Honeycomb

Google hält Source Code von Android 3.0 vorerst unter Verschluss

Andreas Proschofsky, 25. März 2011 09:55

Will warten bis neue Softwaregeneration auch für Smartphones fertig ist - Verstärkte Kontrolle über Plattform?

Auch wenn weite Teile von Android Open Source sind, hat man bei Google doch eine eher konservative Herangehensweise an die Freigabe des Codes gewählt: Statt einer wirklich offenen Entwicklung, gibt es regelmäßige "Code Drops", in denen die Entwicklungen der letzten Monate zusammengefasst werden. Üblicherweise nimmt man diesen Schritt direkt nach der offiziellen Ankündigung einer Android-Version vor, insofern fällt auf, dass dieser Schritt für das aktuelle Android 3.0 "Honeycomb" noch nicht erfolgt ist. Und das durchaus mit Absicht, wie nun ein Artikel von Businessweek verrät.

Unter Verschluss

Demnach will Google den Source Code von "Honeycomb" vorerst unter Verschluss halten, dies bestätigt das Unternehmen zwischenzeitlich auch in einer offiziellen Stellungnahme. Der Grund dafür: Man möchte verhindern, dass Dritthersteller die jetzige Release auf Smartphones portieren, ist der Source Code einmal freigegeben könnte man dies ja nicht mehr verhindern. Dies würde aber Android 3.0 ziemlich schlecht aussehen lassen, sei "Honeycomb" derzeit doch noch nicht für solche Gerätetype geeignet.

Abkürzungen

In diesem Zusammenhang bekennt das Unternehmen auch recht offen, dass man für eine zeitgerechte Fertigstellung der ersten für Tablets optimierten Softwareversion, einige "Abkürzungen" genommen hat. Entsprechend seien die zahlreichen neuen User-Interface-Konzepte wie das erweiterte Multitasking oder das neue Benachrichtigungssystem noch nicht für Smartphones angepasst worden. Hier hat man wohl nicht zuletzt unter dem Druck der Hersteller agiert, die ersten Honeycomb-Tablets noch vor dem iPad 2 auf den Markt zu bringen

Ice Cream Sandwich

Als einen Abgang von einer Open-Source-Strategie soll man diesen Schritt allerdings nicht verstehen, versichert man bei Google. Die nächste Freigabe des Source Codes werde einfach zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, eben nachdem man auch Smartphones zur eigenen Zufriedenheit unterstützt. Bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen hier nicht gleich auf die darauf folgende Release "Ice Cream Sandwich" wartet, die ja laut Noch-Google-CEO Eric Schmidt die Tablet- und Smartphone-Fassungen des Betriebssystems wieder zusammenführen soll.

Kontrolle

Der Schritt darf wohl auch als ein Versuch Googles verstanden werden, eine stärkere Kontrolle über die Android-Plattform auszuüben. Erst vor einigen Monaten hatte sich das Unternehmen öffentlich unzufrieden darüber gezeigt, dass einige Hersteller das nach eigenen Vorstellungen nicht dafür geeignete Android 2.x auf Tablets portiert. Mit dem jetzigen Schritt verhindert man jetzt recht aktiv den umgekehrten Effekt in Bezug auf Honeycomb.

Ausnahmen

Übrigens gilt die Einschränkung nur für die öffentliche Freigabe des Source Codes, Partner-Unternehmen in der "Open Handset Alliance" - darunter Samsung, Motorola und HTC - haben bereits Zugriff auf den "Honeycomb"-Code. Diese werden sich freilich hüten, vorzeitig Android 3.0-Smartphones auf den Markt zu bringen - immerhin will man wohl kaum das gute Verhältnis zu Google gefährden. 

SDK

Erste Honeycomb-Portierungen auf Smartphones gibt es trotzdem bereits, die weltweit Community hat sich hierfür des vor einigen Wochen freigegebenen Software Development Kits bedient. Wirklich funktional oder sonderlich performant sind solche experimentellen Lösungen natürlich nicht, insofern besteht auch nicht die Gefahr, dass Hardwarehersteller eigene Geräte mit solchen Bastellösungen auf den Markt bringen. (apo, derStandard.at, 25.03.11)

Der WebStandard auf Facebook

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 56
1 2
/dev/stderr
26.03.2011 15:03
Ja, Google (eigentlich jedes OS Projekt) darf das!

https://secure.wikimedia.org/wikipedia... ar#Content

Hermine Berg
 
25.03.2011 23:22
duerfen die das?

ist das nicht eine gpl-verletzung?

C2H6O
26.03.2011 10:16

Zumindest bei den GPL-Teilen nicht, nur wird es halt niemanden interessieren dagegen vorzugehen.

Ministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
25.03.2011 19:58
die ganze strategie von google ist höchst seltsam

sie könnten den einsatz von android ganz einfach über markenrechte kontrollieren. dann könnten fleissige chinesen schrottige handys mit einem eigenen honeycomb-build basteln, sie dürften es halt nicht android nennen -> keine gefahr der markenbeschädigung. außerdem kann man damit auch die crapware-ambitonen und andere auswüchse der provider wirksam unterbinden.

stattdessen sitzen sie am source code (GPL-verletzung?) und lassen sich den ruf von crapware-verseuchten handys ohne updatefähigkeit verderben.

edurkheim
26.03.2011 07:46
OpenSource im Massen- und Konsumer-Bereich ist ein relativ neues Feld

Ich glaube da muss man auch neue Wege gehen. Einfach dogamatisch nach Ideolgie bringt nichts.

Die größte Gefahr im Konsumer-Bereich IMO ist dass das Sytem zersplittert - sowie Linux am Desktop.

Am Desktop sind ja auch die Distributionen markenrechtlich geschützt. RedHat heißt nur RedHat.

Trotzdem kommt es bei einer Zersplitterung dazu, dass das Ökosystem leidet. (von ganz simple: Soll man sich nur als Anfänger ein Redhat Buch kaufen oder ein Ubuntu, Gnome oder KDE, bis fragen der Programmierung).

Im IT-Profi-Bereich (am Server) ist das was anderes als im Massenmarkt.

Und ich glaube Google macht das da richtig.

Ministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
28.03.2011 12:02

copycat-distris ohne den namen andriod wären noch keine zersplitterung. wär, um beim vergleich zu bleiben, eher wie red hat und centos. aber google könnte (nicht zuletzt im interesse der anwender) gewisse standards vorschreiben.
wenn man jeden schrott damit ausliefern darf ist das jedenfalls nicht gut für die marke. irgendwas werden sie sich wohl dabei gedacht haben, aber ich seh's nicht und ihr posting erklärt es auch nicht.

the man they couldn't hang
25.03.2011 23:27
man kann keine gpl verletzten ...

wo es kein gpl gibt.

android (bis auf dem linux kernel) ist hautpsächlich unter der apache lizenz freigegeben.
außerdem besitzt die OHA ja das copyright für den android-code.

Ministerium für Arbeit und Wirtschaft AG
28.03.2011 12:00

"hauptsächlich" ist halt nicht genug, ein paar device driver geschichten oder sowas sind vermutlich auch dabei, und die sind dann wohl GPL

unbeliever
25.03.2011 17:34
zumindest,

geht Apple mit dem Begriff Open Source ehrlicher um.

Da wird der Code der open source Komponenten sofort unter http://www.opensource.apple.com/ veröffentlicht.

Ehrlich gesagt, der Begriff Open Source bei Android wird immer mehr zu einem Marketing schmäh..

/dev/stderr
26.03.2011 15:02

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Kresse halten.
Hier zur Weiterbildung: https://secure.wikimedia.org/wikipedia... ar#Content

curricula
26.03.2011 11:21

lol - aus welchem Universum kommst du?

royalrider
25.03.2011 17:12
Sorry für OT,

aber bei "Honeycomb" muss ich immer an kleine Androidbienchen denken, die fleissig den Datenhonig für Google sammeln. ;)

LBM
26.03.2011 12:37

hast du das auch bei facebook gepostet?

Deci
25.03.2011 17:19

Und genau deswegen solltest du iOS benutzen.

Fuzzface
26.03.2011 14:27

Das nicht, aber die tiefgläubigen Fandroids sollten in Zukunft vielleicht etwas zurückhaltender mit ihrem "Freiheits"-Geplärre sein :-)

yomellamo
25.03.2011 17:24

*LOL* :)

unbeliever
25.03.2011 16:49
in anderen Worten

Android ist absofort genau so OpenSource wie MacOS X oder iOS. Beide haben BSD Lizenzen und ein mit einen OpenSource Kernel als Basis.

Einziger unterschied ist, dass Apple seine Sourcecode public macht (http://www.opensource.apple.com/). Also in anderen Worten, Apple ist jetzt mehr Opensource als Google..

wer hätte das gedacht

Hagbard.Celine
27.03.2011 21:57

Der Source Code von iOS ist vollständig closed. Das Zeug auf der Website ist nur die Toolchain, um Programme für iOS zu erstellen.

Lesen-Denken-Posten.

Bird_Of_Prey
26.03.2011 12:12
Wieder mal so ein Unsinn!

Bitte nicht so einen Unsinn^2 verbreiten.
Wer bitte sagt, dass Google den Sourcecode nicht veröffentlicht?
Niemand!
Hier steht nur: er wird nicht JETZT veröffentlich!
Der Grund wird auch angegeben: es gibt leider Idioten, die glauben, das die Angaben betreffs Einsatzgebiet von Google nur aus Spass gemacht werden/wurden!
Daher muss der aktuelle Code noch an die Smartphone-Umgebung angepasst werden. Punkt! Und der aktuelle Code in den Tablets ist eigentlich Müll.

(°)(°)
26.03.2011 18:51
Idioten

bei den Androiden?

Hermine Berg
 
25.03.2011 23:23
mac os X hat keine bsd lizenz

nur der xnu kernel und darwin haben eine apple-open source lizenz, die speziell das linken mit closed source erlaubt.

le_n00b
25.03.2011 16:15
(°)(°)
25.03.2011 15:26
Open source, ne?

Deci
25.03.2011 17:22
Ist dein Nickname eigentlich ein Produkt des Tittenentzugs unter iOS?

(°)(°)
26.03.2011 18:53

Gibt deiner deine Shwanclänge in Metern an?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 56
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.