Proteste gegen fortgesetzte Sparpolitik

24. März 2011, 15:40

Transporteure gegen Vernachlässigung der Verkehrsinfrastruktur - Bürger gegen drastische Erhöhung der Energiepreise

Riga - In der lettischen Hauptstadt Riga und anderen Städten des baltischen Staates hat es am Donnerstag Proteste mehrerer Interessengruppen gegen die fortgesetzte Sparpolitik der Regierung gegeben. In Riga beteiligten sich mehrere Dutzend LKW-Fahrer an einer "Langsamfahr-Aktion" der Transportbranche gegen Einsparungen bei der Instandsetzung von Straßenverbindungen, in anderen Städten legten Busfahrer die Arbeit nieder.

Weiters protestierten mehrere Hundert Menschen vor dem Präsidentensitz, der Rigaer Burg, sowie vor dem Parlament gegen die ab April geplante, bis zu 30-prozentige Erhöhung der staatlichen Energiepreise. Staatspräsident Valdis Zatlers zeigte bei einer wegen der Kundgebung einberufenen Pressekonferenz Verständnis für den Ärger der Bürger und kritisierte die Erhöhung der Strompreise in dem von der Regierung geplanten Ausmaß.

Sämtliche Proteste verliefen laut übereinstimmenden Medienberichten ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Valdis Dombrovskis hatte vor drei Wochen für heuer weitere Einsparungen aus dem Staatshaushalt in der Höhe von 50 Millionen Lats (70,5 Mio. Euro) beschlossen. Damit sollen einerseits die internationalen Geldgeber von IWF über die EU bis hin zu großen, vor allem skandinavischen Finanzinstituten zufriedengestellt und andererseits die immer noch angeschlagene lettische Wirtschaft angekurbelt werden. (APA)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.