Altersdepression

Ängste im Alter nähren Depressionen

24. März 2011, 09:18
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    foto: idw-online.de

    Frank Schneider, Thomas Nesseler - Depressionen im Alter, Die verkannte Volkskrankheit, Herbig Verlag, München, 2011, EUR 18,50, ISBN 978-3-7766-2662-9

Die Altersdepression ist schwierig zu diagnostizieren - Andere Störungen überlagern die Symptome

Fast 40 Prozent aller Suizide werden von über 60-jährigen Menschen begangen. Ursache dafür sind in den meisten Fällen Depressionen, die im höheren Lebensalter die häufigste psychische Erkrankung darstellen. Unter den 65-Jährigen leiden etwa fünf Prozent unter einer behandlungsbedürftigen Depression. Menschen, die in einem Alters- oder Pflegeheim leben, weisen sogar ein noch höheres Risiko auf, an diesem Leiden zu erkranken. Über Depressionen im höheren Lebensalter informiert ein neuer Ratgeber, der in enger Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) entstanden ist.

Depressionen im Alter entstehen meist als Reaktion auf schwierige Begleiterscheinungen des Älterwerdens. Dazu gehören die nachlassende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, die Zunahme organischer Beschwerden, der Wegfall des sozialen Status durch Berentung oder der Tod von nahestehenden Personen und Einsamkeit. „Auch Ängste, die um die Gesundheit und den Verlust der Selbstständigkeit kreisen, können Depressionen nähren, wenn keine psychischen Bewältigungsstrategien vorliegen", so Frank Schneider. 

Depressive Grundhaltung ist nicht "normal"

Die Symptome der Altersdepression sind nicht grundlegend anders als in jüngeren Jahren. Typisch sind Abgeschlagenheit, Verwirrtheit, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen im Tagesverlauf sowie depressive Gedanken bis hin zu Suizidgedanken. Diese zu erkennen ist jedoch viel schwieriger, da sie von anderen Störungen wie beispielsweise einer Demenz überlagert sein können. Angehörige und Familienmitglieder sind in der Regel auf ihre Beobachtungsgabe und ihre Menschenkenntnis angewiesen, um depressive Tendenzen oder Suizidgedanken zu bemerken und zu reagieren. „Fatalerweise halten es auch viele für normal, dass ältere Menschen eine depressive Grundhaltung haben", so Schneider weiter.

Dass heutzutage Depressionen - auch im höheren Lebensalter - mit Hilfe von Medikamenten und/oder psychotherapeutischen Verfahren gut behandelbar sind, wollen die Herausgeber mit ihrer Publikation zeigen. Auf über 170 Seiten informieren sie über die Diagnose von Altersdepression und deren Behandlungsmöglichkeiten. Daneben geben sie Angehörigen wertvolle Tipps zur Begleitung und Pflege depressiver älterer Menschen und antworten auf die häufigsten gestellten Fragen. Ein umfangreicher Serviceteil mit Erläuterungen zu den gängigsten Fachbegriffen und hilfreichen Adressen runden den Ratgeber ab. (red)

Ferdinand Lachinger
02
25.3.2011, 07:44

Ich denke das ist eher eine gesunde Reaktion als eine Krankheit die man Depression nennt, eben auf ungesunde Zustände in unserer Gesellschaft, die mit Alten eben nicht viel anfangen kann und sie eher als Belastung empfinden.
Jung, dynamisch, leistungsfähig, flexibel, motiviert u.s.w sind die Werte die heutzutage zählen.

NickKnarrkarton
00
26.3.2011, 01:53

Sehe ich ganz genauso.
Dieses Psychotherapie-Geschwafel ist nicht mehr auszuhalten. Für alles und jedes als die vermeintliche Lösung dargestellt, während die gesellschaftlichen Auswüchse natürlich vollkommen unangetastet bleiben.

Ann Ecker
00
Stimme zu!

Hauptsache man kann alles auf die individuelle und körperliche Ebene runterbrechen, und wieder Pillen verschreiben! Neues satirisches online-Mini-Computergame „Doktorspielen“ haut humorvoll genau in diese Kerbe. Ausprobiert, macht Spaß! >> http://trashgames.blogspot.com/2011/05/d... spiel.html

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