Führungswechsel

Larry Page: Google soll mehr wie ein Start-Up werden

26. März 2011, 12:59

Projekte innerhalb des Unternehmens sollen aussortiert werden

Am 4. April findet bei Google ein Wechsel der Führungsspitze statt: Google-Mitbegründer Larry Page wird das bisherige Amt von CEO Eric Schmidt übernehmen und möchte das Unternehmen umkrempeln - so ein Bericht des Wall Street Journals.

Entwicklung

Rund 200 Mitarbeiter hatte Google noch im Jahr 2001, zehn Jahre später sind es bereits 24.400. Page möchte die Unternehmensstruktur ändern und interne Projekte zum Teil in eigene Start-Ups verwandeln, ganz nach dem Vorbild von Youtube und Android. Eric Schmidt hingegen werde sich um gute Beziehungen zu Regierungen und anderen Unternehmen kümmern, Google-Mitgründer Sergey Brin werde sich "speziellen Projekten" widmen.

Neue Führung

Google wollte keine Stellung beziehen, doch heißt es aus Unternehmenskreisen, dass der angehende Google-Chef Page sich mit allen Projekten der Firma vertraut machen wolle. Er habe Produkt- und Entwicklungsmanager darum gebeten ihm Emails mit den eigenen Projekten zu schicken - wenn möglich in nicht mehr als 60 Wörtern zusammengefasst. Weiters habe Page die obersten Führungskräte dazu aufgefordert jeden Tag an einem öffentlichen Ort innerhalb des Google-Hauptquartiers zusammen zu arbeiten und sitzen, sodass Angestellte direkt mit ihnen sprechen können. Ein solches Zusammentreffen fand bereits statt, unter den Besuchern befanden sich angeblich Chief Legal Office David Drummond, Senior Vice President of Engineering Jeff Huber, Vice President of Product Management Jonathan Rosenberg und Youtube Chief Salar Kamangar.

Einige Manager befürchten, dass ihre Projekte heruntergestuft oder eingestellt werden könnten, wenn Page an deren Erfolg nicht glaube - darunter etwa Google Health, ein Dienst zur Online-Erfassung der eigenen Krankengeschichte.

Larry Page, 38 Jahre jung, ging in den vergangenen Wochen verstärkt auf Manager zu und fragte sie nach deren Problemen. Auch forderte der Google-Mitbegründer seine Mitarbeiter auf neue Praktiken für Meetings auszuarbeiten, Entscheidungsträger sollten nominiert werden und das Arbeiten am Laptop auf ein Minimum beschränkt - heißt es in dem Bericht.

Zu schwerfällig

Page will damit gegen die Schwerfälligkeit Googles beim Treffen von Entscheidungen ankommen. Google möchte sich schon lange nicht mehr ausschließlich auf das Betreiben seiner Suchmaschine beschränken, wenn auch diese mit 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr den höchsten Umsatzanteil ausmacht. Denn mit Facebook und Apple hat das Unternehmen neue Konkurrenz am Markt für mobile Inhalte und Online-Werbung bekommen.

Projekte mit Zukunft

Unternehmensnahe Personen erwarten, dass Page zunehmend auf grafische Online-Werbung, Youtube und Android setzten wird. Auch werde er sich neuen Geschäftsbereichen wie der Online-Geschäftssoftware-Abteilung mit Google Apps widmen und weiterhin Start-Ups einkaufen.

Langzeitprojekte wie fahrerlose Autos und sämtliche Bücher der Welt einzuscannen sollen auch fortgeführt werden, immerhin gelten sie als Lieblingsprojekte von Page. (red)

Kommentar posten
23 Postings
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102
27.3.2011, 03:04
Wäre Google nur ein Start-Up geblieben – die Welt hätte sich einen der turbokapitalistischsten, demokratiegefährdendsten, alles verschlingenden Monsterkonzern erspart.

Was die Datenkrake und der Quasi-Monopolist Google wirklich braucht, ist mehr Konkurrenz, um die Abzocke der Konsumenten und den Totalüberwachungs-Wahnsinn zu stoppen.

Die aberwitzigen 30 Milliarden (und noch viel mehr) US-Dollar Umsatz von Google – wo war mei Leistung – zahlt heute jeder Konsument über überhöhte Produktpreise mit. Als Gegenleitung macht uns Google zum totalüberwachten, gläsernen Menschen – zB mit Steet-View.

Und die Google-Österreich Mitarbeiter können noch so viele rote Stricherl verteilen, nichts desto trotz wird Google weltweit zu einer immer größeren Gefahr für die Menschenrechte.

Ludwig III
01
27.3.2011, 13:30
Sie wissen aber schon wovon Sie reden, oder?

Ich denke nämlich nicht. Vielleicht sollten Sie Ihre unfundierten Ausbrüche besser woanders hin richten. Ein paar Beispiele:

Google ist in der Fortune 500 Liste aus 2010 an Position 355.
Ganz vorne (nach Wall Mart) sind Shell, Mobil und BP. Konzerne also, die Sie bezahlen MÜSSEN um in die Arbeit zu kommen, wurscht ob öffentlich oder mit dem Auto.

Nummer 16 ist übrigens Volkswagen und der Rest der Top 100 sind Großteils andere Autofirmen, Energiekonzerne und (wer hätte es geglaubt) Banken und Versicherungen.

Sie können heute ohne Google sehr glücklich werden und würden nichts vermissen. Ohne Banken und Energie geht gar nichts. Und schlimmer: Die haben mehr Daten über Sie als Google. VIEL mehr.

Wanderfalke
00
27.3.2011, 19:41

viel mehr Daten haben Banken sicherlich nicht...hier sollten sie noch einmal ausführlich darüber nachdenken.
Was Datensammlung betrifft,..ist Google sicherlich einer der Favoriten auf dieser Welt.

gomaxgo
 
20
27.3.2011, 12:26
da legst di hi wenn man diesen krampf in dem posting da liesst grausts einen wieder vor der typischen OE megauebertreibung die primaer auf unwissen,

hoehrsagen und rumors basiert. wenn sie keine daten von sich weggeben wird keiner daten von ihnen haben, kapiert ? ausserdem nehmen sie einfach ein alias wenn sie sich irgendwo registrieren, so what ? es liegt ausschliesslich an IHNEN! google hat gar keine produkte fuer die geld verlangt wird ausser die anzeigen, so von was reden sie ? das einzige was google wirklich schlecht macht ist die kommunikation nach draussen ueber diese blogs und foren da dort fast nie probleme wirklich geloesst werden ausserdem ist eine starke tendenz zur talibanisierung von inhalten vorhanden, heiss aus youtube werden inhalte entfernt die z.B. einen engen bikini zeigen und adsense knallt keine anzeigen auf seiten mit woertern wie z.B. thongs, naughty girls etc.

Deserteur
22
26.3.2011, 22:03
Bei diesen enormen Mengen an Werbegeldern, die da in den Google-Schlund fließen...

...kann eine "Straffung und Bündelung" eigentlich nur den Sinn haben, das Kapital noch effizienter und gezielter für kommende offensive Expansionen in weitere lukrative Bereiche einzusetzen!... und damit die - abgesehen von facebook - ohnehin zunehmend verblassende Konkurrenz völlig platt zu machen...

Oder hat man so viel Respekt vor Facebook, dass man sich für den zu erwartenden Zweikampf entsprechend vorbereiten und rüsten zu müssen glaubt...
Google fürchtet offenbar ebenbürtige Mitspieler, die seinen geglückten Aufstieg stoppen und die erkämpfte Spitzenposition gefährden könnten!...
...inklusive möglicher Anzapfung des von Google beherrschten Werbemarktes!
Nicht ganz unbedenkliche Einstellung gegenüber der freien Marktwirtschaft!

Stephen Ferrando
21
26.3.2011, 21:51

Larry Page ist ein Wunderkind. One of a million, kind. Ein Genie der so nur jede 500 Jahre vorkommt.

Ich bin hoch begeistert wenn er ab 4. April übernehmen wird.

Jon Tomes
31
26.3.2011, 18:50
Ganz klar ist mir nicht

Wieso Larry keinen Überblick über alle Projekte hat.
Jedes Projekt wird üblicherweise vom Project Office budgetiert. Da sollten alle Infos zu allen Projekten zusammenlaufen.

jerry springer
11
26.3.2011, 20:43
vielleicht wollte er...

...eben diesem beamtendenken mal einen strich durch die rechnung machen: wir machen es,weil es budgetiert wurde.

Vormund von Peter W1
10
26.3.2011, 18:58

das steht eh alles im moma. die schreiben halt gern irgendwas in einen artikel.

paul der oktopus
02
26.3.2011, 15:14

"...interne Projekte zum Teil in eigene Start-Ups verwandeln, ganz nach dem Vorbild von Youtube und Android."

Das ist interessant. Zumal Youtube und Android keine internen Projekte waren, sondern aufgekauft wurden. Natürlich hat Google ein paar hervorragende Projekte selbst aus der Taufe gehoben, aber diese beiden Beispiele dafür find ich schon lustig.

aero seven
14
26.3.2011, 16:24

also, jetzt noch mal ganz langsam zum mitlesen: man will interne projekte zum teil in eigene start-ups verwandeln, ganz nach dem vorbild von youtube und android. moment... etwas sickern lassen.... genau! weil youtube und android beide ja eigene start-ups waren (die man dann gekauft hat). ganz anders als google-eigene projekte. jetzt will man anfangen auch eigene projekte ähnlich wie eigene start-ups zu behandeln.
puh, dieses sinnerfassende lesen macht einen fertig.
;-)

paul der oktopus
03
26.3.2011, 18:04

Die Zeiten in denen man etwas falsch verstehen durfte ohne gleich pisamäßig angepflaumt zu werden sind wohl vorbei?

Max Arnstein III.
 
00
27.3.2011, 11:17

In einer Ellbogengesellschaft wird das kleinste Stolpern den Mitläufern ein Sprungbrett für die eigene Beschleunigung.

aero seven
00
27.3.2011, 00:38

Hmm, sorry. Falsch verstehen gern, wenn sie dann ihr falsches Verständnis in die weite Welt posten kann's halt passieren, dass jemand anderes drauf herum "pflaumt". Hilft ja doch das Verständnis wieder gerade zu biegen - sehen sie's als Teamleistung.
;-)

Jon Tomes
03
26.3.2011, 18:45

Ich bin auf ihrer Seite. Schlechte Beispiele, schlecht formuliert.

xEurocent
00
26.3.2011, 18:19

Welcome to the internets!

Hectic
00
27.3.2011, 00:10

gnihihihi

jerry springer
15
26.3.2011, 14:35
die 60 worte...

...gefallen mir. in 5 zeilen soll man es spannend machen, das ist schon fast eine literarische anforderung, wo die erste zeile entscheidet, ob man weiter lesen möchte. ich würde diese mails gerne lesen.

broncoo
00
27.3.2011, 17:59

ich find' die Leute immer klasse, die die schwierigsten Dinge schnellstens in Volksschuldeutsch erklärt haben wollen und im Nachhinein meckern, man wäre nicht detailliert genug gewesen - erklärt man's dann, heißts, man könnte schon wieder aufhören, weil "ich's eh nicht versteh" ...

Orbit Ohne Zucker
00
26.3.2011, 18:35

Ich auch :-)
Sollte aber schaffbar sein, das eigene Projekt derart zu beschreiben: was machen wir, was wird dadurch besser, wie lange dauert es, was kostet es, was passiert wenn wir es nicht machen. Fertig.

Jollis
00
26.3.2011, 18:09

das es spannend sein soll, ob ob nach der ersten zeile weitergelesen wird, das interpretieren sie jetzt alles willkürlich hinein.

wenn page sagt er möchte einen überblick über alle projekte bekommen, erkenne ich aus diesem statement noch keine absicht ein auswahlverfahren anhand von 60 wörtern durchzuführen. ;)

jerry springer
00
26.3.2011, 20:36
willkür?

ich vermute, sie haben im ganzen leben noch nie etwas verkauft bzw. einen text geschrieben mit dem anspruch, den leser zu fesseln. was man tatsächlich fordert, wenn man einem manager abverlangt, ein projekt in 60 worten zu beschreiben, sind unique selling points. und ja, ich schätze, das werden die tasächlich schaffen müssen, denn kunden haben in der werbebranche auch nicht viel länger zeit.

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