Porsche-Volkswagen-Gruppe reagiert auf kritische Aussendung mit Klage
Wien - Porsche Austria hat den Verkehrsclub Österreich (VCÖ) verklagt, weil der VCÖ den von der Porsche-Volkswagen-Gruppe erzeugten Autos in einer Aussendung nur mittelmäßige Verbrauchs- und Abgaswerte bescheinigt hatte. Die Klage laute auf unlauteren Wettbewerb, wettbewerbsschädigendes Verhalten und falsche Tatsachenbehauptung, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Der VCÖ spricht von einer "Einschüchterungsklage" und sammelt online Unterschriften für einen Aufruf an Porsche und VW.
Auf Basis von EU-Daten
Der Streit dreht sich um eine Aussendung des VCÖ mit dem Titel "Österreichs Neuwagenflotte beim Klimaschutz im EU-Vergleich nur im Mittelfeld". In der Aussendung zitiert der VCÖ den auf EU-Datenmaterial basierenden "Car Report" der Umwelt-Lobby "Transport & Environment". Gemessen wird darin Flottenverbrauch und CO2-Output diverser Autohersteller.
Die Porsche-Volkswagen-Gruppe, zu der neben den genannten Marken auch Audi, Skoda, Seat Bentley, Bugatti und Lamborghini gehören, fühlt sich provoziert, unter anderem durch den Satz: "Die in Österreich beliebteste Automarke, VW, schneidet punkto Klimaschutz schlecht ab. Mit 153 Gramm CO2 pro Kilometer ist VW 12. von 14 Herstellern."
Neunseitige Klagsschrift
VW kontert in der neunseitigen Klagsschrift, dass die T&E-Studie "per se unzulässig bzw. wissenschaftlich unrichtig" sei. Hermann Becker, Sprecher von Porsche Austria, erwartet eine "Richtigstellung der unrichtigen Aussagen." Schadenersatzansprüche aufgrund "erheblicher wirtschaftlicher Schäden" behält sich der Konzern vor. VCÖ-Sprecher Christian Gratzer will hingegen den Tatsachenbeweis antreten.
Via Online-"Protestaufruf" sammelt er Unterschriften und ruft den Konzern auf, "Klimaschutz statt Einschüchterungsklagen" zu betreiben. "Ein Konzern mit mehreren Milliarden Euro Umsatz klagt eine gemeinnützige NGO, die sich im Interesse der Allgemeinheit für Klimaschutz einsetzt. Das ist ein klarer Einschüchterungsversuch, den wir aufs Schärfste verurteilen", so Gratzer in einer Aussendung am Sonntag. (APA)