Projekte innerhalb des Unternehmens sollen aussortiert werden
Am 4. April findet bei Google ein Wechsel der Führungsspitze statt: Google-Mitbegründer Larry Page wird
das bisherige Amt von CEO Eric Schmidt übernehmen und möchte das
Unternehmen umkrempeln - so ein Bericht des Wall Street Journals.
Entwicklung
Rund 200 Mitarbeiter hatte Google noch im Jahr 2001, zehn Jahre
später sind es bereits 24.400. Page möchte die Unternehmensstruktur ändern und interne Projekte zum Teil in eigene Start-Ups verwandeln, ganz nach dem Vorbild von Youtube und Android. Eric Schmidt hingegen werde sich um gute Beziehungen zu Regierungen und anderen Unternehmen kümmern, Google-Mitgründer Sergey Brin werde sich "speziellen Projekten" widmen.
Neue Führung
Google wollte keine Stellung beziehen, doch heißt es aus Unternehmenskreisen, dass der angehende Google-Chef Page sich mit allen Projekten der Firma vertraut machen wolle. Er habe Produkt- und Entwicklungsmanager darum gebeten ihm Emails mit den eigenen Projekten zu schicken - wenn möglich in nicht mehr als 60 Wörtern zusammengefasst. Weiters habe Page die obersten Führungskräte dazu aufgefordert jeden Tag an einem öffentlichen Ort innerhalb des Google-Hauptquartiers zusammen zu arbeiten und sitzen, sodass Angestellte direkt mit ihnen sprechen können. Ein solches Zusammentreffen fand bereits statt, unter den Besuchern befanden sich angeblich Chief Legal Office David Drummond, Senior Vice President of Engineering Jeff Huber, Vice President of Product Management Jonathan Rosenberg und Youtube Chief Salar Kamangar.
Einige Manager befürchten, dass ihre Projekte heruntergestuft oder eingestellt werden könnten, wenn Page an deren Erfolg nicht glaube - darunter etwa Google Health, ein Dienst zur Online-Erfassung der eigenen Krankengeschichte.
Larry Page, 38 Jahre jung, ging in den vergangenen Wochen verstärkt auf Manager zu und fragte sie nach deren Problemen. Auch forderte der Google-Mitbegründer seine Mitarbeiter auf neue Praktiken für Meetings auszuarbeiten, Entscheidungsträger sollten nominiert werden und das Arbeiten am Laptop auf ein Minimum beschränkt - heißt es in dem Bericht.
Zu schwerfällig
Page will damit gegen die Schwerfälligkeit Googles beim Treffen von Entscheidungen ankommen. Google möchte sich schon lange nicht mehr ausschließlich auf das Betreiben seiner Suchmaschine beschränken, wenn auch diese mit 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr den höchsten Umsatzanteil ausmacht. Denn mit Facebook und Apple hat das Unternehmen neue Konkurrenz am Markt für mobile Inhalte und Online-Werbung bekommen.
Projekte mit Zukunft
Unternehmensnahe Personen erwarten, dass Page zunehmend auf grafische Online-Werbung, Youtube und Android setzten wird. Auch werde er sich neuen Geschäftsbereichen wie der Online-Geschäftssoftware-Abteilung mit Google Apps widmen und weiterhin Start-Ups einkaufen.
Langzeitprojekte wie fahrerlose Autos und sämtliche Bücher der Welt einzuscannen sollen auch fortgeführt werden, immerhin gelten sie als Lieblingsprojekte von Page. (red)