Baustart für die neuen Sofiensäle

Martina Stemmer, 24. März 2011, 21:18
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    Der ehemalige Tanzsaal der Sofiensäle bekommt ein Dach und wird zur öffentlichen Ausstellungshalle, die Logen werden zu Künstlerateliers umfunktioniert.

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Der Bau-Clan Soravia baut die Ruine zu einem Wohnhaus mit angeschlossener Kulturstätte um - und erhält dabei finanzielle Unterstützung von der Stadt Wien

Vor zehn Jahren brannten die Sofiensäle ab, jetzt baut der Bau-Clan Soravia die Ruine zu einem Wohnhaus mit angeschlossener Kulturstätte um - und erhält dabei finanzielle Unterstützung von der Stadt Wien.

***

Wien - Für Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP) und Bauunternehmer Erwin Soravia ist die neue "Sofie" jetzt schon ein Musterbeispiel für ein gelungenes Public-Private-Partnership-Projekt. "Das Gebäude wird wieder einer kulturellen Nutzung zugeführt und öffentlich zugänglich sein", sagt Mailath-Pokorny.

88 Wohnungen will der bekannte Kärntner Bau-Clan Soravia, der das 12.000 Quadratmeter große Grundstück im dritten Bezirk gekauft hat, ab April errichten - und verpflichtet sich, den ehemaligen Tanzsaal ohne öffentliche Gelder künstlerisch zu bespielen. "Die Leiche liegt seit 16 Jahren", sagt Soravia, "da hat sich lange niemand drübergetraut".

Zwei Millionen von der Stadt

Sich selbst traut Soravia die Wiederbelebung des Gebäudes, das 2001 bis auf die Grundmauern abbrannte und davor sechs Jahre lang leer stand, ohne Weiteres zu. Schließlich habe er in den letzten Jahren eine ganze Reihe von künstlerischen Projekten gefördert. Beim Projekt Sofiensäle erhält Soravia selbst Unterstützung. Die Stadt Wien macht für die Restaurierung des denkmalgeschützten Teils zwei Millionen Euro locker. Ein Umstand, der bereits für Kritik sorgte - der STANDARD berichtete. Es handle sich hier um ein derart wertvolles Grundstück, dass es kein Problem sein könne, einen Investor zu finden, der das Projekt selbst finanziere, monierten Insider. Zudem hätten die Soravias wahrlich keine Förderung nötig.

"Damit erkauft sich die Stadt die denkmalschützerische Sanierung des Gebäudes und stellt sicher, dass sich dort Künstler entwickeln können", sagt der Kulturstadtrat. Auch der grüne Koalitionspartner steht hinter der Förderung. "Wenn man einen Partner hat, der bereit ist, privat Geld zu investieren und das Gebäude dann öffentlich zugänglich macht, kann man nicht Nein sagen", sagt der Kultursprecher Klaus Werner-Lobo.

Zurück zur Finanzstadträtin

Die grüne Zustimmung zum Förderansuchen erreichte Mailath-Pokorny im vergangenen Dezember aber auch mit dem Hinweis, dass für das Jahr 2010 noch vier Millionen Euro für derartige Projekte im Kultur-Topf seien - und diese bei Nichtausschöpfung mit Ende des Jahres wieder an die Finanzstadträtin zurückfließen würden. Da erschien die Förderung der Sofiensäle dann doch sinnvoller.

Insgesamt werden rund 46 Millionen in das Gebäude investiert. Ein Teil der Wohnungen soll vom stadteigenen Wohnservice vergeben werden und einer Mietobergrenze unterliegen. Der Festsaal bekommt ein Dach und wird künftig als öffentlich zugängliche Ausstellungshalle dienen. Die neue "Sofie" soll 2013 fertig sein. (Martina Stemmer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.3.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
1 2
gimme hope
00
16.2.2012, 11:36
Provokant gesprochen

. zuerst ungestraft abbrennen und jahrelang verkommen lassen, ohne in eine Renovierung / Sanierung zu investieren (m.W. ein NÖ Unternehmer)

. dann zu einem überhöhten Preis an die Stadt verkaufen, da es sich um ein denkmalgeschütztes, fpr die Allgemeinheit zu erhaltendes Objekt handelt

. dann eine stadtnahe Betreibergesellschaft (Arwag) mit der ideenlosen, architektonischen Umsetzung und einer (wenn man dem vorangegangenen Posting trauen darf) dem Firmen-Leitgrundsatz ('leistbarer Wohnraum') zutiefst widersprechenden Vermarktung beauftragen

In diesem Modell gibt es nur einen Gewinner: den ehemaligen Eigentümer der Sophiensäle (siehe oben)

MicAv
00
11.11.2011, 19:48
fein rausgeputzt

hat nichts genutzt!

HTK
00
30.9.2011, 10:58

Hat sich also ausgezahlt die Brandstiftung.

Datenmeer
00
28.9.2011, 19:50
Kaufpreise Sophiensäle

Hab mich heute bei www.arwag.at wegen der Preise für die Eigentumswohnungen erkundigt. Schlappe 4600,- pro m2 Durchschnittspreis (!). Ziemliche 08/15 Neubauarchitektur der Wohnungen, aber in Zeiten von Wirtschaftskrisenwahnsinn ist wohl alles möglich... :-/

Karl-Friedrich Sattmann (ehem. Tschuggi)
01
So ein Vollsch**ß

Nur mehr Investorenprojekte ohne Charakter von den immergleichen Vollid***en.

torch
 
00
31.7.2011, 23:13

Das Projekt ist nun mal wieder eine echte Bereicherung !

BK W. Shoyssel
00
10.6.2011, 11:33
zum Weinen.

die Brandruine hatte mehr Flair.

BK W. Shoyssel
00
10.6.2011, 10:06
Damit erkauft sich die Stadt die denkmalschützerische Sanierung des Gebäudes

Ein Irrsinn.
Den Denkmalschutz muss man nicht erkaufen. Ma muss ihn durchsetzen.

Die Stadt Wien hätte z.B. selber bauen können. Viel hässlicher hätt's auch nicht werden können.

Der zweitbeste Finanzminister :-)))
27
29.3.2011, 07:27

Wohnbauten der 50er und 60er Jahre finde ich hübscher als das da. Auch der Sarkophag in Tschernobyl gefällt mir besser.

Briefmarkenkleber
00

ann werden Sie beim nächsten Umzug viel Geld sparen.

Lord Schaumloeffel
01
28.3.2011, 13:21
bin schon auf die kulturstätte gespannt

wahrscheinlich eine verkaufsstelle des ögb wo man karten fürs theater akzent kriegt...

biggi729
21
28.3.2011, 10:13

allen unkenrufen hier zum trotz: ich finde das projekt auf der zeichnung wirklich nicht schlecht, da hab ich schon schlimmeres gesehen.

Seriöser Hütchenspieler
03
26.3.2011, 19:15
Und es gab gar keine Laska-Firma....

....die das - sagen wir mal - für 50 Mio EUR Steuergeld auch geschafft hätte ?

Bin nun doch etwas überrascht...

werwolfi
01
25.3.2011, 23:03

"...noch vier Millionen Euro für derartige Projekte im Kultur-Topf seien - und diese bei Nichtausschöpfung mit Ende des Jahres wieder an die Finanzstadträtin zurückfließen würden."

der selbe schwachsinn allüberall, auf den unis, in firmen, am öffentlichen sektor:

statt dass einsparungen belohnt würden, bekommen die sparer gern im nächsten jahr um die gesparte summe weniger budget - und hauen daher das ganze im letzten moment noch für unnötigstes zeugs raus...

artpepper
00
25.3.2011, 20:59
Wien und die Lehren der Vergangenheit

Gab's da nicht für kurze Zeit einen Club namens "Birdland" eines gewissen Herrn Z.? Für diesen Club wurde doch auch Geld "nur" für den Umbau locker gemacht, bespielt werden sollte er dann ganz ohne öffentliche Gelder. Hat ja auch prächtig funktioniert. Und wird hier sicher ebenso gut klappen.

eels
12
25.3.2011, 20:07

was soll denn jetzt der schaiss bitte?
das is ja hammerhässlich. schad um das gute stück :-(

David-Lauritz
78
25.3.2011, 18:57
Architektonische Frechheit

Wieder einmal wird die abgedroschene Idee von Alt und Neu dazu verwendet, historische Ensembles zu zerstören. Passt dieser Bau in ein Ensemble von Gründerzeithäüsern? Wieso zerstört man wieder einmal den Charakter Wiens? Und ich fürchte, dass die Präpotenz wieder einmal so groß ist, dass der Bau etwas größer als die umliegenden ist und diese damit zu entwertenn versucht. In Berlin ist man viel moderner und baut das alte Schloss wieder auf. Warum baut man die Sophiensäle nicht originalgetreu wieder auf?

der paulek
68
28.3.2011, 09:30
genau

reissen wir endlich allen modernen gebäude aus den letzten 2500 jahren ab und kehren zurück in zeit, als es wirklich architektur gegeben hat.
was für ein schwachsinn!!

Wittgenstein
14
90%

von den Bauten abzureissen, die in den letzten 60 Jahren entstanden sind, würde schon reichen. Und bei den grauslichen Wiener Gemeindebauten darf man auch noch weiter zurück abreissen.

kurt kren
00
25.3.2011, 22:01
Es würde

niemanden geben, der damit Gewinn machen könnte!

kurt kren
07
25.3.2011, 18:32
ein schlechter Witz!

anstatt für die Entfernung des penetrant fetten 'Soravia Wings' zu sorgen, gibt der Kulturstadtrat diesen Leuten erneut die Möglichkeit ihren schlechten Geschmack in Wien zu manifestieren; eine Bettenburg, aufgesetzt auf eine Brandruine, deren Substanz mittlerweile so schlecht ist, dass ein Abbruch die einzig seriöse Möglichkeit ist; ein vermutlich 'sehr günstig' erworbenes Grundstück - dies alles unter dem Deckmantel von Kultur; nach 20 Jahren ist die Substanz von alt & neu so schlecht, daß tatsächlich nur der Abbruch bleibt, bis dahin lukriert man schöne Gewinne und hat danach als Zugabe, ein schönes Grundstück in bester Lage zur freien Disposition!

TRex30M
00
25.3.2011, 17:19

Ich hätte gerne gesehen, wie man diese Ruine endlich abreisst.
Leider geht mein Wunsch nicht in Erfüllung...

Irrer Wahnsinn
32
25.3.2011, 16:18
Hm,

eine neue Location für die Bobos und Möchtegerns der Grünen "Mindestlohn" Partei.

finisterra
04
25.3.2011, 15:21
Leider

wieder eine geschminkte Leiche

rohrspatz
03
25.3.2011, 13:18
lieber standard

bei "journalistischen" aufbereitungen von bauträger pr-artikeln könnten sie sich wenigstens die mühe die architekten zu recherchieren.

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