich alles unter der Ägide des Generalimporteus Faber. Schade, dass hierüber nicht berichtet wird.

Martin Rosenkranz
00
Glaub ich eher nicht

Die Spannen beim Fahrzeughändler sind dermaßen gering - egal ob Moped, Motorrad oder Auto.
Die Händler verdienen vor allem beim Zubehör und beim Service, kaum mehr was mit dem Fahrzeugverkauf.

problematisch
00

Mehrere Personen berichten, dass der Faber (als Generalimporteur) die Preise vorschreiben würde und schreiben von von Preisabsprachen mit seinen Händlern. Während in Spanien, Frankreich usw. etwa 4600 bis 4800 Euro für eine Vespa GTS 300 i.e. Super verlangt werden, bezahlt man in Österreich 5400 Euro (das sind jeweils die Ladenpreise). Diese Differenz läßt sich nicht mit der unterschiedlichen Besteuerung begründen.

Blick Winkel
00
"Seit 1964 ist man Generalimporteur von Vespa und Piaggio, zwei der stärksten Marken am heimischen Markt."

Der Satz ist so nicht korrekt. "Piaggio" ist der Hersteller und "Vespa" der Modellname. Ist so wie "VW" und "Golf".

Verwundert mich, dass das der Faber nicht weis, wenn er doch seinen Werbeartikel selber verfasst hat.

cannery row
01
31.3.2011, 14:32
wer seine vespa reparieren will..

ist sowieso in der österleingasse besser aufgehoben.

cocoplexplex
00
repariert sie am besten selbst

Dirty Harry
03
31.3.2011, 14:00
Lausiger Shop

In 26 Jahren als Motorradfahrer war Faber der mieseste Shop, der mir je unterkam. Mangelhafte Reparaturen und Services, falsche Ersatzteile, überhöhte Preise und viel blödes blablabla, wenn man den Chef höchstpersönlich damit konfrontierte. Bei der Bude kaufe ich nicht mal mehr Handschuhe, geschweige denn ein Fahrzeug.

Holz Schlaeger
00
31.3.2011, 13:35
Auch verewigt ...

...in der Weltliteratur: John Irving, Free the Bears. Für mich einer der besten Romane über (Nachkriegs-)Österreich

Sandrus
01
31.3.2011, 13:09
Das wichtigste wurde vergessen?

Hat wer mehr Informationen über eine eventuelle E-Vespa?

Wann? Wo? Wie? Was?

Finde da nix gutes im Netz darüber. :(

samtpfote7
00
31.3.2011, 13:21

http://www.piaggio.at/piaggio/m... -hybrid-lt

Bei der Hybridvespa dauert es noch ein bisschen ...

TheJester
03
31.3.2011, 11:10
"Desto mehr Standbeine man hat, desto sicherer fährt man auch"

ist das nicht ein zweifelhaftes motto für einen 2rad importeur?

:D

tucker maxxx
02
31.3.2011, 14:08
TheJester
01
31.3.2011, 14:37

ich habs irgendwie befürchtet, dass die wem einfällt ;)

cocoplexplex
06
31.3.2011, 10:55

Kudlicka rock !

klipp und klar
01
31.3.2011, 10:47
also ich

bin mit der 2 rad börse in der praterstrasse sehr zufrieden. mein vespakauf dort erfolgte nach kompetenter beratung, das erste service ist fast wie bei renomierten autofirmen abgelaufen und die mitarbeiter sind allesamt total nett dort!

chief justice
00
31.3.2011, 14:18

ich habe meine s 125 beim faber um 300 euro billiger bekommen, als bei der der zweiradbörse (jeweils nach kurzem verhandeln, wobei der verkäufer in der zweiradbörse gemeint hat, beim angeschriebenen preis geht überhaupt nichts mehr).

1 Wolfgang 1
00
31.3.2011, 12:07

Zur Praterstraße kann ich nicht viel sagen, die in der Triester Straße sieht mich jedenfalls nie wieder. So was von nicht vorhandenem Service hab ich noch selten erlebt und meist ist der Louis eh billiger.

Gobi Todic
03
31.3.2011, 10:16
Na immerhin

Wird hier der breiten Masse wiedermal dargestellt wie es so mit der Steuermoral der KMUs aussieht und wie toll Stiftungen so sind.

1 Wolfgang 1
02
31.3.2011, 09:48

Leute, steht halt nicht so viel beim Faber rum um noch irgend ein Teil zu kaufen, sondern fahrt mehr. Dann gehts auch der Vespa besser und Ihr braucht nicht so viel jammern :-)

mond / möndin
12
31.3.2011, 09:14
Brrr die haben wohl in der Not einen PR Fuzzi engagiert.

Habe mich mal als potentieller Kunde aufgedrängt, in der Art Gilera Fuoco, Barzahler, "zum mitnehmen bitte". Wurde beharrlich ignoriert - naja wenn der Händler Feind seines Geldes ist...

Hanken
01
31.3.2011, 09:46

Da solls ja um Finanzierung, Lösung vom Vater und so weiter gehen - steht ja nicht geschrieben, dass der Faber der Beste ist.

Und: Wenn Piaggio/Vespa auf Faber setzt. sind ja die schuld

Jo eh...
11
31.3.2011, 11:59

Ist leider ein häufiges Problem. Finanzierung ist selbst bei Autos extrem profitabel, und bei Zweirädern, wo die Zinssätze nochmal viel höher sind, noch viel mehr. Ich persönlich hab bisher all meine Fahrzeuge in bar bezahlt und verstehe nicht warum die Leute bereit sind so hohe Zinsen zu zahlen. Ist die Gier nach Fahrzeugen die man sich kaum leisten kann wirklich SO groß?

sirnicha
01
31.3.2011, 13:13
i sog eipäd

Hornhifi
03
31.3.2011, 08:28
DIY?

Schreiben die Firmen ihre Artikel neuerdings selber? Hat der werte Herr Redakteur jemals 1 Meter auf einer Vespa zurückgelegt?

Shylock
02
31.3.2011, 10:44

...kann mir nicht vorstellen, dass es auch nur einen einzigen Redakteur beim Standard gibt, der noch keinen Meter auf einer Vespa zurückgelegt hat.
:-)

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