Raus aus Atomstrom - aber ohne Donauinsel-Windräder

24. März 2011, 10:20
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    foto: ap/uwe meinhold

    Ein solches Bild gibt es von der Donauinsel nicht so schnell: Windräder des Energieparks bei Jöhstadt im deutschen Erzgebirge vor dem Vollmond am 19.3.2011 - jener Abend, an dem der Mond so groß und hell zu sehen war wie seit 18 Jahren nicht mehr. Erst am 14.11.2016 wird der Vollmond noch etwas größer am Himmel erstrahlen. Windrad auf der Donauinsel steht dann eher immer noch keins.

Warum eigentlich will Bürgermeister Häupl keine Windkraftwerke auf der Insel?

"Wir werden in Wien keine Windkrafträder auf die Donauinsel stellen", verfügte Wiens Bürgermeister Michael Häupl in der verwichenen Woche bei der Klubklausur der Wiener SPÖ im burgenländischen Rust. Und seither grüble ich: Warum eigentlich? 

Just in der Zeit, wo alle gebannt nach Japan schauen, wo die Debatte um Atomkraft präsent und intensiv ist, wie schon lange nicht mehr. In einer Zeit, in der man besser denn je Menschen von der Notwendigkeit des Ausbaus nachhaltiger Energiegewinnung überzeugen kann - kommt genau dieses: Keine Windräder auf der Donauinsel.

Gewiss, immerhin verkündete Häupl gleich im nächsten Satz: "Mit dem heutigen Tag schlage ich vor, dass Wien in das Solarzeitalter des 21. Jahrhunderts eintritt." Das war am 17. 3. 2011. Ein bisserl spät zwar - aber immerhin. Und das am Dienstag von der Grünen Energiestadträtin Maria Vassilakou präsentierte Wiener Beteiligungsmodell für Fotovoltaikanlagen ist der erste wirklich ernsthafte Schritt in diese Richtung.

Aber man kann auch bitzeln und ganz genau hinhören: Häupl hatte den "Schritt in das Solarzeitalter" vorgeschlagen. Bei den Windrädern hingegen legte er sich eindeutig fest: "Wir werden" keine Windräder auf die Donauinsel stellen.

Ein Windrad von Wien-Energie

Ganz abgesehen davon, dass auf der Donauinsel ja schon ein kleines, aber feines Windkraftwerk steht - und zwar justament eines von der Wien-Energie. Es war damals, 1997, das erste Windkraftwerk, das im Wiener Stadtgebiet errichtet wurde. Auf der Donauinsel.

Klar ist aber auch: Will man ernsthaft erneuerbare Energie forcieren, wird das nur in einem vernünftigen Mix möglich sein, aus Fotovoltaik, Biomasse, Wasserkraft ... - und natürlich auch Windenergie. In Kombination mit entsprechenden Speichersystemen.

Aber noch einmal zur Frage: Warum eigentlich keine Windräder auf der Donauinsel? Weil sie hässlich sind? Weil sie die naturnahe Ästhetik von Millennium-Tower und Donaucity stören könnten? Oder weil sie so "schiach" sind wie ... ja, wie die Staumauer eines Donaukraftwerkes vielleicht? (Romand David-Freihsl, derStandard.at, 24.3.2011)

Kommentar posten
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Werner Lischka
00
25.4.2012, 23:34
die suderanten sind wieder aktiv!

ich möchte die posts sehen, die entstehen, wenn ein signifikanter teil der donauinsel wegen der notwendigen sicherheitszonen f.d. windkraftwerke gesperrt würde.
da geht's nicht nur um den turm, sondern man müsste zumindest rund um jede anlage im radius der flügel einen zaun ziehen - alles andere wäre haftungsrechtlich in einem naherholungsgebiet wahnsinn.
die pro-windkraftfraktion ignoriert weiters die tatsache, dass ein hochwasserschutzbau auch unter wasser gesetzt werden kann - die anlagen müssten daher ähnlich wie off-shore-bauten konzipiert werden (unterpülte fundamente sind bei 120 m höhe nicht toll).
so einfach, wie manche denken ist grüne technik nicht, und wirtschaftlich nur sehr beschränkt.

dadahans
 
20
Lieber Fahrradln...

Als Windradln!
Die Windräder sind inzwischen fest in der Hand der "Turbokapitalisten"!
Mit öffentlichen Geldern geförderte Geschäfte-Macherei... Eine der großen Öko-Lugen in unserer Gesellschaft!

Everythingsgonnabealright
00
26.6.2011, 12:42

es gibt ein windkraftwerk auf der donauinsel, soweit ich mich erinnern kann...

Harald Ecke1
 
00
26.6.2011, 12:53
Korrekt

..ein schönes Stück flussabwärts des heutigen Massenauftriebes.

nino808
16
21.6.2011, 11:08

na weil die windkraftlobby noch keinen dicken koffer an den dicken roten überstellt hat, dass er sich die sache nochmal durch den kopf gehn lässt.

Harald Ecke1
 
01
26.6.2011, 13:02
Die Windkraftlobby

Sind das die G'fraster, die mit Ionosphärenheizern das planetare Luftdrucksystem durcheinanderwürfeln und diese lästigen Dauerstarkwinde produzieren, dort, wo sie uns mit den hässlichen Windrädern sekkieren? Die sind so gemein!

reallity show
00
24.6.2011, 13:47

brilliant !

freddy001
01
20.6.2011, 20:03

Vertikale Windräder

4ssFZxfW
42
23.4.2011, 13:42

Es gibt einen ganz guten Grund, keine Windräder aufzustellen. Es ist im vertretbaren Rahmen ziemlich sinnlos.

Schön zu sehen beim Kraftwerk Freudenau. Gleich daneben, auf der Stadtseite steht eine mittelgroße Windkraftanlage. Diese Anlage liefert weniger als 1 Tausendstel des Laufkraftwerkes Freudenau, dass seinerseit ein eher kleines Laufkraftwerk ist.

Der neue Gaskraftwerksblock in Simmering hat in etwa die 10-fache Nennleistung von Freudenau. Um den zu ersetzen müsste man also etwa 10000 Windräder dieser Größe aufstellen.

Vassilakou kann aber sicher vorrechnen, dass das mit 300 auch ginge.

Bertee
01
24.6.2011, 11:12
der Berrechnungsfehler

dürfte aber bei Ihnen und nicht bei Vassilakou liegen.

Freudenau hat eine Engpassleistung von 172MW, eine normale Windkraftanlage hat heute ca. 2MW. also ca. 86 Windräder reichen aus, um die Leistung von Freudenau zu erbringen.

Grüner Kobold von Nussloch
01

"Da geht den ganzen Tag der Wind,
Nix als Baustellen, dass ka Mensch was find't"
-STS - Fürstenfeld

Johannes Kopp
 
03
31.3.2011, 12:50
Wien ist halt anderes...

darum wollen "wir" auch die weitaus teurere Variante bei der umweltschonenden Energiegewinnung, nämlich Solar. Weil die Windräder stören?
In Anbetracht das im Nationalpark Donauauen (Lobau) ein ganz Öllager samt Ölhafen zu Hause ist, wohl eher ein bisserl unlogisch..
Wien ist halt anders..leider
und Politik hat halt nichts mit Vernunft oder Logik zu tun,...

XphX
 
10
31.3.2011, 12:48

Warum schlägt Häupl nicht einfach vor, ein AKW auf die Donauinsel zu stellen? Gekühlt wird gleich mit der Donau und wenn das AKW mal Alterserscheinungen aufzeigt, kann man auch im Winter in der Donau baden, juhu!

Natürlich ist das Blödsinn, dennoch frage ich mich bei jedem AKW-Zwischenfall/Katastrophenfall: Wie sollen wir von der Kernspaltungsenergie wegkommen, wenn man andere Gewinnungsmöglichkeiten nicht fördern will? Zumindest in Ö darf das doch kein Problem darstellen. In D kann ichs ja noch verstehen, dass die Atomlobby den Ausbau erfolgreich verhindert, auch wenns eine Schweinerei ist.

Wir wollen (natürlich auch ich selbst) immer höher, immer weiter hinaus, immer mehr, immer besser... irgendwann verbrennen unsere Flügel :(

reni7
31
31.3.2011, 11:48
mir wurde das mal so erklärt

1. Kommen des Öfteren Vögel zu Tode durch Windräder - die Kadaver werden zwar meist von anderen Tieren schnell verwertet, allerdings besteht wohl die Befürchtung, dass ein frischer oder angeknabberter Kadaver bei so manchen Erholungssuchenden einen kleinen Schock verursachen könnte.
Abgesehen davon ist die Donauinsel an den "wilderen" Abschnitten ein kleines Vogelparadies.
2. Windräder verursachen "vorbeihuschende" Schatten, wenn sich das Rad dreht. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass (wenn man nicht weiß, dass das das Windrad war) das ganz schön unheimlich sein kann.
3. Sind Windräder, die gerade in Betrieb sind, nicht so leise, wie man das vielleicht glauben mag.

Da die Donauinsel ein Naherholungsgebiet für die Wiener ist, wären diese Gr

Zitronenbaum
03
Ah ja

Bezüglich Lärm:
Ich habe bis 2009 in einer Kleinstadt gelebt, so am Stadtrand, nicht unweit von einem kleinen Windpark. Das war vielleicht ein Kilometer bis zum ersten Windrad. Bei geschlossenem Fenster sind die Dinger nicht zu hören, auch wenn man rausgeht hört man sie nur, wenn der Wind zufällig in die eigene Richtung weht. Aber dann auch nicht enorm laut.

Gilgamesh
02

1. Werden auf der Donauinsel regelmäßig die Tiere bejagt. Und was so alles von unkontrollierten Hunden gewildert wird, wollen wir beide nicht wissen...
2. Ja da sind natürlich die Buschkacker wesentlich beruhigender für die Wildtiere, als vorbeihuschende Schatten.
3. Inselbesucher, Gastronomiebetriebe, Autobahnen direkt daneben, Schiffsverkehr, Flugverkehr machen offenbar keinen Lärm?

Nur so zur Erinnerung, früher war dort das Überschwemmungsgebiet, also eine " Gstettn".
Primär ist die Donauinsel also ein Überschwemmungsschutz und KEIN Erholungsgebiet...
Es steht also ein wirtschaftlicher Gedanke hinter der Donauinsel, kein gesellschaftlicher.

Spartaner13
12
29.3.2011, 08:49
Guter Artikel

Wieso nicht? DAS ist wirklich die Frage. Ich finde, wenn man ein paar extrem leistungsstarke Windräder hinstellt, würde dies nicht schaden. Falls man allerdings viele kleine Anlagen hinstellt, dann würde dies sicher etwas seltsam aussehen. Dennoch sehen Windräder im vergleich zu Atom-Meilern oder anderen Kraftwerken schön aus.

Bei uns in Niederösterreich stehen ja viele Windräder - ich finde, sie verschönern das Bild - sonst wäre da nur eine Ebene ... nichts außergewöhnliches. Aber so, stehen oft gigantische Windräder in der Gegend - ein schöner Blickfang, welcher sogar noch guten Strom liefert. Super.

john pell
01
28.3.2011, 12:16

die nachaltig und umweltfreudlich energie ist nur eine teil dass dilemma mann muss lernen energie zu sparen
wir konsumiren die welt auf kostten von die andere

Spartaner13
01
29.3.2011, 10:46
Mir-is-wurscht-Gesellschaft

so lange wir die mir-is-wurscht-Gesellschaft haben, wird sich da nichts ändern.

Gilgamesh
26
27.3.2011, 11:49

Das übliche Dilemma der Ökofutzis...
Erneuerbare Energie, ABER nicht in meiner Nähe....

Mal ehrlich, was spricht gegen Windräder auf der Donauinsel?
In Wien weht beinahe jeden Tag im Jahr ein Wind, warum also nicht nützen?
Es gibt Windkraftwerke mit anderen "Windrädern", welche man auf Dächer montieren kann, da diese kaum Geräusche machen, man könnte eine Förderung initiieren, welche das Decken von Süddächern mit Photovoltaikanlage unterstützt, gibt man halt sinnfreien "Künstler" weniger Geld...

Das einzige was dagegenspricht, ist die Monopolstellung der Wien-Energie, Herr Häupl....

eatthefish
34
26.3.2011, 18:58

Aus dem selben Grund warum wir nicht Biomasse im Burggarten anbauen und in Eisenstadt keinen Internationalen Flughafen bauen.

Spartaner13
00
29.3.2011, 10:47

wozu Flughafen, wir haben eh schon Skylink.

The Sailor
13
27.3.2011, 10:22
welcher Grund nun?

Worin liegt nun Ihre Begründung?

Ich kann weder eine Beziehung zwischen dem Burggarten und Eisenstadt, noch zwischen den beiden und der Donauinsel herstellen.

22,4 cm
82
26.3.2011, 17:04
total sinnlos und nur für oko-fuzzis

Spartaner13
00
29.3.2011, 08:50
Öko-Fuzzis

Lieber sollten wir uns noch weitere Atom-Meiler an unsere Grenzen stellen lassen - oder gar selber welche in Betrieb nehmen?

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