Der Tod kommt in Jürg Schubigers Kinderbuch als alter, knochig grauer, hässlicher Mann
Es gibt Themen, die wollen umschifft werden. Da fällt auch gerne der Satz: "Frag das die Mama." Nur bitte, bitte frag nicht mich. Stichwort Aufklärung. Ja, das ist feige und nicht richtig. Man ist aber auch nur ein Mensch.
Ähnlich ergeht es einem, wenn es um den Tod geht. Jürg Schubiger hat sich des schwierigen Themas angenommen. "Als der Tod zu uns kam", heißt sein Buch für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr. Für die Illustrationen sorgt Rotraut Susanne Berner. Wer ihre Wimmelbücher kennt, wird den ihr eigenen Stil schon von der Weite auf dem Cover erkennen. Hier gibt sie den Gesichtern mehr Konturen, zeigt die Emotionen wie Trauer aber auch Neugier.
Der Tod kommt als alter, knochig grauer, hässlicher Mann. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive eines Mädchens. "Er schien auf der Durchreise zu sein", heißt es. Der Tod stolpert - und bleibt schließlich. Als ausgerechnet der kleine Bruder des Mädchens stirbt, ist selbst der Tod traurig: "'Was ich da wieder angestellt habe', seufzte er und weinte eine Träne nach der anderen."
Wie gut, dass er weiterzieht. Ab diesem Zeitpunkt wird das Leben bewusster wahrgenommen: "Wenn ein neuer Tag beginnt, wünschen wir uns seither einen guten Morgen", lässt Schubiger das Mädchen sagen. Ein Happy End kann es da einfach nicht geben. (Peter Mayr/Der Standard/26/03/2011)
Als der Tod zu uns kam
Jürg Schubiger, Rotraut Susanne
32 Seiten, € 14,30
Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2011