Nato einigt sich doch noch auf Übernahme des Kommandos - AU will mit Regierung und Rebellen sprechen - Medwedew ruft Obama an - Rebellen: Zentrum von Misrata eingenommen - Franzosen schießen Kampfjet ab
Guten Tag aus der Redaktion von derStandard.at in Wien. Auch heute berichten wir in Form eines Livetickers von den Ereignissen in Libyen. Die internationale Allianz hat ihre Angriffe auch in der fünften Nacht in Folge fortgesetzt. So waren schwere Explosionen im Süden und Südosten von Tripolis zu hören. Auf Fernsehbildern war Luftabwehrfeuer der Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi zu sehen. Das Staatsfernsehen berichtete außerdem von nächtlichen Angriffen auf Jafar, südwestlich von Tripolis. Bisher ist es der westlichen Allianz Experten zufolge aber nicht gelungen, den Widerstand der regimetreuen Bodentruppen zu brechen. Möchten Sie die Entwicklung in Libyen und darüber hinaus kommentieren? In unserem Forum unterhalb ist dafür Platz. Bitte beachten Sie die Forenregeln, diskutieren Sie sachlich und höflich, sonst wird Ihr Posting von der Redaktion gelöscht.
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0:40 Uhr: Die USA übergeben nach den Worten von
Außenministerin Hillary Clinton das Kommando zur Überwachung der
UNO-Flugverbotszone über Libyen der Nato. Die USA werde aber
weiterhin "Unterstützung" für die Militärmission stellen. Zwar gebe
es bereits erhebliche Erfolge, doch Gaddafi sei
"weiterhin eine Gefahr", sagte Clinton im State Department in
Washington.
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00:10 Uhr: Der EU-Gipfel in Brüssel hat Libyen am Donnerstag
mit weiteren Sanktionen gedroht. "Die Europäische Union ist bereit,
weitere Sanktionen zu initiieren zu beschließen, einschließlich
Maßnahmen, um sicherzustellen, dass Öl- und Gaseinkommen nicht das
Gaddafi-Regime erreichen", heißt es in einer vom Gipfel angenommenen
Erklärung. Die EU-Staaten würden entsprechende Vorschläge auch dem
UNO-Sicherheitsrat unterbreiten.
Die EU-Staaten haben erst am Mittwoch in Brüssel eine Ausweitung
der Sanktionen gegen das Regime Gaddafis beschlossen, der den Volksaufstand gegen sein Regime
blutig bekämpft. Auch die "National Oil Corporation/NOC" ist
enthalten, sagten Diplomaten. Die Guthaben der Ölgesellschaft sowie
"mehrerer Tochterfirmen" in Europa wurden demnach eingefroren und
Geschäftsbeziehungen verboten. Die NOC ist unter anderem Partner der
Ölgeschäfte der österreichischen OMV in Libyen.
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23:20 Uhr: Die Nato-Staaten haben sich nach tagelangen
Debatten auf die Übernahme des Kommandos zur
Durchsetzung der UNO-Flugverbotszone in Libyen
geeinigt. Es gehe darum, Zivilisten in Libyen vor dem Gaddafi-Regime zu
schützen, sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Donnerstagabend in
Brüssel. Das Mandat der Nato gehe nicht über die Flugverbotszone hinaus. Rasmussen zufolge wird es zunächst weiterhin eine Militäroperation der bisher schon aktiven Koalition geben sowie eine
Nato-Operation. Daneben fänden weitere Gespräche statt, um die Rolle der Nato
eventuell auszuweiten.
Noch überwacht eine Koalition um Frankreich, Großbritannien und die USA das Flugverbot. Im Gegensatz zu dieser Gruppe will die Nato nur zur Selbstverteidigung Militäreinsätze fliegen. Nach der neuen Regelung können Frankreich und die anderen Länder weiterhin Militärschläge ausführen, allerdings außerhalb der Verantwortung der Nato.
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22:35 Uhr: Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) hat die baldige
Beantragung mehrerer Haftbefehle wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in
Libyen angekündigt. Louis Moreno-Ocampo sagte am
Donnerstag in Kairo, sein Team ermittle in sieben Fällen wegen der Tötung
unbewaffneter Zivilisten durch libysche Sicherheitskräfte zu Beginn der Proteste
gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi zwischen Mitte und Ende Februar.
Die Ermittler versuchten nun herauszufinden, wer für die Taten verantwortlich
sei, sagte der Staatsanwalt, der sich in Kairo zu Gesprächen mit Vertretern der
ägyptischen Behörden und der Arabischen Liga aufhielt. Der UN-Sicherheitsrat
hatte am 26. Februar das Gericht mit Ermittlungen zu Libyen beauftragt. Am 3.
März gab Moreno-Ocampo dann die Eröffnung eines Verfahrens gegen Gaddafi und
seine Söhne wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekannt.
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22:05 Uhr: US-Außenministerin Hillary Clinton reist in der kommenden Woche zu einem
internationalen Treffen zum Libyen-Militäreinsatz nach London. Clinton werde an
dem von Frankreich vorgeschlagenen Treffen am Dienstag teilnehmen, hieß es aus
dem Außenministerium in Washington. Der britische Außenminister William Hague
erklärte, die teilnehmenden Länder würden eine "Kontaktgruppe" bilden, um die
Bemühungen für den Schutz der Zivilisten in Libyen voranzubringen und Machthaber
Muammar al-Gaddafi zu stoppen. Der französische Außenminister Alain Juppe hatte
zuvor angekündigt, an dem Treffen nähmen alle an dem Militäreinsatz beteiligten
Staaten sowie die Afrikanische Union und die Arabische Liga teil.
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21:30 Uhr: Die Nato-Staaten haben sich nach Informationen aus
Regierungskreisen noch nicht auf die Übernahme des
Kommandos beim Militäreinsatz in Libyen geeinigt. "Es gibt noch keine Einigung,
die Botschafter beraten noch", hieß es in
deutschen Regierungskreisen am Donnerstag in Brüssel. Zuvor hatte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu in Ankara
erklärt, das Kommando werde in ein oder zwei Tagen komplett an die Nato übergeben. Die
Türkei hatte zuletzt den notwendigen einstimmigen Beschluss in dem
Militärbündnis blockiert, da sie bestimmte Bedingungen als nicht erfüllt
betrachtete. So müsse sichergestellt sein, dass keine Zivilisten in
Mitleidenschaft gezogen würden. Die bisher den
Einsatz bestreitenden Länder sollten außerdem nicht unabhängig von der Nato-Führung ihren Einsatz fortsetzen.
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20:45 Uhr: Gaddafi hält sich nach Worten von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon nicht an die
Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. "Die libyschen Behörden haben mehrfach
versichert, das Feuer einzustellen. Aber wir sehen keinen Hinweis darauf", sagte
Ban am Donnerstag bei seiner Berichterstattung vor dem Sicherheitsrat in New
York. "Im Gegenteil: Die Kämpfe nehmen weiter zu um Ajdabiya,
Misrata und andere Städte. Kurz gesagt: Es gibt keine Hinweise, dass
die libyschen Behörden irgendwelche Schritte unternommen haben, um ihrem
Versprechen, die beiden UN-Resolutionen einzuhalten, nachzukommen."
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19:45 Uhr: Nach tagelangen Diskussionen haben sich die
Nato-Staaten nach Angaben des Mitgliedslandes Türkei auf die Übernahme des Kommandos beim Militäreinsatz in
Libyen geeinigt. Die Nato werde innerhalb von ein
bis zwei Tagen die Führung übernehmen, sagte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu am
Donnerstag. "Die Operation wird komplett an die Nato abgegeben", ergänzte Davutoglu.
Diplomaten zufolge war vor allem die Türkei
dagegen, dass die Allianz das Kommando übernimmt.
Die USA wollen wegen ihres Engagements im Irak und
in Afghanistan die militärische Führung des
Einsatzes rasch abgeben.
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19:40 Uhr: Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat in einem
Telefonat mit US-Präsident Barack Obama eine strikte Einhaltung der Resolution
des Weltsicherheitsrats gefordert. Medwedew habe betont, dass der Schutz der
Zivilbevölkerung Priorität genießen müsse. Das
teilte der Kreml am Donnerstag auf seiner Internetseite mit. Die Veto-Macht Russland hatte sich im UN-Sicherheitsrat enthalten. Der
Libyen-Konflikt hatte in Moskau zu einer scharfen Kontroverse zwischen Medwedew
und Regierungschef Wladimir Putin über die Bewertung der internationalen
Militäraktion geführt.
Die USA wollen sich indessen nach der geplanten Abgabe ihrer Führung bei der
Libyen-Militäroperation nicht mehr direkt an der Durchsetzung der
Flugverbotszone beteiligen. Sie wollten nur noch "Unterstützung und Hilfe"
leisten, etwa in Form von Aktionen zur Störung des libyschen Radars, beschrieb
der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, am Donnerstag die künftige Rolle
beim Libyen-Einsatz.
Carney bekräftigte, dass die USA die Führung im Laufe von "Tagen" abgeben
wollten. Er äußerte sich optimistisch, dass dies "relativ schnell" geschehen
werde. Der Libyen-Einsatz sei "zeitbegrenzt", das heißt, es gebe kein "offenes
Ende", betonte der Sprecher weiter. Er wies darauf hin, dass durch die Mission
eine "enorme Zahl von Menschenleben gerettet" worden sei. Es sei gelungen, in
der von den libyschen Gaddafi-Truppen attackierten Rebellenhochburg Benghazi
(Bengasi) "ein Massaker zu verhindern". Vorwürfe der Republikaner, dass Präsident Barack Obama den Kongress nicht
ausreichend informiert habe, wies Carney zurück. Obama habe das getan, und zwar
"substanziell".
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19:10 Uhr: Durch die internationalen Luftangriffe sind
nach Angaben der Regierung etwa hundert Zivilisten ums Leben gekommen. Seit
Beginn der Angriffe der Koalition unter Führung Frankreichs, Großbritanniens und
der USA auf Stellungen der Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi habe es
insgesamt "rund hundert Tote" unter der Zivilbevölkerung gegeben, sagte
Regierungssprecher Mussa Ibrahim am Donnerstag.
Unterdessen sagte ein Arzt am Krankenhaus der umkämpften Küstenstadt Misrata, in der vergangenen Woche seien bei der Offensive der
Regierungstruppen auf die Stadt 109 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 1.300
Menschen wurden demnach verletzt, 81 davon schwer. Allein am Donnerstag
erschossen Heckenschützen demnach vier Menschen in der Stadt. Augenzeugen
zufolge beschossen Einheiten Gaddafis am Mittwoch ein Krankenhaus und
Wohngebäude in der rund 200 Kilometer östlich von Tripolis gelegenen Stadt, die
von den Rebellen gehalten wird.
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18:50 Uhr: Die Rebellen haben nach eigenen Angaben in der umkämpften Stadt Misrata 30 Heckenschützen der Regierung getötet. Ein Sprecher sagt, die Aufständischen hätten inzwischen das Stadtzentrum
erreicht.
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18:40 Uhr: Die Afrikanische Union will mit Vertretern der libyschen Regierung und der Opposition über die
Krise in Libyen sprechen. Libyens Machthaber Muammar Gaddafi könnte zu dem für
Freitag geplanten Zusammenkommen seinen Ministerpräsidenten schicken, sagte
der Präsident der
Union, Jean Ping, am Donnerstag. Zudem seien neben Oppositionellen aus dem von
Aufständen erschütterten nordafrikanischen Land auch Vertreter der Europäischen Union, des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und benachbarter Staaten
eingeladen worden. Das Treffen soll im äthiopischen Addis Abeba stattfinden.
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18:30 Uhr: Das Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) erhält
nach eigenen Angaben "alarmierende" Informationen über das Schicksal der
Zivilbevölkerung in den libyschen Städten Misrata und Ajdabiya. Ärzte kämpften unter schwierigsten Bedingungen um das Überleben
von Verletzten. Die Zivilbevölkerung komme angesichts der heftigen Kämpfe nicht
zur Ruhe, teilte das IKRK am Donnerstag in Genf mit. Die Organisation forderte
für die Hilfsorganisationen freien Zugang zu den Verletzten in den
Kampfgebieten. Alle Parteien müssten die humanitäre Hilfe zulassen.
Das IKRK ist mit mehreren Delegierten im Kampfgebiet präsent. Diese konnten
Gefangene besuchen und vor allem Erste-Hilfe-Material verteilen. Zudem brachte
das Hilfswerk 145 Tonnen Reis, Zucker, Speiseöl, Linsen und Salz nach Tobruk. Das IKRK unterstützt auch die Rotkreuz-Organisationen, die sich an der
libyschen Grenze um die Flüchtlinge kümmern, die sich in Tunesien oder Ägypten
in Sicherheit zu bringen versuchen.
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17:30 Uhr: Das türkische Parlament hat am Donnerstag einen Einsatz
der Marine zur Kontrolle des Waffenembargos gegen Libyen genehmigt. Die
Abgeordneten hätten dem Vorhaben in einer nichtöffentlichen Sitzung mehrheitlich
zugestimmt, berichteten türkische Fernsehsender aus der Hauptstadt Ankara. Damit
kann sich die Türkei mit fünf Marineschiffen und einem U-Boot an der
Durchsetzung des vom UN-Sicherheitsrates beschlossenen Embargos beteiligen.
Die beteiligten Einheiten sollen Schiffe auf dem Weg in libysche Häfen
kontrollieren, sofern sie verdächtig werden, Waffen oder Söldner nach Libyen zu
bringen. Eine Führungsrolle der NATO für die Luftangriffe auf Ziele in Libyen
lehnt die türkische Regierung bisher ab.
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17:05 Uhr: Gaddafi ist in den Augen der französischen
Diplomatie "diskreditiert", und Paris pflegt "keinen direkten Kontakt" mehr mit
ihm. Dies erklärte der französische Außenminister Alain Juppe (UMP) am
Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Paris. Er betonte weiter, dass die
militärische Führung der Operation bei den Teilnehmerländern bleiben müsse und
nicht an die NATO abgegeben werden solle.
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16:59 Uhr: Die UN-Kulturorganisation UNESCO hat die Truppen Gaddafis und das gegen sie kämpfende internationale Bündnis zum Schutz der
Kulturgüter in Libyen aufgerufen. Die kulturellen Stätten in dem
nordafrikanischen Land sollten nicht Ziel von Angriffen sein, forderte
UNESCO-Direktorin Irina Bokowa am Donnerstag. Das libysche Kulturgut sei wichtig
für die gesamte Menschheit.
In Libyen gehören fünf Stätten zum UNESCO-Weltkulturerbe: die alte Oasenstadt
Gadames, das Gebirge Tadrart Akakus, sowie die archäologischen Stätten von
Kyrene, Leptis Magna und Sabratha. Die UNESCO hatte ihre Zusammenarbeit mit
Libyen Anfang März wegen der Menschenrechtsverstöße in dem nordafrikanischen
Land ausgesetzt.
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16:55 Uhr: Die Kosten der Libyen-Militäraktion bringen das Pentagon in Nöte. Nach Angaben
der "Washington Post" vom Dienstag ist zurzeit noch unklar, woher die Gelder für
den Einsatz kommen sollen und wie teuer das ganze Unternehmen die USA zu stehen
kommt. Nach manchen Expertenschätzungen kostet die Einrichtung einer begrenzten
Flugverbotszone wie die in Libyen über stärker besiedelten Gebieten zwischen 30
und 100 Millionen Dollar (21 bis 70 Millionen Euro) pro Woche, aber konkrete
Zahlen gibt es bisher nicht.
So oder so ist das Pentagon darauf angewiesen, dass ihm der Kongress rasch
unter die Arme greift, das heißt, die Gelder schnell per Nachtragshaushalt
bewilligt. Denn aus dem laufenden Etat kann das Ministerium die Summen nicht
aufbringen oder auch nur vorschießen.
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16:50 Uhr: Die brutalen Übergriffe des Regimes auf Zivilisten in Libyen dauern nach
Darstellung des britischen Außenministers William Hague an. "Fürchterliche
Gewalt gegen libysche Einwohner findet weiterhin statt", sagte Hague am
Donnerstag im Parlament in London. "Das entlarvt die Beteuerungen des Regimes,
eine Waffenruhe angeordnet zu haben, als völligen Schwindel", sagte er. Das
"robuste Handeln" der Alliierten zur Durchsetzung der UN-Resolution 1973 gehe
weiter, sagte Hague.
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16:25 Uhr: Die Kämpfe zwischen Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi und
Milizen der Regimegegner sind am Donnerstag an der Front bei Ajdabiya weitergegangen. Die Aufständischen machten dabei etwas Boden gut
und kontrollierten den südlichen Zugang zu der Stadt, berichtete die libysche
Oppositions-Webseite "Libya al-Youm". Die anderen Ortseingänge würden weiter von
den Regimetruppen kontrolliert. Indes ging der Einsatz der Alliierten weiter.
Nach tagelangem Artilleriebeschuss sei der Großteil der Bevölkerung aus
Ajdabiya, 160 Kilometer südlich von Bengasi, geflohen. Die Frontlinie trennt
den von den Regimegegnern gehaltenen Osten des Landes vom Rest, der bis auf
einige, stark unter Druck stehenden Oppositionsenklaven von Gaddafi kontrolliert
wird.
Unterdessen bombardierten französische Kampfjets vom Typ Rafale und Mirage
eine libysche Militärstellung "250 Kilometer südlich der Küste" mit Lenkwaffen.
Nach Angaben der Streitkräfte in Paris waren in der Nacht auf Donnerstag
insgesamt zehn französische Flugzeuge im Einsatz. Der angegriffene
Luftwaffen-Stützpunkt liege im Westen des bisherigen französischen
Einsatzgebietes (rund um die Stadt Bengasi), sagte ein Sprecher ohne nähere
Angaben.
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16:10 Uhr: Französische Kampfjets haben nach Medienberichten am
Donnerstag ein libysches Flugzeug abgeschossen. Das berichtete der US-Sender ABC
unter Berufung auf französische Militärkreise am Donnerstag auf seiner Website.
Die Maschine sei über der umkämpften Stadt Misrata getroffen worden,
hieß es. Das französische Verteidigungsministerium wollte dies zunächst nicht
bestätigen. "Wir kommentieren keine laufenden Militäraktionen", sagte ein
Sprecher. Bereits am Dienstag war ein libyscher Jet bei Bengasi im
ersten direkten Luftkampf des Libyen-Konflikts abgeschossen worden.
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16:00 Uhr: Die 28-NATO-Staaten können sich weiterhin nicht auf einen Einsatz zur
Durchsetzung eines Flugverbotes in Libyen einigen. Diplomaten sagten am
Donnerstag, die Gespräche würden fortgesetzt. Es sei aber nicht absehbar, ob und
wann es zu einer Einigung kommen werde.
Diesen Angaben zufolge blockiert derzeit vor allem die Türkei einen
Beschluss. Ankara fordere, dass die Mitglieder der westlichen "Koalition"
zunächst sämtliche Militäraktivitäten gegen Libyen einstellten. Wenn dann die
NATO die Leitung der Operation übernehme, so müsse sie sich auf die Einhaltung
des Flugverbots beschränken. Vor allem Frankreich und Großbritannien lehnten
diese türkischen Forderungen ab, hieß es.
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15:55 Uhr: Die Europäische Union hat am Donnerstag die aktuelle Liste von Personen und Gesellschaften, die von den Sanktionen gegen das libysche Gaddafi-Regime betroffen sind, im Amtsblatt veröffentlicht. Die am Mittwoch beschlossenen Sanktionserweiterungen traten damit in Kraft. Auch die "National Oil Corporation/NOC", Partner der Ölgeschäfte der österreichischen OMV in Libyen, ist nun miteinbezogen. Aus Diplomatenkreisen war das bereits am Mittwoch bekanntgeworden.
Die EU-Sanktionen umfassen einerseits ein Reiseverbot, andererseits die Einfrierung der Vermögenswerte von Personen und Organisationen die mit dem Gaddafi Regime in Verbindung gebracht werden. Auch Einzelpersonen wie Familienmitglieder des Gaddafi-Clans oder der libysche Manager mit österreichischem Pass, Mustafa Zarti, früherer Vizepräsident des libyschen Staatsfonds (LIA), finden sich auf der Liste.
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14:30 Uhr: Die libysche Internet-Zeitung "Al-Watan" meldete am Donnerstag, über Gaddafis Heimatstadt Sirte sei am Mittwochabend ein französisches Kampfflugzeug abgeschossen worden. Der Pilot habe sich retten können. Er sei nun ein Gefangener der libyschen Armee. Ein Sprecher der französischen Streitkräfte bestritt diese Darstellung. "Kein französisches Flugzeug wurde in Sirte abgeschossen", sagte Oberst Thierry Burkhard der dpa.
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14:26 Uhr: Am frühen Nachmittag eine erste kurze Zusammenfassung der heutigen Ereignisse: Trotz tagelanger Luftangriffe auf die Truppen von Libyens Machthaber Muammar Gaddafi haben die westlichen Alliierten bislang den Beschuss von Rebellen-Städten nicht stoppen können. Panzer Gaddafi-treuer Einheiten rückten Einwohnern und Rebellen zufolge im Schutz der Dunkelheit in der Nacht zu Donnerstag wieder in Misrata ein. 16 Menschen seien von Regierungstruppen getötet worden. Auch in anderen Landesteilen blieben die Aufständischen in der Defensive. Frankreichs Außenminister Alain Juppe sagte, es werde Tage oder Wochen, aber nicht Monate dauern, um Gaddafis militärische Fähigkeiten zu zerstören. Die libysche Regierung warf dem Westen vor, bei den Luftangriffen auch Zivilisten getötet zu haben.
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13:34 Uhr: In Libyen wird nach Angaben eines Vertreters des Landes der Treibstoff knapp. Importe seien nötig, um die Engpässe zu überbrücken. Ein Tanker sei auf dem Weg nach Libyen, werde aber womöglich wegen der Seeblockade der westlichen Militärallianz sein Ziel nicht erreichen.
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13:16 Uhr: Mehrere tausend Hacker aus Serbien führen derzeit nach Angaben einer libyschen nichtstaatlichen Organisation einen Cyberkrieg gegen die Gegner von Machthaber Muammar al-Gaddafi. Mehr als 50.000 Internet-User aus Serbien hätten Pro-Gaddafi-Bewegungen in Facebook, Twitter, Myspace, dem YouTube-Portal und anderen sozialen Netzwerken organisiert, behauptete die Libysche Jugendbewegung in einer Aussendung, die der staatliche Presseagentur Tanjug am Donnerstag übermittelt wurde.
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13:13 Uhr: Kampfjets der westlichen Militär-Allianz haben neue Luftangriffe geflogen. Ziel war nach Angaben aus libyschen Militärkreisen der Stadtteil Tadschura in der Hauptstadt Tripolis.
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13:05 Uhr: Der Sender Al Arabija meldet Luftangriffe der westlichen Militär-Allianz auf den Ort Sabha im Süden des Landes.
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12:52 Uhr: Die NATO hat sich nach Angaben eines Diplomaten im Wesentlichen auf einen Plan für die Kommandostruktur für einen möglichen Militäreinsatz in Libyen geeinigt. Die Kommandos für die täglichen Einsätze sollen sich auf dem NATO-Stützpunkt in Neapel und auf dem Stützpunkt im norditalienischen Poggio Renatico befinden, wie der NATO-Diplomat am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Brüssel sagte. Der Gesamteinsatz solle im militärischen NATO-Hauptquartier im belgischen Mons überwacht werden.
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12:31 Uhr: Im US-amerikanischen Magazin Foreign Policy fragt Colum Lynch in einem Kommentar: Is a Libyan oil-for-food program on the way?
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11:42 Uhr: In Misrata stehen einem Bewohner zufolge nach wie vor Panzer von Gaddafi-loyalen Truppen. Die westliche Militärallianz habe am späten Mittwochabend zwar Panzer am Stadtrand beschossen. Panzer, die bereits in der Stadt gewesen seien, seien nicht getroffen worden, sagt der Bewohner in einem Telefonat mit Reuters.
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11:15 Uhr: Laut Nachrichtenagentur Reuters berichten Einwohner von Misrata, dass Gaddafi-Truppen den Hafen der Stadt eingenommen hätten. Tausende Gastarbeiter, die darauf warteten, außer Landes gebracht zu werden, säßen fest.
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10:36 Uhr: Die internationale Militärallianz hat ihre Luftangriffe in Libyen nun auch auf den Süden des Landes ausgeweitet. Zudem wurden in der Nacht auf Donnerstag mehrere Ziele östlich der Hauptstadt Tripolis bombardiert. Augenzeugen sahen Flammen auf einem Militärstützpunkt in dem Vorort Tajura.
Nach Angaben aus libyschen Sicherheitskreisen bombardierte die Allianz unter anderem mehrere Ziele in der Stadt Sebha, rund 1.000 Kilometer südlich von Tripolis. Auch ein Militärflughafen in Al-Jufra, 800 Kilometer südlich der Hauptstadt, geriet unter Beschuss.
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10:02 Uhr: Der UNO-Sicherheitsrat berät am heutigen Donnerstag erneut zum Konflikt in Libyen. Bei der Sitzung will UNO-Generalsekretär Ban die Ratsmitglieder über die Lage seit dem Beschluss der Resolution 1973 am vergangenen Freitag informieren. Mit der Resolution hatte das oberste UNO-Gremium "alle notwendigen Maßnahmen" zum Schutz der Zivilbevölkerung in dem nordafrikanischen Land - mit Ausnahme des Einsatzes von Bodentruppen - erlaubt.
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09:41 Uhr: Widersprüchliche Meldungen zu Misrata - einer heftig umkämpften Stadt im Westen Libyens: Laut der britischen Tagszeitung Guardian ist Misrata nach Luftschlägen der Alliierten wieder in der Hand der Rebellen. Al Jazeera allerdings berichtet von neuerlichen Angriffen Gaddafi-treuer Truppen auf Misrata.
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9:29 Uhr: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel will beim EU-Gipfel in Brüssel ein komplettes Embargo gegen Öl aus Libyen durchsetzen. Kein europäisches Land dürfe mehr Öl aus Libyen importieren, forderte Merkel am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag kurz vor Beginn des zweitägigen EU-Gipfels.
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9:26 Uhr: Die internationale Allianz wird weiterhin militärische Ziele aus der Luft angreifen, sagt der französische Außenminister Alain Juppé dem Radiosender RTL. Die Angriffe gingen "so lange wie notwendig" weiter.
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09:06 Uhr: Die geplante internationale Führungsgruppe
für den Libyen-Einsatz steht französischen Angaben zufolge für alle
interessierten Staaten offen. Das Gremium könne sich binnen weniger
Tage zusammenfinden, hieß es im Umfeld des französischen Präsidenten
Nicolas Sarkozy. Parallel dazu werde die NATO weiterhin die täglichen
militärischen Entscheidungen treffen, um die UNO-Resolution zum
Schutz der libyschen Zivilbevölkerung umzusetzen.
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08:49 Uhr: Der Londoner Guardian schaut sich in seiner Sektion "Comment is free" an, wie Amerikas Rechtsaußen mit der Intervention in Libyen klarkommen. Fox News-Scharfmacher Glenn Beck zum Beispiel.
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08:07 Uhr: Eben entdeckt: derStandard.at-Videoblogger und Journalist Robert Misik verteidigt die alliierte Intervention in Libyen gegenüber ihren Kritikern - auch ein Beitrag des SPÖ-Jungdenkers Nikolaus Kowall zu eben diesem Thema ist mittlerweile online.
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08:00 Uhr: Aus Misrata wurden schwere Kämpfe zwischen den Truppen des Gaddafi-Regimes und Aufständischen gemeldet. Regimetreue Truppen erhöhten ihrerseits zugleich Anrainern
zufolge den Druck auf die Aufständischen-Hochburg Misrata
im Westen. "Panzer kommen immer näher an das Krankenhaus heran und
nehmen die Gegend unter Beschuss", sagte ein Arzt per Telefon, bevor
die Leitung nach kurzer Zeit wieder unterbrochen war. Es wurden
danach schwere Kämpfe gemeldet. Bewohner von Misrata berichteten dem
US-Sender CNN, dass am Mittwochabend auch das Krankenhaus der Stadt
angegriffen worden sei. Panzer hätten die Klinik beschossen, zwei
Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. (mka/flon/derStandard.at, 24.3.2011, APA/Reuters)
Alle Zeitangaben beziehen sich auf die Mitteleuropäische Zeitzone (MEZ). In Libyen ist es eine Stunde später als in Österreich.
Nicht alle Informationen in diesem Livebericht können aufgrund
der Lage in Libyen mit der gewohnten Gründlichkeit überprüft werden.
Dies gilt speziell für Informationen, die uns über Twitter, Facebook und
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