Schritt für Schritt

Assad opfert seine Regierung

29. März 2011, 18:22

Rede des Präsidenten erwartet

Dass die Regierung von Premier Otri in Syrien den Hut nehmen muss, dürfte die Demonstranten, die das Ende des Regimes Assad fordern, nicht genügen. Alles wartete am Dienstag auf die Aufhebung der Notstandsgesetze.

Damaskus - Wie andere arabische Herrscher in den vergangenen Wochen auch opferte Syriens Präsident Bashar al-Assad unter dem Druck der Straße erst einmal seine Regierung: Er habe den Rücktritt des Kabinetts von Ministerpräsident Naji al-Otri angenommen, teilte das syrische Staatsfernsehen am Dienstag mit. Assad beauftragte Otri, der seit 2003 im Amt war, gleichzeitig, die Regierungsgeschäfte weiterzuführen, bis sein Nachfolger bestimmt sei. Den Demonstranten, die seit vergangener Woche gegen das Regime auf die Straße gehen, wird das eine und das andere egal sein..

Alles wartete am Dienstag auf die von Vizepräsident Faruk al-Sharaa angekündigte Rede Assads und ob er darin die Notstandsgesetze aufheben würde, die 1963, noch vor der Machtergreifung seines Vaters Hafiz al-Assad, verhängt wurden. Diese Erwartungen hatte Präsidentensprecherin Buthaina Shaaban geweckt, die vorige Woche einen Schritt auf die Demonstranten zumachte, als sie deren Anliegen "legitim" nannte.

In den Städten um Deraa im Süden des Landes wurden aber auch danach noch Demonstranten von Sicherheitskräften getötet. Dabei verwandelte sich der Ruf nach Reformen in die Forderung nach dem Ende des Regimes Assads. In Deraa wurde eine Statue Hafiz al-Assads zerstört. Seit Beginn der Proteste sind laut unterschiedlichen Angaben der Opposition landesweit zwischen 60 und 130 Menschen getötet worden.

Am Dienstag versammelten sich im Zentrum der Hauptstadt Damaskus jedoch auch mehrere zehntausend Anhänger Assads, um ihre Unterstützung für den Präsidenten auszudrücken. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Kundgebungen in Damaskus sowie in Aleppo und Hasaka.

"Vom Ausland gesteuert"

Die Demonstranten trugen Bilder des 45-jährigen Staatschefs und wiederholten auf Spruchbändern die Vorwürfe der Führung, die schärfsten Proteste gegen den seit elf Jahren regierenden Assad seien vom Ausland und von Kriminellen gesteuert, um in Syrien konfessionelle und ethnische Unruhen auszulösen. In der Stadt Latakiya waren am Wochenende Sunniten und Alawiten - die religiöse Minderheit, der die Assads angehören - aneinandergeraten. Assad hatte daraufhin die Armee in die Stadt geschickt.

Mit Ausnahme staatlich organisierter Kundgebungen sind in Syrien alle Demonstrationen verboten. Zu den Aufmärschen für Assad seien sie aufgefordert worden, berichteten Angestellte und Mitglieder von Gewerkschaften, die von der regierenden Baath-Partei kontrolliert werden.

Ungeachtet aller Ankündigungen äußerten Regierungsvertreter, Bürgerrechtler und Diplomaten Zweifel, dass Assad den Ausnahmezustand ersatzlos aufheben wird. Viele erwarteten die Einführung eines ähnlichen Gesetzes unter einem neuen Namen, wie etwa Terrorgesetz. (Reuters, guha, STANDARD-Printausgabe, 30.3.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 69
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Vincent_Vega
00
30.3.2011, 13:43
kommt drauf an ob syrien

schon Schkwal Torpedos oder s-300 luftabwehrsysteme von den russen hat...

falls ja könnten die echt "gefährlich" werden und ein angriffskrieg steht dann wohl nicht mehr dafür,
so ne spazierfahrt wie in libyen wird sicher net...

mannie der mamut
01
30.3.2011, 11:00

Unglaublich, im Falle Syrien war der Westen diesmal sehr schnell mit Kritik und Forderungen.
Bei Bahrain war man ganz leise und jetzt sagt man nichts mehr....

el dus
 
01
29.3.2011, 23:33
Ich bim gespannt, wann all die dem Westen gefälligen Potentaten hier auch den Ehrentitel "Regime" verpasst bekommen.

Oder muß immer erst die Sprachregelung aus dem Weißen Haus abgewartet werden?

insertnamehere
 
01
30.3.2011, 12:09
Ich kanns Ihnen sagen, wann das sein wird:

Exakt 3 Sekunden, bevor unsere Antiimperialisten ihre unbändige Liebe zu diesen Regimes entdecken und auf deren Souveränität pochen (gerne verbunden mit der Forderung nach Respekt und gleicher Augenhöhe und so).

Berger945
01
29.3.2011, 20:38
und wie ist mit ihm?

achso und wie ist mit ihm?
wie lange will er noch bleiben, auch wie der Vater bis
zu seinem Tod?

Das ist ein NO GO.

zombie69
 
25
29.3.2011, 16:25
Also geht doch

Aber der grosse Kampf um die Freiheit und die Demokratie in Syrien dürfte erst noch beginnen wenn der Diktator und seine Clique ganz weg ist. Dann nämlich wenn es heisst die Islamisten davon abzuhalten in die Machtlücke zu springen oder davon abzuhalten den Kurs des Landes zu beeinflussen. Das dürfte noch einige Auseinandersetzungen nach sich ziehen. Denn die Islamisten verfügen über erhebliche Finanzmittel mit denen sie gerade junge Arbeitslose locken können von denen es massenweise gibt. Der grosse Kampf um Freiheit und Demokratie kommt anscheinen erst noch und da muss der Westen für die demokratischen Kräfte unbedingt und klar Partei ergreifen. Dazu werden auch erhebliche Finanzmittel nötig sein. Die sich langfristig aber enorm auszahle

Harry Meier
 
00
30.3.2011, 08:08
Ich glaube der Anteil der Islamisten ist dort ...

.. auch nicht groesser als jener der "Antiimperialisten" und/oder Faschisten bei uns in Österreich.

Der Alte vom Berge
11
29.3.2011, 15:27
HäHäHäHä...

...nun Damaskus. ^^

fibiundchillie
04
29.3.2011, 13:27
Assad-Regime tauscht Regierung aus

in einem demokratischen land wärs irgendwie umgekehrt

myxdgh
 
61
28.3.2011, 20:32
noch ne frage,

warum steht dieser artikel nicht direkt neben den Lybien berichten?
in vielen online-mag's muss man danach suchen. . . .

chibalbo
05
29.3.2011, 12:45

wegen den kategorien im standard. libyen ist bekanntlich in afrika und nicht wie syrien im nahost teil zu finden. einfach weitersuchen.. das schaffst du ganz bestimmt und dann kannst gaaanz viel lesen!

myxdgh
 
00
30.3.2011, 21:02
waren sie

schon mal in einer 'anti-aggressions therapie? falls ihnen das nicht liegt könnten sie es auch mit täglich 'magnesium cloratum' versuchen - ist ein altes hausmittel . . .

chibalbo
00
31.3.2011, 09:14

haben sie das auch ihren geografie lehrer gefragt als er ihnen die topografischen einteilungen der erde erklärt hat?

myxdgh
 
143
28.3.2011, 20:28
kurze frage,

wieso wird in Syrien nur beobachtet & reportiert, wärend in Lybien eingegriffen & bombadiert wird?
ernst gemeinte frage, da ich's mir nicht wirklich erklähren kann!
haben vielleicht der Cia & Mi5 personalmangel, oder sind die im 'busverkehr' stecken geblieben & sind deshalb noch nicht in ausreichender anzahl 'vor ort'?
ist das Syrische öl & gas eh schon durch bestimmte verträge gesichert?
hat Assad seine letzte waffenlieferung noch nicht bezahlt?

mistvieh666
 
00
29.3.2011, 23:04

ein simpler grund duerften 56 mig29 sein.
libyen hat eine operettenarmee, syrien ist militaerisch nicht wahnsinnig stark, kann sich aber zumindest kurzfristig wehren.

Thomas Bayer
11
29.3.2011, 22:52
Warum

wird in folgenden Ländern nicht militärisch eingegriffen?
- Elfenbeinküste
- Sudan
- Somalia

aceFruchtsaft
32
29.3.2011, 14:40

Das libysche Öl war genauso gesichert, schließlich waren genug ausländische Ölfirmen vor Ort und Gaddafi selbst hat am meisten von dessen Export profitiert, du ahnungsloses Würschtl.

myxdgh
 
12
29.3.2011, 17:48
wer andere klein macht

ist nie gross!
grüsse vom ahnungslosen würschtl!

aus benghazi
23
29.3.2011, 14:32
warum libyen und nicht syrien?

Mr. G ist weltweit kein symphatietraeger und hat im nordafrikanischen raum die bei weitem schwaechste armee, altes geraet, keine wartung und war somit ein gefundenes fressen auf der spielwiese der interessen fuer menschenrechte und demokratie. syrien ist ausserdem viel naeher an russland dran und damit geht's einfach nicht nach 'schema f'.
bin aber gespannt was den M&D-verfechtern da so alles einfallen wird, bzw wie lang russland sich noch zurueck haelt.

Nukularist
01
29.3.2011, 12:31

Weil es in Libyen eine Opposition gibt, die sich selbst zu helfen weiß, wenn sie entsprechend unterstützt wird. Libyen ist kein neuer Irak, wo die Stützung der Demokratie tausende westliche Opfer fordert.

Bei Syrien dagegen wäre das zu erwarten.

HakBarth
 
32
29.3.2011, 11:42

libyen kann man locker verprügeln, syrien im russischen einflussbereich nicht

Fritz Wunderlich
49
29.3.2011, 09:01

warum sie hier den beweis antreten, dass der letzte pisatest ein durchaus realistisches bild vom bildungsverfall in österreich zeichnet, hängt eben mit diesem verfall zusammen
sie wissen nicht, dass sie nichts wissen

myxdgh
 
10
29.3.2011, 17:51
gottseidank

gibt es noch leute wie sie die österreich retten werden.
respekt!

Erich Theodor Kartmann
08
29.3.2011, 03:11

was genau sollte denn der britische inlandsgeheimdienst ihrer meinung nach in syrien machen?

myxdgh
 
00
30.3.2011, 20:55
betriebsausflug?

sorry, ich meinte mi-6!

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