Hypo fordert 50-Millionen-Sonderdividende zurück

Renate Graber, 27. März 2011, 17:41
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    Tilo Berlin

Die staatliche Bank fordert von Kärnten, Berlin-Gesellschaft und restlichen Ex-Aktionären 50 Millionen Euro zurück

Wien - Schlechte Nachrichten für die Ex-Aktionäre der Kärntner Hypo Alpe Adria. Die Bank fordert per Schreiben der Finanzprokuratur eine im April 2008 an die Altaktionäre bezahlte Sonderdividende von 50 Mio. Euro plus 13 Mio. Zinsen zurück. Sie war an die Ex-Eigner Kärntner Landesholding, Bank Burgenland (über sie hielt die Grawe ihre Beteiligung), Berlin & Co Capital S.a.r.l. und Hypo-Mitarbeiterprivatstiftung geflossen. Unrechtmäßig, wie die Anwälte der Bank nun sagen.

Das Land soll daher 22,5 Mio. (plus sechs Mio. Zinsen) zahlen, die Bank Burgenland 20,7 Mio. (plus 5,6 Mio.), die Berlin S.a.r.l. 4,5 Mio. (plus 1,2 Mio.) und die Mitarbeiterstiftung, in deren Vorstand bis September 2007 Wolfgang Kulterer saß, 2,5 Mio. Euro. "Sollte bis zum 7. April kein vollständiger Zahlungseingang erfolgt sein, wird die Bank gerichtliche Schritte einleiten", lässt der Präsident der Finanzprokuratur, Wolfgang Peschorn, wissen.

Verkürzt dargestellt argumentiert man, dass die Hypo Group 2007 einen Verlust von 270 Mio. Euro einfuhr. Die Dividende konnte sie nur nach Auflösung einer Gewinnrücklage von 363 Mio. Euro ausschütten - und weil ihre Tochter Consultants Holding Teile der Gruppe um 62 Mio. Euro verkauft hatte. Dieser Erlös kam - vereinfacht ausgedrückt - durch Bilanzierungsmaßnahmen den Altaktionären Land und Co in Form der Sonderdividende zugute. Die neue Aktionärin BayernLB war mit der Ausschüttung einverstanden, was der Aufsichtsratschef der Landesholding, Josef Martinz, am 21. Mai 2007 stolz berichtete.

Consultants

Damit wird der Blick der Öffentlichkeit erneut auf den Verkauf der Consultants gelenkt, den die Hypo unter Siegfried Grigg vor (auf den Tag genau) vier Jahren als "erfolgreich abgeschlossen" vermeldete. "50 Projekte in Kroatien und Serbien" seien an die Auctor d.o.o. Croatia verkauft worden, Preis und Auctor-Eigner wurden nicht verraten. Die Berater schon: die Wiener ASP Consulting von Alon Shklarek (er soll zehn Mio. Euro Honorar bekommen haben) und die Kanzlei Lansky, Ganzger und Partner. Shklarek ist geschäftlich auch Christian Köck verbunden, der bei der risikofreien Hypo-Kapitalerhöhung dabei war. Die Kanzlei Lansky vertrat einst Vladimir Zagorec - und berät die verstaatlichte Hypo auch heute noch, bei Problemen in Südsteuropa.

Die 1997 gegründete Consultants-Gruppe diente als Kreditdeponie: Die Notenbank konstatierte schon 2001, dass die Hypo ihr Risikogeschäft an die Consultants auslagert, um sich die Eigenkapital-Unterlegung zu ersparen. Beim Verkauf 2007 sollte zunächst das gesamte Portfolio verkauft werden, Auctor nahm dann aber nur ein Drittel. (Der Rest wanderte in der Hypo Group weiter, die Consultants Liechtenstein etwa gibt es immer noch.)

Der Bieterprozess wurde verkürzt, die Bedingung, dass der Erwerber die Kreditlinien umschulden müsse, wurde storniert. Den Kaufpreis hat Auctor gemäß Standard-Recherchen per Krediten, unter anderem der Zagrebacka Banka (UniCredit) aufgestellt, besichert durch Liegenschaften der Consultants. Auf denen waren zwar beim Deal-Closing im Juni 2007 Hypotheken für die Hypo eingetragen worden - aber danach (dank plötzlich höherer Bewertungen) gaben die Kärntner Teile frei. "Einzig durch Freigabe dieser Sicherheiten zu Lasten der Hypo war es der Käuferin, die über kein eigenes Vermögen ... verfügte, möglich, den Kaufpreis überhaupt zu finanzieren", so die Finanzprokuratur. Die Kredite "wurden in kurzer Folge notleidend und uneinbringlich, ... in der Hypo-Bilanz 2007 (unter Vorstandschef Berlin, Anm.) aber nicht abgeschrieben". Stattdessen beschlossen die Aktionäre am 20. April 2008 die Sonderdividende, zahlbar binnen zehn Tagen.

Medienkonzern involviert

Darüber, wer hinter Auctor steht, rätselt die Staatsbank heute noch. Während Auctor auf seiner Homepage wissen ließ, "Auctor ist der einzige Eigentümer geworden", sagte Landeshauptmann Jörg Haider am 27. März 2007 so: Laut Hypo "sei als Käufer eine kroatische Gruppe unter Beteiligung des größten kroatischen Medienkonzerns aufgetreten. Die Hypo erhoffe sich dadurch auch künftig eine positive mediale Aufbereitung." (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 28.3.2011)

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john wayne cleaver
00
28.3.2011, 15:19
22% Zinsen in 24 Monaten? Na das nenn ich mal eine realistische hochrechnung

Lophiomys imhausi
00
28.3.2011, 14:55
vage 50Mio sind 5% von 1 Milliarde

Wieviel musste der Österreichische Steuerzahler bereits effektiv für die HAA berappen?

Martin Rosenkranz
11
28.3.2011, 13:56
eine im April 2008 an die Altaktionäre bezahlte Sonderdividende von 50 Mio. Euro plus 13 Mio. Zinsen

13Mio. Zinsen auf 50Mio. Kapital in 24 Monaten.....bei welcher Bank gibts die ?????

m+m
00
28.3.2011, 20:38

wie kommen sie bei April 2008 bis April 2011 auf 24 Monate????

anton anton
00
28.3.2011, 18:49
april 2008 bis märz 2011 sind 35 monate

Martin Rosenkranz
00
28.3.2011, 18:50
JA danke

Trotzdem ein sehr stolzer Zinssatz!

m+m
00
28.3.2011, 20:50

überschlagsmässig ein Zinssatz von 7,5% was ist daran stolz.
sicher am oberen ende angesetzt - aber logisch, so hat man mehr Verhandlungsspielraum

knievel
00
28.3.2011, 16:03

grasser/mandarin group.
auch bekannt als der schwiemu-zinssatz :-)

Kleinhirn
01
28.3.2011, 12:43

Sehr netter Kontrollbericht.
Bevor man ins lesen beginnt sollte man sich aber 5-10 Pizzas bereitstellen, ansonsten geht einem irgendwann das Material zum auswerfen aus.

http://cms.gruene.at/fileadmin... ericht.pdf

der mann, der zuviel wußte...
00
29.3.2011, 09:09
"Nett" ist der richtige Ausdruck.

Leider sind die Herren und Damen Politiker nicht imstande, derartige Berichte mit der notwendigen Sorgfalt und der erforderlichen Sach- und Fachkenntnis zu erstellen. So wichtig eine umfassende Aufklärung ist, so sehr wird die Aufklärungsarbeit dadurch entwertet, dass die "Aufklärer" den jeweiligen Sachverhalt nicht verstehen bzw. keinerlei Fachkenntnisse über das Bankgeschäft, Bankbilanzierung, etc. haben.

Immerhin ist das, was hier betrieben wird, besser als gar nix. Aber viel mehr als nix ist es auch nicht...

jesus mohamed von wien
01
28.3.2011, 11:49
schön das etwas zurückgefordert wird. die frage ist ja was kostes das den steuerzahler?

eine botschaft an diesen armen steuerzahler habe ich auch: halte durch die können nur solange in saus und braus leben und damit weitermachen, bis du auch kein geld mehr für steuern hast.

tramezzino
00
28.3.2011, 11:35
eine einzige

erfolgsgeschichte...

Quadratur des Mittelkreises
00
28.3.2011, 11:31
SD aus HAAG 2008 =

Leichenfledderei

thumbs up für die Finanzprok. !

unbequem
150
28.3.2011, 10:40
Lächerliche Finanzprokuratur....

Die sollte lieber von den Politikern jene Steuergeldsummen zurückverlangen die sie rechtswidrig in die EU verfrachten (Griechenland , Irlans...Portugal..ect). oder Banken in den Rachen werfen zB. Kommunalkredit..Bawag ..ect.

au contraire
01
28.3.2011, 16:22

Nullchecker.

Doc Steel
04
28.3.2011, 11:44
hetzerei

wieviel steuergeld bekam denn die bawag?

das ist typische hetzpropaganda, vergleich von äpfel mit birnen. erbärmliche voragngsweise.

john wayne cleaver
01
28.3.2011, 15:18
die bawag hat gar kein steuergeld bekommen, sondern es gab eine theoretische einlagensicherung die nicht schlagend wurde

unbequem
80
28.3.2011, 12:18
Bawag Millionen..

Jene Deckung die die Bawag wegen der Nichtlequidität des ÖGB brauchte....
schon vergessen???

marillensuppe
17
28.3.2011, 13:47
stimmt immer noch nicht, egal, wie oft der dreck propagiert wird ...come on. willst du absichtlich irreführen? also lügen?

kein mensch hat bei der bawag irgendwelche konten gedeckt - es ging bloß um eine einlagen-besicherung bis zu einem gewissen betrag, falls die bawag wirklich flöten gegangen wäre.

ist sie aber nicht.

das heißt, kein cent steuergeld ist geflossen.

zur erinnerung: kärnten wäre bereits pleite, wären die österreicher nicht gezwungen worden, mit ihrem steuergeld die kaputte bank zu kaufen.
nocheinmal:
h i e r, in sachen hypo alpe adria,
ist
w i r k l i c h viel, viel steuergeld versenkt worden (wie übrigens auch bei der hypo niederösterreich),
denn kärnten hat mit 18 milliarden gehaftet.
und diese haftungen wären schlagend geworden.
also hätte kärnten in konkurs gehen müssen.
wie gesagt,
wenn pröll nicht mit unseren steuermilliarden...

unbequem
60
28.3.2011, 14:04
Unsinn...lernens lesen......

Denn die Bayerl LB hätte zuerst die 18 Milliarden zahlen müssen und erst wenn die Zahlungsunfähig geworden wäre,dann hätte Kärnten gehaftet....
Pröll hat die Schulden erst dem österr. Steuerzahler zurückgekauft , das ist die Wahrheit.

550 Millionen Bares +400 Millionen Haftungen waren es bei der Bawag

Lesen: http://www.oe24.at/wirtschaf... fix/598228

knievel
04
28.3.2011, 16:08

sie verlinken in einer diskussion allen ernstes auf einen oe24-artikel?
*rofl*

Easy Rawlins
05
28.3.2011, 14:15

Wieso schreibst du denn solchen Unsinn? Die BLB hat durchaus nicht für Verbindlichkeiten ihres Tochterunternehmens HAA gehaftet. Die hätten die HAA auch in den Konkurs schicken können und die Gläubiger hätten sich zwar beim Land Kärnten (das eine Haftung abgegeben hat), aber nicht bei der BLB regressieren können.

unbequem
40
28.3.2011, 14:37

diese arumentation ist möglich aber nicht zwingen

Track123
02
28.3.2011, 14:45

Nicht zwingend aber das realistischte Szenario.

bouncing
04
28.3.2011, 11:11

bloss immer schön ablenken und andere anschütten, was anderes können die drecks rechten ja nicht...

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