Der Kommissar aus der Zeitschriftentasche

Mirjam Harmtodt
25. Juli 2012, 16:14
  • Höchst unprofessionell, so unvorbereitet einen Langstreckenflug anzutreten. Zum Glück sind andere Menschen auch vergesslich. Was Passagiere im Flieger alles vergessen, steht in diesem Artikel.
    foto: pixelio.de/maren beßler

    Höchst unprofessionell, so unvorbereitet einen Langstreckenflug anzutreten. Zum Glück sind andere Menschen auch vergesslich. Was Passagiere im Flieger alles vergessen, steht in diesem Artikel.

Der Zufall und die Vergesslichkeit anderer Passagiere kommen gelegen, wenn man sich unvorbereitet auf einen Langstreckenflug begibt

Ein Tagesflug auf der Langstrecke, Mittelplatz. Links und recht zwei Herren, die demonstrativ nicht an Smalltalk interessiert sind. Überm Kopf flackert ein winziger Monitor, der außer Augenschmerzen auch noch einen verspannten Nacken verspricht. Das Unterhaltungsprogramm, bestehend aus zwei Filmen und ganz viel Werbung, kommt bekannt vor. Das lief doch vor zwei Wochen - beim Flug in die entgegengesetzte Richtung.

Die Maschine startet, die Sitznachbarn schnarchen mit leisem Grunzen, das letzte Stricherl vom iPod-Akku erlischt. Was aus den Plastikschüsseln dampft, macht auch nicht glücklich, das Essen beschäftigt nur ein paar Minuten lang.

Und in der Tasche im Vordersitz? Ein Bordmagazin, dessen mit Kaugummis verklebte Seiten den Speiseplan der gesamten Flugsaison erahnen lassen. Die Safety-Card im gleichen Design ist auch schnell ausgelesen. Die Zigaretten aus dem Duty-Free-Katalog sind reine Provokation.

Also wagt man sich mit den Händen hinunter in die Tiefen der dunklen Stofftasche, tastet sich an Bröseln und nicht näher definierbaren Ablagerungen vorbei und stößt auf ein kantiges, hartes Etwas. Zum Vorschein kommt "der neue Fall des Allgäuer Kommissars Kluftinger" von Volker Klüpfel und Michael Kobr. Es entwickelte sich eine Männerbekanntschaft auf der Langstrecke, die für ein paar Stunden sehr glücklich gemacht hat, auch wenn es nach der Landung kein Wiedersehen gab. Ein Hoch auf die Vergesslichkeit. (Mirjam Harmtodt, derStandard.at, 25.7.2012)

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7 Postings

Ist das hier eine Schülerzeitung oder was soll das?
zw und mh sind der Untergang des Journalismus.

gäääähn.

gehts noch langweiliger?

@ Mirjam Harmtodt

und wohin ging die Reise?

Auf den amerikanischen Kontinent.

"ein winziger Monitor, der außer Augenschmerzen auch noch einen verspannten Nacken verspricht." - als alter reise-fuchs kann ich der guten artikelschreiberin folgendfen tip geben: gegen verspannten nacken gibts ganz tolle nackenkissen. :)

Auf meinen nächsten Langstreckenflug nehm ich die gesammelten Werke des "Nacktscanners" mit (und lass sie dann in der Sitztasche)...

Aha!

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