Neue Ökodienstleister

Pilze als Waffen im Kampf gegen gefährliche Chemikalien

26. März 2011, 18:05
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    foto: dietmar schlosser/ufz

    Bestimmte holzzerstörende Pilze sind besonders aktiv im Schadstoffabbau. Aus Sicht der Forscher könnten Pilze zentraler Bestandteil von neuen Biotechnologien sein, die helfen, verschmutzten Boden, Wasser oder Luft zu reinigen.

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    foto: thomas neu/ufz

    Aufnahme des Bodenpilzes Fusarium oxysporum per Laser-Scanning-Mikroskopie. Pilze bilden bis zu 75 Prozent der mikrobiellen Biomasse im Boden.

Pilze könnten in Zukunft viel häufiger als bisher in der Umwelttechnologie genutzt werden

Leipzig - Obwohl Pilze den Großteil der lebenden Biomasse im Boden stellen und auch in Gewässern reichlich vorhanden sind, werden sie für die biologische Altlastensanierung bisher kaum genutzt. Das könnte sich in Zulunft ändern, wie Wissenschafter des deutschen Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) im Fachjournal Nature Reviews Microbiology schreiben.

Biologische Sanierungstechnologien bieten viele Vorteile gegenüber energieintensiven und technisch aufwändigen physikalischen oder chemischen Verfahren. Zwar dauert die Sanierung oft länger, sie ist aber wesentlich kostengünstiger und auch nachhaltiger. Deshalb gibt es einen Trend zu passiven Sanierungsverfahren bei kontaminierten Böden, bei denen bisher vorwiegend Bakterien zum Einsatz kommen und die als "monitored natural attenuation" (kontrollierter natürlicher Abbau) bezeichnet werden.

Auch wenn sie länger dauern als ex-situ-Verfahren, so sind sie dennoch energieeffizienter und führen am Ende zu ökologisch intakten und damit funktionierenden Ökosystemen im Boden. In der Studie konnten die Leipziger Forscher nun zeigen, dass neben Bakterien auch Pilze eine wichtige Rolle für solche Sanierungstechnologien spielen können.

"Ein wichtiges Argument, Pilze zukünftig bei passiven Verfahren einzusetzen, ist neben ihren geringen Kosten auch die zunehmende Akzeptanz von risikobasierten Sanierungsstandards. Diese Standards sind in den USA und in Großbritannien bereits Teil der Gesetzgebung", erklärt Hauke Harms vom UFZ. "Es gibt also wichtige finanzielle, ökologische und juristische Gründe, das Leben der Pilze besser zu verstehen, um sie in Umwelttechnologien einsetzen zu können."

Pilze mit Respekt behandeln

Aus Sicht der Forscher könnten Pilze zentraler Bestandteil von neuen Biotechnologien sein, die helfen, verschmutzten Boden, Wasser oder Luft zu reinigen. Bisher waren die Erfolge jedoch bescheiden, weil die Ökologie der Pilze zu wenig beachtet und sie oft nur als Ersatz für Bakterien eingesetzt wurden, ohne ihre wirklichen Stärken wie die umfangreichen Abbaukapazitäten oder ihre natürliche Anpassung an bestimmte Lebensräume zu nutzen. Die meisten schadstoffabbauenden Pilze gehören zu den Schlauchpilzen (Ascomycota) und Basidienpilzen (Basidiomycota). Von anderen Stämmen ist bisher nur wenig dazu bekannt.

Pilze bilden in der Biologie neben Tieren und Pflanzen ein eigenständiges Reich. Dazu gehören neben den bekannten Speisepilzen auch Symbionten von z. B. Pflanzen (Mykorrhiza) oder Algen (Flechten). Bisher sind weniger als 100.000 von geschätzten 1,5 Millionen Pilzarten beschrieben. Pilze bilden bis zu 75 Prozent der mikrobiellen Biomasse im Boden. Anders als Bakterien sind sie nicht auf kontinuierliche Wasserpfade angewiesen, um sich ausbreiten zu können.

2007 konnten Mikrobiologen des UFZ nachweisen, dass Pilzfäden eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Bakterien im Boden spielen. Luft und mangelnde Feuchtigkeit bilden eine Ausbreitungsbarriere. Bakterien nutzen jedoch das Pilzgeflecht, um sich wie auf einer Art Autobahnnetz durch den Boden zu bewegen. (red)

mimo8
02
27.3.2011, 15:37
nausicaa of the valley of the wind

The story takes place 1,000 years after the "Seven Days of Fire," an event which destroyed human civilization and most of the Earth's original ecosystem. Scattered human settlements survive, isolated from one another by the "Sea of Corruption" (fukai, sea of rot/fungus in Japanese), a lethally toxic jungle of fungus swarming with giant insects which seem to come together only to wage war.

gaisbock
00
26.3.2011, 20:19
Vielleicht hilft der FUKUSHIMAPILZ gegen Radioaktivität?

Nick Tameer
02
26.3.2011, 21:09

Der Atompilz tut es, trotz seinem irreführenden Namen, jedenfalls nicht.

presumption of innocence
00
27.3.2011, 13:48

wie auch der Nagelpilz nicht das Wachstum derselben fördert.

Nick Tameer
00
27.3.2011, 17:57

Der Fußpilz wäre wenigsten bodennah.

jodaflo
 
00
26.3.2011, 20:14
"Sicht der Forscher könnten Pilze zentraler Bestandteil von neuen Biotechnologien sein, die helfen, verschmutzten Boden, Wasser oder Luft zu reinigen."

das haben wir in der 3. klasse volksschule gelernt. im zusammenhang mit tschernobyl übrigens.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pilz... estruenten

aber trotzdem wow...

pilze werden nach dem ende der dämlichen zeit, in einer zeit die man allgemain als die zeit des friedens bezeichnen wird den blödsinn den ein teil der menschheit angerichtet hat (konventionelle landwirtschaft, atomindustrie, alles was keine rohstoffkreislaufwirtschaft darstellt) im nu wieder reparieren...

...bis dahin, sehe ich zu und tu mich ein bisschen wundern.

Nick Tameer
00
27.3.2011, 15:30

Hm, ich weiß nicht, was da wirklich österreichischen Volksschulen gelehrt oder gelernt wird, aber an sich kann der beste Pilz nicht zur Dekontaminierung des Bodens von Radioaktivität beitragen. Selbst (in doppeltem Sinne besonders effektive) Mithilfe ausländischer Schwammerl-Sammler wäre da nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

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