Morales will Zugang zum Pazifik einklagen

24. März 2011, 06:46

Region ging nach Krieg 1879 an Chile verloren

La Paz/Santiago de Chile (APA) - In dem mehr als 130 Jahre alten Streit mit Chile um einen Zugang Boliviens zum Pazifik will die Regierung in La Paz nun internationale Organisationen und Gerichtsinstanzen einschalten. "Die internationale Gemeinschaft muss verstehen, dass nun der Moment gekommen ist, damit diese für die Bolivianer ungeheure Wunde des versperrten Zugangs zum Meer durch ein gerechtes Urteil geheilt und unserem Land der maritime Charakter zurückgegeben wird", sagte der linksgerichtete bolivianische Präsident Evo Morales am Mittwoch (Ortszeit). Welche internationalen Institutionen gemeint waren, sagte Morales nicht. Infrage käme etwa der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag.

Nicht das Ende der Gespräche

Morales betonte, die Einschaltung internationaler Institutionen bedeute nicht das Ende der Gespräche mit Chile über einen Zugang zum Meer. Allerdings stießen die Worte von Morales dort sofort auf Kritik. Es sei sehr schwer, die Gespräche aufrechtzuerhalten, wenn gleichzeitig Drohungen ausgestoßen würden, sagte etwa der oppositionelle Senator Jorge Pizarro. Die chilenische Regierung äußerte sich zunächst nicht.

Bolivien hatte 1879 in einem Krieg mit Chile etwa 400 Kilometer Pazifik-Küste und die Atacama-Wüste verloren. Die Region gehört seither zu Chile. Beide Seiten sprechen seit 2006 wieder über das Problem. In der Vergangenheit diente der Anspruch Boliviens auf einen Zugang zum Meer bolivianischen Regierungen als Ablenkung von innenpolitischen Schwierigkeiten. Die Umfragewerte für Morales, die seit seinem Amtsantritt 2006 lange sehr hoch waren, sind in den vergangenen Monaten stark gefallen. (APA)

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Horst Holger
10
nachdem sich der Evo immer an seinem größten Unterstützer Hugo C.

orientiert, gibt es nurmehr zwei Möglichkeiten von den innenpolitischen Problemen im Land abzulenken (Hugo macht´s regelmäßig vor):
- den Küstenstreifen besetzen lassen und die Chilenen sofort enteignen
- mit dem Finger nach Norden zeigen und die USA beschuldigen, an dem Elend Schuld zu sein (keinen Urlaub an der bol. Küste machen zu dürfen)

Es wird immer absurder in Bolibabania....

Miriam Lang
00

Die Wahrscheinlichkeit, daß Evo Morales die chilenische Küstenregion militärisch besetzt, schätze ich mal so hoch ein, wie wenn Tibetanische Mönche Peking besetzen könnten. Müsste so hinkommen im Kräfteverhältnis.

johann steiner
20
29.3.2011, 12:14

Die Haltung von Chile in dieser Angelegenheit ist sehr widerlich

Miriam Lang
01

ist sie das? Können Sie begründen warum?

Ernst Guevara
12
26.3.2011, 07:48
die "logikketten" der APA sind wie üblich nix als unsinn

journalismus war das nie, ist das nicht und wird es niemals sein. man kann natürlich mutmaßungen darüber anstellen, dass evo mit dem thema zugang zum meer von der innenpolitik ablenken will - als spekulation hat das in einem kommentar platz und macht dort durchaus sinn. aber die beiträge der APA behaupten ja von sich selbst, zu *informieren* und nicht meinungen zu artikulieren. jeder seriöse journalist kennzeichnet und differenziert zwischen meinung und information. die APA vermischt diese beiden dinge sehr gerne, weshalb es sich tatsächlich um propaganda handelt und nicht um sachliche information. die APA ist also neben der krone einer der effizientesten totengräber der demokratie in österreich.

Kuni bert
01
26.3.2011, 14:30

Auch ich unterstütze Morales und Chavez prinzipiell. Das heisst aber NICHT, dass man blind und blauäugig ALLES gutheißt, was die beiden fabrizieren. Ein solches Verhalten nennt man Nibelungentreue.

Der Grenzstreit mit Chile wird in BOL alle ca 10 Jahre in unschöner Regelmäßigkeit ausgegraben. Und zwar von ALLEN Regierungen, die eine innenpolitische Krise durchmachen. Es ist TRAURIG, dass sich Morales jetzt ebenso verhält wie z.B. ein Herr Banzer. Fällt dem Evo wirklich nichts anderes ein?

Der Neue Mensch
00
26.3.2011, 11:04

Lieber Che, dem Evo geht es innenpolitisch tatsächlich dreckig. Siehe auch hier:

Die bolivianische Utopie vom guten Leben
Der geplatzte Traum
http://taz.de/1/politik... zte-traum/

Ernst Guevara
10
26.3.2011, 16:07
LOL

und ich verschwende auch noch meine zeit mit diesem unsinnigen taz-artikel. demonstrationen gegen evos maßnahmen sind ein zeichen für seine schwäche? offenbar haben Sie das prinzip demokratie nicht verstanden, werter neuer mensch. ausserdem vergleiche man demonstrationen während evos regierungszeit mit demonstrationen während der amtszeit von, sagen wir, seinem vorgänger goni. dutzende todesopfer durch polizeiterror waren früher die regel, und heute? aber auch der rest in diesem taz-artikel ist ausgesprochener müll und bietet keine diskussionswürdigen argumente, mit denen man evos politik kritisieren könnte. wenn Sie ausnahmsweise seriöse kritik anbieten können, kommen Sie bitte wieder. bis dahin empfehle ich http://www.nacla.org

groebben
00
27.3.2011, 16:22

Ihrer Meinung schliesse ich mich an.Es ist richtig das Evos Beliebtheit seit einigen Monaten im Sinkflug ist (teilweise zurecht, denn er hat wirklich in den letzten Monaten viele schwerwiegende Fehlentscheidungen getroffen).Der TAZ Artikel ist aber extremst einseitig geschrieben und zeigt nicht die Realitaet Boliviens. Die groesste Kritik in Bolivien selber kommt zur Zeit von linken Gruppierungen. Es wird gesagt, er Regiert noch immer "imperialistisch" und fuer die obere Klasse. Das Probem, was ich hier sehe ist die alternative. Eine noch linkere Politik wie etwa in Venezuela?? Wenn die Leute Evo nicht mehr haben wollen ist das ok und Ihre Entscheidung, ich glaube aer nciht, das zur Zeit jemand anderes Erfolgreicher sein kann in Bolivien.

Captain Future
02
25.3.2011, 07:34

"Bolivien hat aufgrund des Friedensvertrags von 1904 in Arica Freihafenrechte und das Recht zu zollfreiem Warentransit, was von Chile auch stets respektiert wurde und wird, so dass Bolivien rein faktisch für den Warenverkehr über einen Zugang zum Pazifik verfügt."

Was soll der Bloedsinn also.

ChristianoLucio
01
24.3.2011, 21:10

Passt. Holen wir uns Triest zurück.

Erisian Liberation Front
00
24.3.2011, 17:54
Wenn das so ist

dann will ich das Habsburgerreich von Karl V wieder zu Österreich bekommen.
Schließlich gab es da mal gemeinsame Wurzeln ;-)

Der junge Jim Kirk
20
24.3.2011, 16:21

Na was soll da Slovenien sagen. Die haben sogar küste und nichts im krieg verloren und trotzdem keinen freien zugang zu internationalen gewässern.

Kuni bert
44
24.3.2011, 15:55

Morales scheint in erheblichen innenpolitischen Schwierigkeiten zu stecken, wenn er diesen Uraltladenhüter wieder aus der Rumpelkammer hervorkramt.

Apropos uralt: Vielleicht verklagt Schweden demnächst Finnland auf die Herausgabe von Turku oder Tampere. Gehörten ja irgendwann einmal zu Schweden.

Austro-Spanier0
10
24.3.2011, 16:12
und Finland verklagt Russland

zur Herausgabe der Karelia, die ja einmal zu Finland gehörte......

Keli Orange
 
63
24.3.2011, 13:53

Als ansprechbare Institution würde ich dem Herrn Hugo Chav... äh Evo Morales das Salzamt empfehlen. Ist zwar nicht ganz international, aber es wird sich sicher gebührlich mit seinem Anliegen auseinandersetzen.

Freund der Sanktionen
01
24.3.2011, 13:49
Soweit ich weiss hält sich Bolivien

immer noch eine Marine als Waffengattung. Da scheint also tatsächlich etwas sehr tief zu sitzen...;)

Lageos
00
24.3.2011, 23:21

Bis vor ein paar Jahren hatte das Bundesheer auch noch ein paar Schiffe (also nicht nur Schlauchboote).

Im Heeresgeschichtlichen Museum ist man noch immer sehr stolz auf die Marine.

consul
01
24.3.2011, 15:42

in meiner badewanne bin ich kaptän....

groebben
00
24.3.2011, 15:51

die bolivianische Badewanne heisst in diesem Fall Titikaka See...

Miriam Lang
311
24.3.2011, 11:44
Grenzvertrag 1904

Chile und Bolivien haben einen 1904 beidseitig im Einverständnis unterschriebenen Grenzvertrag, den die heutigen Grenzen auch widerspiegeln.

Was gibt es da grossartig einzuklagen?

Das selbe gilt für die zu Bolivien ähnlichen Nachbarn im Norden, Peru: Sie versuchen auch durch Klagen im Gerichtshof in Den Haag, territoriale zugewinne zu erlangen.

Den Haag ist doch kein Spielplatz der Eitelkeiten, um Frustrationen aus der Vergangenheit zu kitten.

Malkaye
111
24.3.2011, 12:06
sie wollen lieber waffen sprechen sehen?

territoriale angelegenheiten sind hochsensibel.

Miriam Lang
00
24.3.2011, 13:35
Keine Waffen

Nein, Waffen würde ich nicht sehen wollen... nicht mal die Bolivianer denken im Traum daran, zu den Waffen zu greifen.
Die sind sich ihrer Möglichkeiten und entsprechenden Unterlegenheit gegenüber dem übermächtig erscheinenden Nachbarn völlig im Klaren.

Aber es liegt auf der Hand, daß aufgrund des nicht vorhandenen Risikos und fehlender negativen Konsequenzen am i. Gerichtshof, die Hemmschwelle sinkt, um solche Streitigkeiten und Hasstiranden in der eigenen Bevölkerung zu verankern. Nach dem Motto, "Man risikiert ja nichts, wenn man vor Gericht was erstreiten will. Wenns klappt, super... wenn nicht, dann ändert sich nichts".

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36
24.3.2011, 12:13

Die können sensibel wie sonst was sein, eine Klage gegen einen mW wasserdichten Vertrag ist trotzdem nicht recht erfolgversprechend.

Doppelfelix
33
24.3.2011, 12:38

Zeigen Sie mir einen Vertrag der wasserdicht ist.

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