GP von Australien

Vettel zeigt Stärke, Petrow überrascht

27. März 2011, 15:24

Weltmeister auf Red Bull gewinnt Saisonauftakt in Melbourne eindrucksvoll vor Hamilton und dem Mann mit dem Lotus-Renault

Melbourne - Weltmeister Sebastian Vettel hat am Sonntag in Melbourne das erste Rennen der neuen Formel-1-Saison gewonnen. Der 23-jährige Deutsche dominierte den Grand Prix von Australien in seinem überlegenen Red-Bull-Boliden nach Belieben und feierte am Ende einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Für Vettel war es der elfte GP-Triumph seiner Karriere und die erste Zielankunft in Melbourne. Hinter Vettel landeten der Ex-Weltmeister Lewis Hamilton im McLaren sowie der überraschend starke Russe Witali Petrow im Lotus-Renault auf den Plätzen zwei und drei. Vettels Teamkollege Mark Webber musste sich in seinem Heimrennen hinter Fernando Alonso (Ferrari)  mit Rang fünf begnügen. Unmittelbar vor dem Start hatte die Formel 1 mit einer Schweigeminute der Opfer der verheerenden Naturkatastrophe in Japan gedacht. Die Autos trugen zudem einen Aufkleber mit der Aufschrift "We pray for Japan" ("Wir beten für Japan").

"Danke Jungs, fantastisch. Sehr cool. Exzellentes Auto, exzellente Stopps", reichte Vettel nach der Zieldurchfahrt die Blumen an sein Team weiter. Nach seiner Gala-Vorstellung im Qualifying am Samstag dominierte Vettel auch das Rennen am Sonntag scheinbar nach Belieben und lag am Ende mit 22,2 Sekunden vor Hamilton im McLaren-Mercedes. Petrow, im vorigen Jahr beim Saisonfinale Vettels Weltmeistermacher, fuhr zum ersten Mal in seiner Karriere auf das Siegerpodest - und hielt wie damals in Abu Dhabi auch diesmal wieder Alonso hinter sich.

Vettel behauptete beim Start mühelos seine Pole Position und setzte sich von Hamilton ab, der seinerseits Webbers Angriff abwehrte. Am Ende der ersten Runde hatte der Deutsche bereits einen Vorsprung von 2,4 Sekunden herausgeholt. Bis zu Vettels erstem Reifenwechsel in Runde 14 war Hamilton zwar bis auf 1,5 Sekunden herangekommen, seine zwei zusätzlichen Runden bis zu einem ersten Stopp in Runde 16 genügten ihm aber nicht, Platz eins zu behaupten, obwohl Vettel von Jenson Button (McLaren) ein wenig aufgehalten worden war. Mit einem spektakulären Überholmanöver war der Weltmeister am Briten  vorbei gegangen und hatte sich danach wieder den nötigen Vorsprung auf Hamilton verschafft.

In der Folge kontrollierte Vettel Hamilton, der Probleme mit einem herunterhängenden Unterboden bekam, und das übrige Feld souverän. Die zweite Runde an Reifenwechsel änderte an der Reihenfolge nichts mehr und der Red-Bull-Pilot fuhr unbehelligt seinem ersten Australien-Sieg entgegen. Teamkollege Webber erlebte dagegen erneut ein eher enttäuschendes Heimspiel. Der Australier, der von Rang drei gestartet war, kam nicht über Platz fünf hinaus - mit 38,1 Sekunden Rückstand lag er sehr deutlich hinter dem Weltmeister. Immerhin stellte Webber aber seine bislang beste Australien-Platzierung aus dem Jahr 2002 ein.

Einen Totalausfall hatte Mercedes zu verzeichnen. Michael Schumacher, den ein von einem Konkurrenten aufgeschlitzter Hinterreifen schon in der ersten Runde ans Ende des Feldes zurückgeworfen hatte, stellte seinen Wagen in Runde 22 in der Garage ab. Zwei Runden später wurde Nico Rosberg von Rubens Barrichello von der Strecke gerempelt, der sich dafür eine Durchfahrtsstrafe einhandelte.

Bei der anschließenden Pressekonferenz stieg Vettel auf die Euphoriebremse. "Die Saison ist noch sehr lang, es kann also noch sehr viel passieren. Deswegen müssen wir mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben und dürfen nicht abheben. Wir müssen Schritt für Schritt weitermachen." Zufrieden gaben sich auch Hamilton und Petrow, die angesichts der Dominanz von Vettel wussten, dass sie das Maximum herausgeholt hatten. "Wir können sehr stolz sein mit Platz zwei. Vor zwei Wochen hätten wir nicht einmal ein Top-Fünf-Ergebnis erwartet. Das war eine große Leistung von uns", gab Hamilton zu Protokoll. Ähnlich fiel das Resümee von Petrow aus."Wir wussten nach den Tests eigentlich nicht, wo wir stehen. Doch mit den neuen Teilen ist das Auto jetzt sehr stark geworden. Dazu haben wir alles perfekt gemacht und können deshalb sehr stolz sein", jubilierte der 26-Jährige. Der erste Russe in der Formel 1 verdankt sein Engagement auch seiner Managerin Oxana Kossatschenko. Sie hat beste Kontakte zur russischen Regierung und zu finanzkräftigen Sponsoren, die Petrow erst den Verbleib im Renault-Team ermöglichten. 

Ohne KERS, mit Schongang

Red Bulls Motorsport-Direktor Helmut Marko war voll des Lobes über seinen 23-jährigen Star: "Optimal, besser geht's nicht." An eine dauerhafte Dominanz will der Grazer aber offiziell nicht glauben. "In Malaysia haben wir schon aufgrund der hohen Temperaturen eine völlig andere Situation", meinte er. Nach dem optimalen Start habe Red Bull das Rennen nur noch nach Hamilton ausgerichtet. Als der Vorsprung auf den zweitplatzierten McLaren-Piloten dann groß genug war, schaltete Vettel in den Schongang. "Zuerst ist Sebastian mit der Motorleistung, dann auch mit dem Benzinverbrauch zurückgegangen", merkte Marko an.

Auf KERS hatte manvorerst verzichtet, "weil es nicht notwendig war." Für die Unterlegenheit von Webber werden technische Gründe vermutet: "Bei Mark wissen wir noch nicht, was da genau los war, aber es muss irgendwas im Fahrwerk gewesen sein", sagte Marko. "Mark war weder mit den weichen noch den harten Reifen richtig schnell. Dazu haben seine Reifen um ein Drittel schneller abgebaut als bei Sebastian. Er musste also voll am Limit fahren, damit er diese Platzierung ins Ziel bringt."  Das nächste Rennen steigt in zwei Wochen in Kuala Lumpur. (red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 286
1 2 3 4 5 6 7
haltamalgrantln
00
28.3.2011, 17:10
Doch eh ein gelungener Auftakt

Also bitte, der Vettel hat sicher nicht wegen KERS oder seiner Flügel (mal nicht die verliehenen seines Getränks) gewonnen. Das Auto ist überlegen und anscheinend ist er auch ein richtig guter Fahrer, gemessen am Teamkollegen. Ich finde den Auftakt zur Saison auf jeden Fall gelungen. Das Rennen war wenigstens spannender als die meisten der letzten Saison. Ich will das auf jeden Fall einmal live anschauen, habe da was gefunden, sehr mal: http://bit.ly/fpzYpr

Marvin Lasky
25
28.3.2011, 13:25
Ja, eh.......

wenn statt dem Vettel der Hermann Meier gewinnen würde, würden die Jubelpostings derselben Nerds nur so ausm Monitor tröpfeln. Hallo! Man merkt die Absicht!! Warum die Leute, die sich ja bei der F1 nur fadisieren, mim posten ihre Zeit verplempern, ist wahrscheinlich nur mit irgendwelchen Intelligenzdefekten zu erklären. Leute, die sich nie ein Apple-Produkt kaufen würden, müllen mit ihren Raunzereien jeden Apple-Thread zu! Leute, die F1 für lächerlich halten machen's auch so. NICHT zuschauen! Aber dann bitte auch die Pappn halten... Jenseits der Pubertät ist das nicht wirklich zu viel verlangt....

Eddi der Große
10
28.3.2011, 13:08

Die Saison wird so langweilig werden wie 2002 mit Schummel-Schumi. Vettel können wie damals Schumacher nur technische Defekte oder eigene Fehler stoppen. Ansonsten wird er alle Rennen gewinnen. Da werden auch KERS oder verstellbare Flügel nichts daran ändern.

The_One_Don
210
28.3.2011, 09:49
Weg mit dem Dreck

Flügerl raufklappen, Flügerl runterklappen - aber nur an zwei Stellen wenn der Mond günstig steht. KERS hin, KERS her, 8000 Knöpfe am Lenkrad und eine Reifenlotterie dass einem schön schlecht wird.

Raus mit dem Dreck und ein Schaltgetriebe rein. Kuppeln und mit einem Schaltknauf schalten - dann kann man die Herren auch wieder als "Fahrer" bezeichnen.

rafaelo 3
21
28.3.2011, 12:48

ja des waren ja auch noch männer was da früher aus den auto ausgstiegen sind oder,heut sind ja des figuren!

Carlos Bruni
00
29.3.2011, 11:08

Ja, früher war alles besser. Immer die alte Leier...

Blunzn
23
28.3.2011, 11:33
Schön wärs... *seufz*

...wird es nur leider nie wieder spielen.
Die F1 ist halt schon länger nicht mehr die Königsklasse für Rennfahrer, sondern die Königsklasse für Marketing. Siehe Titelgewinn durch eine Truppe die mit Motorsport eigentlich nix zu tun hat. Mit der entsprechenden Kohle kannst du sogar vollkommen talentfrei selbst mitfahren. Jetzt kommt dann noch der künstliche Regen um Gardena als Sponsor zu gewinnen. Gerade die Handschaltung war ein Garant für Spannung. Letztens war der Monza GP 1984 im TV. DAS waren noch Autorennen! Schade um diese schöne Zeit!

SagServus
10
28.3.2011, 13:28
Siehe Titelgewinn durch eine Truppe die mit Motorsport eigentlich nix zu tun hat.

Also so wie fast überall im Motorsport.

Blunzn
00
28.3.2011, 13:51
Naja....

...also wenn ich jetzt mal schnell an den Rallyesport, Tourenwagen oder an die Moto GP denke, sind es dort doch noch die Werkteams die bestimmend sind. Im Falle von RB in der F1, sehe ich doch ein reines Privatteam. Und wenn ich so darüber nachdenke... ist es nicht irgendwo bedenklich für das Image wenn plötzlich ein Autobauer, ein Technologieträger weniger aus seinen eigenen Möglichkeiten rausholen kann als ein Privater? Irgendwie strange wenn man sich das so überlegt...

iliae
00
28.3.2011, 21:52
aber wenn wir schon von der guten alten zeit reden ... früher waren die grad die werkteams rar, das ist eher ein zeichen der zeit das sich die großen hersteller ein f1-team leisten ...

aufgebaut und belebt wurde die f1 hauptsächlich durch privathersteller:
ferrari, lotus, brabham, mclaren, ligier, march, minardi, lola, williams, jordan, u.v.a ...

und siehe da: wirschaftl. schwierigkeiten und viele werke verabschiedeten sich wieder: honda, toyota, bmw, jaguar/ford, oder auch renault (ist nun ja auch mehrheitlich privat)
und neue privatteams können sich aus kostengründen fast nicht mehr etablieren: bsp. hrt

rb fällt da in eine eigene kategorie, benetton hat's vorexerziert und künftig viell. auch virgin:
die haben ihr geld wo anders gemacht und können ihre fahrenden werbeträger auch noch von der steuer abschreiben;
zwar viv, aber eben marketing pur

irgendwie versteh ich den kimi, dass er ralley fährt ;-)

Porqué no te callas?
00
28.3.2011, 15:10

ich sehe keinen großen unterschied zw red bull, mclaren oder williams. das eine team hat den namen eines getränks, die anderen haben die namen von personen. so what?

SagServus
00
28.3.2011, 14:11

Naja, das ist ja nicht das Problem von Red Bull wenn die Autobauer mit mehr Geld weniger zustande kommen.

Und wie du sagst, kann man Red Bull mit einem Privatteam vergleichen. Und das ist ja nun wirklich nichts neues im Motorsport.

Man kann natürlich schon festhalten das es von Motorsportklasse zu Motorsportklasse verschieden ist wie weit dort Privatteams unterwegs sind oder nicht.

Ijon
01
28.3.2011, 11:05
Stimmt...bis aufs Schaltgetriebe :-)

Ich glaub auch nicht das es der Weisheit letzter Schlusss sein kann Überholmaneuver künstlich herbeizuführen.
Schon gar nicht mit derart kruden Regeln wie sie dieses Jahr etabliert wurden.
Ich finde alle Autos sollten zu jeder Zeit im Rennen den gleichen Regeln unterworfen sein.

stuffy
00
28.3.2011, 09:37

Also ich weiss nicht ....

Die neuen Autos schauen immer mehr aus, wie aus einem Spielzeugkatalog ...

Das auf-zuklappende Flügerl erinnert an Transformers ...

Das Reglement wird auch immer kurioser, also für mich hat die F1 kaum mehr was mit einem Autorennen zu tun, mehr mit einem Technik- und Regelexzess ....

SagServus
00
28.3.2011, 09:47

Das Problem ist eher das die FIA jedes Jahr einen neuen Technik- und Regelkatalog aufstellt.

Die reden zwar davon das man die Formel 1 billiger machen will, wie das aber geht wenn man jedes Jahr neue technische Spielereien entwickeln muss, frage ich mich schon seit langem.

Die sollten mal das Regelwerk für min. 3 Jahre unverändert lassen, dann kann man auch kosteneffizienter arbeiten.

Max. Power
30
28.3.2011, 09:32
:....(

Armer, armer Heulonso, du tust mir sooooo leid :.(

Porqué no te callas?
00
28.3.2011, 15:11

wenigstens hilft er dir deine jämmerlichen komplexe auszuleben... :)

Porque não vai tomar no cu?
00
28.3.2011, 17:53

mach dir um mich mal keine sorgen :oI

waterpistolriot
00
28.3.2011, 09:16
Petrov

letztes Jahr meist "gebasheder" Fahrer des Jahres, und nach dem ersten Rennen das neue Sternchen. Schon lustig...

Was mich JETZT wirklich interessieren würde, wäre Kubica in diesem Auto! Aber ja - hätti wari!

iliae
00
28.3.2011, 11:16
was wäre wenn ...

... ja, das weiß man nicht ...

aber, wie's scheint beflügelt der nr.1-status den russen so richtig - kub. war 2010 ja auch nicht wirkl. nett zu ihm ...

waterpistolriot
00
28.3.2011, 11:30

das schlimme ist ja eigentlich, dass HEI die nummer 1 im team ist, also der russe wieder nur nummer 2. hoffe das hat sich spätestens seit gestern geändert. boullier hatte absolut recht, petrov trotz kritik zu behalten.

und ja, kub und pet waren sich keine freunde (aber auch sicher keine feinde). kub ist, so vermute ich, ein ziemlicher eigenbrödler.

iliae
00
28.3.2011, 11:38
ja nr.1, offiziell und vor dem rennen ...

nun wird heid.wohl eher erklärungsbedarf haben und wenn petrov halbwegs an seine eigene leistung anschließen kann, wird sein stand gefestigt sein.

naja kub.: eigenbrötler ja, aber petrov hat sich dann doch auch über ihn beschwert, was ihm teamintern sehrwohl übel genommen wurde ...

der wahre Hagen von Tronje
00
28.3.2011, 08:51
iDer Sieg zählt nicht...

.... der kommt ja nur von einem Getränkehersteller !

1116er
10
28.3.2011, 11:41
wer es versteht,

aus einem stück blech eine dose zu fertigen, diese mit zuckerwasser und viel warmer luft zu füllen und zu einem astronomischen preis zu verkaufen, für den ist die 'kunst' der formel 1 ein kinderspiel!

Herbert Prikopa1
02
28.3.2011, 09:06

Naja, dann ists ja noch peinlicher für die Hersteller- und reinen Racingteams, dass sie von einem Getränkehersteller bzw. einem Marketingunternehmen geschlagen werden....

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 286
1 2 3 4 5 6 7

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.