Web-Videos: Kurz-URLs statt Codec-Frust

26. März 2011 10:42

"Vid.ly" verspricht einfaches Abspielen mit allen Browsern und Geräten

Aufgrund von Format-Differenzen und Codec-Streits ist es heutzutage schwer, Web-Videos so bereitzustellen, dass sie wirklich unter allen Browsern und auf allen Geräten laufen. Das Unternehmen Encoding.com hat nun mit Vid.ly einen Dienst in die offene Betaphase gestartet, der Abhilfe verspricht. Das Service wandelt ein Video automatisch in etliche gängige Formate um und stellt eine Kurz-URL bereit. Dieser eine Link liefert den Content dann jedem User in einer passender Form - ob nun für Firefox auf einem Windows-PC, Safari auf dem iPad oder Opera Mini auf dem Handy.

Codec-Chaos

Theoretisch macht HTML5 es leichter denn je, Web-Videos bereitzustellen. Doch Inhalte-Anbieter leiden unter den Auswirkungen des tobenden Codec-Kriegs. So hat Google kürzlich H.264 auf die Chrome-Abschussliste gesetzt, während Apple eben dieses Format selbst mit Klagen gegen Konkurrenten wie Ogg Theora durchsetzen will. Für Content-Schaffende bedeutet das, dass es allenfalls mit großem Aufwand möglich ist, ein Video so bereitzustellen, dass es wirklich auf jedem Endgerät und unter jedem Browser läuft.

"Vid.ly löst für Video-Content-Produzenten das komplexe Problem auf elegante Weise", meint Encoding.com-Präsident Jeff Malkin. Der Dienst konvertiert ein Video nach dem Upload in aktuell 14 verschiedene Formate. Beim Aufruf der Kurz-URL liefert das System den Inhalt automatisch in für Browser und Endgerät passender Form und Größe. So erfolgt die Wiedergabe unter Firefox oder Opera auf dem Desktop mittels Ogg-Codecs, während iPhone und iPad H.264-Video mit verschiedenen Auflösungen bekommen. Ebenso verspricht Vid.ly wiedergabefähige Formate für Android-Smartphones, BlackBerrys oder die PSP.

Profi-Pläne

In der aktuellenBeta-Phase von Vid.ly kann jeder einfach und kostenlos einzelne Videos mit einem Universal-Kürzel aufbereiten. In dieser Form ist das Angebot aber wohl eher für den Privatgebrauch interessant. In weiterer Folge plant Encoding.com mit "Vid.ly Pro" aber auch ein Produkt, das sich an professionelle Medienschaffende richtet. Dieses wird unter anderem eine einfache Verwaltung vieler Vid.ly-Links, eine bessere Integration in unternehmenseigene Content-Delivery-Netzwerke sowie adaptive Bitraten bei der Wiedergabe auuf Apples iOS-Geräten bieten. (pte)

Links

Vid.ly

haggle.123
26.03.2011 18:17

Hört sich nach einem nützlichen Service an.

silwol
26.03.2011 16:36

Habe mir mal die Liste der Codecs für die unterschiedlichen Browser angesehen. Und da ist nirgends WebM dabei. Wenn man heute so ein Service aufzieht, dann gehört das auf jeden Fall dazu.

silwol
26.03.2011 16:37

Okay, hab nochmal genauer nachgesehen und es doch noch gefunden. Nehme alles zurück.

Andreas Grois
26.03.2011 11:22
Diese blöde Situation im Code-Streit...

Es ist zum aus der Haut fahren. Wie schon bei den Audio-Codecs (das technisch überlegene OGG-Vorbis gegen MP3) hat man das Problem, dass ein Codec sehr gute Unterstützung von Seiten der Hardwarehersteller bekommt, obwohl aus lizenz- und patentrechtlichen Gründen andere Codecs zu bevorzugen wären.
Naja, wenn Google konsequent h.264 aus Youtube verbannen und auch keinen Flash-Player mehr anbieten würde, hätte es die Marktmacht, h.264 zu verdrängen. Ich bin mir aber sicher, dass das nicht passieren wird.

Bumbu
 
26.03.2011 12:38
Naja, wenn Google konsequent h.264 aus Youtube verbannen und auch keinen Flash-Player mehr anbieten würde,

Da würde ich dazu applaudieren, denn ein sach­verständiger Diktator ist (zumindest in diesem Fall) besser als eine Horde lizenzgeiler Patent­vermarkter (Timokratie) oder die Masse unver­ständiger Anwender mit vorinstallierten „Gratis“-Codecs (Ochlokratie)

Aber mit schnellen Resultaten ist nicht zu rechnen. Flash wird allein durch seine riesigen Altbestände das Netz noch jahrelang plagen, und H.264 wahrscheinlich auch — zwar gibt es (noch) nicht soviele H.264-Videos ohne Flash-Container, aber das Format ist außerhalb des Web so verbreitet, daß es nicht langfristig fernzuhalten ist, zumal es jetzt ja auch permanent kostenfrei bleiben wird.

Zwei Und Vierzig
26.03.2011 11:16
.ly = Libyen

Hmmm...

Herman Toothrot
28.03.2011 11:33

ug.ly

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