Skylink-Manager zu Geldstrafen verdonnert

Claudia Ruff, Renate Graber, 24. März 2011, 17:41

Die Verantwortlichen für die Kostenexplosion müssen je 21.000 Euro Strafe zahlen

Wien - Für Gerhard Schmid, Vorstandsmitglied der Flughafen_Wien AG, und seine einstigen Vorstandskollegen, Christian Domany und Herbert Kaufmann, hat die Kostenexplosion des Terminalbaus Skylink erste Folgen. Jeder von ihnen wurde gestern, Donnerstag, wegen Verletzung der im § 48 Börsengesetz festgeschriebenen Ad-Hoc-Meldepflichten zu einer rechtskräftigen Verwaltungsstrafe von 21.000 Euro verurteilt.

Das entschied der Unabhängige Verwaltungssenat (UVS) Wien unter dem Vorsitzenden Christian Martschin. Der UVS hat damit einen Strafbescheid der Finanzmarktaufsicht (FMA) teils bestätigt, teils aufgehoben. Die FMA war am 25. August 2010 im Strafbescheid zum Schluss gekommen, dass die drei Manager sowohl im Juli 2008 als auch im Februar 2009 von Kostensteigerungen und Terminverschiebungen beim Terminalbau Bescheid wussten. Sie hätten aber die Öffentlichkeit nicht rechtzeitig (nämlich: gleich) informiert. Die FMA hatte Schmid und Co. dafür je 41.000 Euro Strafe aufgebrummt, die Beschuldigten beriefen.

Zu spät informiert

Der UVS kam nun zur Ansicht, dass die Anleger im Sommer 2008 um fünf Wochen zu spät über Kursrelevantes - eben Kostensteigerung und Terminverschiebung - informiert wurden. Im Frühling 2009 habe es dagegen keine neuen Informationen gegeben. Dieser Teil der Berufung ging also durch. Die Verletzung der Informationspflicht kostet Schmid und Co. je 20.000 Euro. Dazu kommen noch 1000 Euro pro Kopf und Nase, weil die Information, die sie dann gaben, „Corporate News" waren und keine Ad-Hoc-Meldung. Für die gibt es Formvorschriften, wozu die entsprechende Überschrift und Beschlagwortung gehören.

Während Schmid am Donnerstag die Flughafen-Bilanzpressekonferenz absolvierte, fanden sich seine Ex-Kollegen Domany („Ich bin als Unternehmensberater selbstständig") und Kaufmann („Ich bin selbstständig und habe demnächst ein Nettoeinkommen von 4500 bis 5000 Euro zu erwarten") im Saal II des UVS in Döbling ein. Thema waren die dramatischen Entwicklungen von Sommer 2008. Eine Zeit, die Domanys und Schmids Anwalt, Peter Oberlechner von Wolf Theiss, so beschrieb: „Es war eine Phase der extremen Unsicherheit, was die Kosten und Termine des schmerzhaften Projekts Skylink betraf."

Kassandrarufe

Laut UVS hat der Vorstand schon im Juni 2008 gewusst, dass der bisherige „Terminplan tot ist", wie Schmid laut einem Vorstandsprotokoll sagte. Am 17. Juli teilte dann die „begleitende Kontrolle" (eine externe Gesellschaft) dem Vorstand ihre jüngste Hochrechnung mit: Die Skylink-Kosten würden sich massiv, nämlich auf 657 Mio. Euro, erhöhen. Informiert wurden die Anleger erst am 21. August. Die Verantwortung der Beschuldigten, sie hätten diese Angaben noch überprüfen müssen und „die begleitende Kontrolle war immer wie eine Kassandra" (Domany), werteten die Richter als „Schutzbehauptung".

Mit dem jetzigen Spruch ist die Sache rechtskräftig; die Beschuldigten können den Verfassungsgerichtshof oder (wie die FMA) den Verwaltungsgerichtshof anrufen.
Bei der Bilanzpressekonferenz kündigte Interim-Flughafen-Chef Christoph Herbst an, dass die Kosten für Skylink nicht wie zuletzt angekündigt 830 Mio., sondern 800 Mio. Euro betragen werden. Der Grund: Man verzichtet auf einen Total/Generalunternehmer. Ex-Vorstandssprecher Kaufmann muss indessen um seinen Berater-Vertrag bangen. Mit Monatsbeginn sollte Kaufmann für den Flughafen im internationalen Geschäft aktiv werden. Herbst will erst den internen Revisionsbericht in der Cause Hochegger abwarten. Finanziell hat Kaufmann dennoch bereits ausgesorgt: Für 2010 stehen ihm zu seinem Fixgehalt von 250.000 Euro weitere 180.000 Euro (noch nicht ausbezahlt) an Boni zu. Die Hälfte davon, wenn Skylink fertig ist.

Herbst hat vor wenigen Tagen einen Vorstandsvertrag unterzeichnet. Sein Salär: 250.000 Euro, ohne Boni ohne Dienstauto.

Der Flughafen hat im Vorjahr den Umsatz um 6,4 Prozent auf 533,8 Mio. Euro gesteigert. Davon entfielen auf den Bereich Airport 260 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 2,8 Prozent auf 102,3 Mio. Euro, das EBITDA lag bei 168,1 Mio. Euro und bleib mit 1,0 Prozent Plus im wesentlichen stabil.(Claudia Ruff, Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.3.2011)

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fasziniert
00
28.3.2011, 22:26
Keine schlechte Bilanz...

...vor allem wenn man berücksichtigt, dass neben einen Verdienst, der 21.000 Euro als Taschengeld erscheinen läßt, auch die laute Abflugroute, seit der vom Flughafen finanzierten Mediation nicht mehr über das Haus von Herrn Kaufmann in Brunn am Gebirge sondern über Liesing und Mödling verläuft.

Dass der Flughafen auch einen Verein Dialogforum finanziert, dessen oberste Aufgabe die Einhaltung des Mediationsvertrags ist, trägt sicher auch zu einer ruhigen Pension bei.

Diese wird also höchstens von Lachkrämpfen über die Wiener und ihren Bürgermeister beeinträchtigt, denen man eine gesundheitsschädliche Abflugroute mit Hilfe der vom Flughafen bezahlten Experten als vernachlässigbare Lärmquelle verkauft hat.

knievel
02
25.3.2011, 13:49

21.000 euronen?
gibts schon eine spendenhotline damit diese vom leben so gebeutelten menschen diese unsumme aufbringen können?

Herr der Ringe
00
25.3.2011, 13:15
Da wäre Hr. Schmid ja eigentlich vorbestraft

und darf trotzdem diesen Posten bekleiden? Sowas kann nur in Österreich sein. Ein normaler Angestellter wäre sowas von weg vom Fenster. Aber der ROTE SUMPF richtets schon. Wie auch beim ORF, Telekom,Öbb, usw

ikepod
01
25.3.2011, 13:54

und erst die fpö und bzö da laufen ja nur vorbestrafte rum.
nur bei der övp ist es anders die sind sogar zu blöd um vorbestraft zu werden.

Herr der Ringe
00
25.3.2011, 14:00
Die anderen Parteien stehen nicht zur Debatte..

bei Schmid, ORF, TELEKOM,öbb handelt es sich ausschliesslich um rote Firmen/Personen. Bei den schwarzen läufts auch nicht. Nur man muß zugeben das Hr. Dr. Herbst am Flughafen mit ALLEN (auch wenn noch einer fehlt) aufräumt. Er hat auch Domany kritisiert. Aber im Grunde gehts darum das ein VORBESTRAFTER den Posten eines Vorstands ausübt und dieser ist mal rot und nicht schwarz, grün,blau oder orange.

ikepod
00
25.3.2011, 14:07

ganz ihrer meinung
aber ebenfalls vorbestrafte aus der politik!!

Herr der Ringe
00
25.3.2011, 15:25
Das ist korrekt

egal von welcher Farbe.
PROBLEM: woher nehmen wir neue Politiker????

nobody00
 
01
25.3.2011, 13:14
Herbert Kaufmann

kassiert 166.000€ Boni! für den Skylinkbau! stand heute in der Presse!

und davon muss er jetzt 21000€ Strafe zahlen?

Warum wird das im Standard nicht dazugesagt?

hmm..
00
25.3.2011, 14:51

steht doch eh?
"Finanziell hat Kaufmann dennoch bereits ausgesorgt: Für 2010 stehen ihm zu seinem Fixgehalt von 250.000 Euro weitere 180.000 Euro (noch nicht ausbezahlt) an Boni zu. Die Hälfte davon, wenn Skylink fertig ist. "

oder wurde das erst hinzugefügt?

ikepod
01
25.3.2011, 13:56

da der standard ein teil des manipulations-systems in österreich ist.
und " verdonnert" sieht anders aus!!

Und sie bewegt sich doch
 
00
25.3.2011, 12:41
Was ist mit Johannes Coreth? Er war Vorsitzender des Aufsichtsrates bis 20.8.2009! Claudia Ruff, Renate Graber zurück zur Recherche! ;-)

Der Ereuchtete
01
25.3.2011, 12:40
Wird bei den nächsten Korruptionsfällen mit eingerechnet!

Popeye
01
25.3.2011, 12:37
Verdonnert ist das Schlimmste?

Ich habe nicht einmal ein leises Stöhnen gehört - aber lautes Lachen über die Strassergesetzgebung!

Lobbyisten werden gesponsert steht zwischen den Zeilen der Parteilichkeit - BürgerIn hat zu kuschen und zu bezahlen.

Das ist moderner Sozialismus und Grokonelle Verantwortungs-Übernahme.

schniggschnagg
 
03
25.3.2011, 11:37
21.000 Euro

Gegegnübergestellt den Millionen (!) Euro an Gehalt samt Boni und Abfindungen in den letzten Jahren. SO funktioniert das in Österreich. Statt die Strafen in Relation zum Einkommen festzusetzen werden jene belohnt, die im großen Stil "Fehler" begehen, während Mittelschichtler gepfändet werden, wenn's mal irgendwelche Strom-Rechnungen nicht zahlen können!

DocSnyder
 
00
25.3.2011, 11:34
ui..

...21.000 eur, na bumm :)

zupay
02
25.3.2011, 11:32
das sich der standard nicht entblödet das als verdonnern zu bezeichnen

Elén
01
25.3.2011, 10:52
Der Witz des Tages.

Naja, zum Glück sind die Leute Manager geworden und keine Chirurgen. Für soviele Gräber wär im kleinen Österreich gar kein Platz ..

Der Zaungast
01
25.3.2011, 10:48
cool. Und wer zahlt die restlichen paar hundert Millionen, die das Ding zu viel kostet?

ach so, wir.

Geht ok. Mach ma aus der Portokasse.

stand1
01
25.3.2011, 10:16
Hoffentlich überleben die armen kerle. Wenn nicht, dann haben sie sich totgelacht. Worauf die nächsten genau so weitermachen. Gaunerei lohnt sich!!!

munze
01
25.3.2011, 10:01
21K?

für Verschwendung von Zigmillionen EUR und gleichzeitig kassieren, kassieren, kassieren? Wem muss ich einen B....n, damit ich auch so einen Job bekomme?

G.G.White
01
25.3.2011, 09:57
Diese Strafe

deckt nicht mal annähernd die Kosten für die Recherche und die Verfahren. Liebe Justiz, spart Euch in Zukunft Eure verfahren und wir legen die Steuergelder auf ein Sparbuch mit 2 Prozent Verzinsung. Mehr traut Euch keiner mehr zu.

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
05
25.3.2011, 09:31
Verdonnert

Mit solchen Urteilen reiht sich die Justiz nahtlos zu den anderen Totengräbern der 2.Republik ein.

Erika Rothen
01
25.3.2011, 09:20
Gut, erledigt.

Und jetzt kümmern wir uns wieder um die wirklich schweren Verbrecher - nämlich die Tierschützer...

Hoch lebe die zwetschkistanische "Justiz"!

schetzgo
05
25.3.2011, 09:15
na bumm..

..da haben sie aber ordentlich "schmalz" ausgefasst!!da werden sich ihre kumpane in zukunft aber hüten,nachlässig zu sein und zu ihrer verantwortung zu stehen!

Zwidawuazn
00
25.3.2011, 10:02
Zum Glück

gibt´s noch Bonis, da trägt sichs leichter

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