Vorarlberg

Bahn fährt im Rheintal der Straße davon

24. März 2011, 18:44
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    foto: öbb

    Der schnelle Fernverkehr braucht regionale Infrastruktur. Die neue Rheinbrücke in Lustenau ist Teil der Bahnstrecke von Zürich nach München und soll auch den Nahverkehr beschleunigen.

90 Millionen Euro werden in die Bahninfrastruktur zwischen Bregenz und Schweizer Grenze investiert – Während der Bahnausbau unbestritten ist, wird über eine neue Straßenverbindung wieder kräftig gestritten

In zehn Minuten von Bregenz in die Schweiz: Der Traum von der schnellen Verbindung wird spätestens 2015 für Zugreisende wahr. 90 Millionen Euro wird die Modernisierung der neun Kilometer kurzen Bahnstrecke zwischen Lauterach und St. Margrethen (Schweiz) kosten. Mit großem Bahnhof für die Verkehrsministerinnen Doris Bures und Doris Leuthard wurde der Baubeginn am Donnerstag in Lustenau gefeiert. Man zeigte sich stolz über die gelungene Kooperation: Die Schweiz steuert für die neue, hochwassersichere Brücke über den Rhein 20 Millionen Euro bei, das Land Vorarlberg finanziert das Gesamtprojekt mit zwölf Millionen mit, die EU hat die Planungskosten mit 1,5 Millionen unterstützt.

Fernziel ist die schnelle Verbindung Zürich-München. Eine Stunde könne man einsparen, verspricht Bundesrätin Doris Leuthard, München sei dann in drei Stunden und 15 Minuten erreichbar. "Vorausgesetzt, die Deutsche Bahn zieht nach." Noch fährt man auf der deutschen Seite des Bodensees ohne Strom und entsprechend langsam. Von der schnellen Fernstrecke werden auch die Nahverkehrsteilnehmer profitieren. Im Halbstundentakt geht es ab 2013 in die Ostschweiz.

Insgesamt investieren Bund, Land, Gemeinden und ÖBB in die Vorarlberger Bahninfrastruktur 170 Millionen Euro. Das "Rheintalkonzept" kommt bei der Bevölkerung an: Seit 2005 stieg die Zahl der Bahnkunden, so Bures, um 50 Prozent auf 32.000 Fahrgäste täglich. "Solche Steigerungen haben wir in keinem anderen Bundesland", lobte die Ministerin. Wie sich die Millioneninvestitionen auf die Tarife auswirken werden, wollte Bures nicht sagen: "Unsere Preise werden auf jeden Fall nicht so stark steigen wie die Benzinkosten."

Streit um Straße

Während die schnelle Bahnverbindung allgemeiner Konsens ist, wird über eine Straße zwischen den beiden Rheintalautobahnen wieder kräftig gestritten. Nachdem 2006 die von der Landesregierung favorisierte S18 vom Verfassungs- und vom Europäischen Gerichtshof nach 30 Jahren Diskussion gekippt worden war, wurde ein gemeinsamer Planungsprozess mit Gemeinden, Naturschützern und Schweizer Nachbarn gestartet. Nach über 20 Regionalforen und Sitzungen liegen die ersten Varianten vor. Die von der ÖVP favorisierte Variante ist für die Grünen "eine Wiederbelebung der Leiche S 18", weil sie wieder Natur-2000-Gebiet berühre. Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser (ÖVP) sieht die Grünen auf "Schlingerkurs", und der Wirtschaftsbund, seit Jahrzehnten vehementer Befürworter der Riedstraße, spricht von "Blockadepolitik". (Jutta Berger, DER STANDARD, Printausgabe, 25.3.2011)

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Posting 1 bis 25 von 48
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Heinz Anderle
 
32
25.3.2011, 20:28
Es wird Zeit, daß der Souverän den Gemeinwillen in Gesetze faßt:

Vorrang der Menschen vor irgendwelchem Gestrüpp mit Vogelnestern. Notfalls müssen eben die aufgezwungenen Konventionen in öffentlichem Interesse aufgekündigt und der Schutzstatus per Gesetzesbeschluß aufgehoben werden. Der Bürger ist der Souverän!

Dann endlich werden mit der S18 die Ortschaften vom Durchzugsverkehr entlastet werden können. Die Oberlehrer, Besserwisser und Baumküsser sind mit all ihren Vögeln so notwendig und sinnvoll wie die Vogelgrippe.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

vallis rosarum
 
10
29.3.2011, 01:35
Der Kleingeist aus den 50er Jahren meldet sich wieder.

Lächerlich.

scubaman
10
28.3.2011, 08:56
Verlassen Sie die 60er

und kommen'S doch bitte mal im 21. Jhdt an. Die S18 war verzichtbar und bleibt verzichtbar.

der letzte leser
00
26.3.2011, 00:31

Sie sind kein Freigeist, sondern ein Zeitgeist. Ein Zeitgeist, der mit seinem Auto die Lebensqualität anderer Leute mindert noch dazu.

K R
01
25.3.2011, 15:02
gut so, das sind gute nachrichten

broncoo
00
25.3.2011, 18:22

stimmt - bei uns (südliches Waldviertel) machens genau das Gegenteil. Ohne Auto bliebe vielen nur das Fahrrad (und das nur für die jungen, trainierten, nachdem's ständig bergauf, bergab geht) - und dann kommen die tollen Vorschläge, man sollte das Auto doch einmal stehenlassen

Proconsul
02
26.3.2011, 17:52

Dann lasst das bitte bei der nächsten Wahl auch mal den Onkel Erwin wissen!!!

Ruskij
01
25.3.2011, 14:12

Ich muss schon sagen, die Brücke hat eindeutig Stil.
Wirkt modern, passt sich aber in die Landschaft recht gut ein. Respekt dem Architekten!

Psycho Dad
10
25.3.2011, 13:08
Autobahnen

Die schweizerische und österreichische Autobahn sind ca. 2 km Luftline von einander entfernt und laufen 30 km parallel zu einander. Das ist doch totaler Schwachsinn. Da muss doch ein Autobahnkreuz her, wo man direkt von einer Autobahn zur anderen Wechseln kann. Die Bahn soll natürlich auch ausgebaut werden.

scubaman
00
25.3.2011, 14:26
Warum "muss"

das her? Als Brenner-Entlastung? Nein danke.

Und was Sie vergessen: Sie brauchen nicht nur 2km 4-spurig Asfalt, Sie brauchen ein komplettes Autobahn-Zollamt mit Abstellflächen, Infrastruktur, Zufahrt, Beleuchtung, etc.

Psycho Dad
00
29.3.2011, 14:43
ne, damit ich schneller in die Schweiz komme

bloody-nine
 
00
25.3.2011, 10:58
wenigstens irgendwo in österreich

wird mit a bissl hirn agiert

Mathias
 
02
25.3.2011, 12:30
kein Wunder, haben bei dem Projekt die Schweizer das Ruder in der Hand ;-)

nestrus
00
28.4.2011, 13:11
Fakt: Die ÖBB baut eine komplett von den ÖBB betriebene Strecke mit kleinerem finanziellem Beitrag der Schweiz um

Und da sollen die Schweizer das Ruder in der Hand haben?
Ich glaube da unterschätzen Sie die österreichischen Alemannen (=Vorarlberger) schon um einiges.

Christ in der Zeit
00
25.3.2011, 15:15
Und wieder einer der die Schweizer überschätzt.

Was täten die nur ohne die vielen Österreicherreicher und Deutschen, die ihnen den Laden in Schwung halten.

Die Schwizerli sind ja so mit dem Geld zählen und abstimmen beschäftigt

Michel Berger
00
25.3.2011, 15:35
Was wollen Sie mit Ihrem eher dümmlichen Kommentar eigentlich ausdrücken?

Lalai Dama
04
25.3.2011, 07:24
Ohne Strom und entsprechend langsam

Limitierend für die Geschwindigkeit sind meist andere Faktoren wie Topographie, Kurvenraden,etc., weniger die Traktionsform.

Drei Goschn Opa
02
25.3.2011, 11:19
naja - verkürzt formuliert halt

worum es geht, ist die simple tatsache, dass die bahnlinie lindau-münchen die letzten jahrzehnte keine modernisierung erfahren hat.

da geht's meines wissens nach selbstverständlich nicht NUR um die elektrifizierung, sondern auch um die von ihnen angesprochenen anpassungen.

neben der autobahnverliebtheit der bauwirtschaft ein gutes argument, um den ausbau dieser bahn auf die lange bank zu schieben. ginge es nur um ein paar stromleitungen, wäre eine umsetzung vermutlich schon erfolgt...

Cocooning
00
25.3.2011, 10:49

interessanterweise fahren auf dieser strecke mitunter ice-züge. mit diesel motor. und die tuckern mit irrsinnigem lärm sehr gemächlich dahin.

Observer 20
01
25.3.2011, 12:10
"irrsinniger Lärm" n e i n

die eingesetzten Diesel-ICE sind leiser als moderne Lastwagen - es fahren aber nur wenige ICE-Garnituren,
gerade ab-(bis) Lindau meist ein 2er Gespann mit alten, wirklich lauten V200 Dieselloks.

Andreeeas
00
25.3.2011, 10:34

Aber haben diese Standard-Diesellokomotiven der ÖBB nicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h?

Klar, dass es schnellere Dieselloks gibt...

Observer 20
00
25.3.2011, 12:14
nicht die ÖBB fährt auf dieser Strecke

mit Dieselloks, sondern ab/bis Lindau die DB,
zwischen der Schweiz und Lindau (ausser 1 mal am Tag eine DieselICE) wird elektrisch gefahren.

BraS
 
00
25.3.2011, 11:08

nein, die neuen können max. 140 km/h fahren.

Es geht aber um die Strecken der DB, deren dieselloks schon lange für 140 km/h ausgelegt sind.

Clemo
00
25.3.2011, 16:11

Die im Artikel genannte Irrsinssumme erlaubt aber keine 140. 10 Minuten für 9 km, also weniger als 60km/h. Nicht gerade atemberaubend. Und geradezu skurril ist, dass die EU in einer der reichsten Gegenden der EU dafür 1,5 Mio lockermacht.

nestrus
00
28.4.2011, 13:12
Und geradezu skurril ist, dass die EU in einer der reichsten Gegenden der EU dafür 1,5 Mio lockermacht.

Ist halt praktisch, dass es ein grenzüberschreitendes Projekt ist, das kommt bei der EU immer gut. (Interreg IV)

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