Angriff auf Darabos wegen Museumsschließung

23. März 2011, 16:32

Milizoffizier Scherer wurde per Bescheid erklärt, dass er Ausstellungsstücke zurückgeben muss

Wien - Als das Bunkermuseum am Wurzenpass am 25. August 2005 eröffnet wurde, gab es allseits Lob und öffentliche Förderung für den innovativen Ansatz: Der Milizoffizier Andreas Scherer hatte eine demilitarisierte (und ehemals geheime) Bunkeranlage privat erworben und zur einzigen Dauerausstellung über das Bundesheer im Kalten Krieg ausgebaut. Die Schaustücke lieferte das Bundesheer gerne, denn Scherer galt als verlässlich - schließlich ist er auch im Hauptberuf für das Verteidigungsministerium tätig.

Seit er aber bei Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) in Ungnade gefallen ist, ist Scherer in Bedrängnis. Per Bescheid wurde ihm erklärt, dass er nicht mehr verlässlich sei und dass er auf eigene Kosten die Schaustücke zurückgeben solle - was diese Woche zu einer parlamentarischen Anfrage der Freiheitlichen geführt hat. Mündlich hatte Darabos schon in der Vorwoche erklärt, dass er das Museum keineswegs zu schließen beabsichtige.

Eine Zusage, die ihm leicht gefallen sein dürfte: Schließlich fällt das Museum selbst nicht in seine Zuständigkeit, Träger ist ein privater Verein, verantwortlich ist Scherer. Scherer, der wie der abgelöste Generalstabschef Edmund Entacher der Sozialdemokratie zugerechnet wird, sieht sich allerdings als verfolgt an. Die ÖVP Kärnten konnte er ebenso wie die Offiziersgesellschaft als Unterstützer für die Weiterführung des Museums gewinnen.

Aus dem Verteidigungsministerium wird dagegen erklärt, dass die bescheidmäßige Aberkennung der Verlässlichkeit (Voraussetzung dafür, dass man Scherer demilitarisiertes Kriegsgerät überlassen kann) notwendig war, weil Scherer Waffen ausstellt, für deren Besitz er keine Erlaubnis hat. Auch fehle dem Museum die wissenschaftliche Qualifikation und die eigene Sammlung. Jeder Zusammenhang damit, dass Darabos den unbequemen Scherer im Vorjahr als Leiter der Kommunikationsabteilung seines Hauses abgelöst hat, wird bestritten.

Offizierskameraden stellen dennoch einen Zusammenhang mit dem Fall von General Entacher her: Dieser habe das Bunkermuseum immer unterstützt. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.3.2011)

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Posting 1 bis 25 von 73
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mief quirl
03
25.3.2011, 13:31
Wie peinlich ist die Aktion denn bitte?

Das hat ja was von den juristischen Kleinkriegen gelangweilter Frühpensionisten in Vorstadtschrebergärten, nur dass es hier ein Minister persönlich den Rächer mit dem Rechen gibt.

eagle13
 
01
24.3.2011, 16:05
Es handelt sich um ein Museum und man wird doch hoffentlich nicht mit den Waffen in den Krieg ziehen wollen. Ansonsten gilt der Witz bei der US-Navy Admiral, Admiral unser Museumszerstörer ist weck. Kapitän keine Sorge die Deutschen beteiligen sich

wieder mal an einer Militärmission.
Das seitens des BMLVS Kosten gespart werden sollen gut, nur ist die Frage, ob man den Bunker für mehr an einen Pilzzüchter oder die lokale Brauerei gebracht hätte.
Bei den Exponaten ist ihr Rechtsstand in Österreich korrekt, aber wenn man z.B: die Seite des Parlaments sich ansieht wird es eigenartig.
http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/... 209527.pdf
Denn hier empfiehlt das BMLVS eine Änderung des Gesetzes und dies aus gutem Grund, wenn z.B. der Schneidbrenner an alle Exponate des HGM vor Verleihung angesetzt werden und damit entstehen dem Steuerzahler nicht unbeträchtliche Schäden, weil bei einer Veräußerung bringt ein Funktionsfähiges Gewehr von 1820 mehr als ein demilitarisierte

tock tock tock
03
24.3.2011, 15:01

A kleiner Bitzler, der Herr Darabos ... und a bissl verstrassert ...

haschtrafikant
10
24.3.2011, 15:08

Irgendwie werd´ ich das Gefühl nicht los, du magst ihn nicht recht. ;-)

Prof. Alois
 
00
25.3.2011, 19:34
Herr Darabos

Ist ein völliger Irrläufer. Sofern man nur ein bisschen Ahnung von Militär hat.

Ich wage es sogar zu sagen, dass er der schlechteste Minister in unserer Geschichte ist. Zumindet ist nicht dokumentiert, dass es jemals einen Minister gab, der auf Budget freiwillig verzichtete.

Dass Pazifisten hierzulande Pazifismus damit verwechseln, dass man sich mit Militär gar nicht mehr bechäftigen muss, kann man ja nicht den Darabos- Kritikern zurechnen.

Binghampton Birdie
01
26.3.2011, 15:41

Darabos ist die Bankrotterklärung an
Minister Ernennungen

tock tock tock
00
24.3.2011, 15:11

... jetzt noch weniger.

alexander2010
00
24.3.2011, 15:41

Ich mag diesen inkompetenten Verteidigungsminister auch nicht. ;-)

tock tock tock
00
24.3.2011, 15:42

Ich glaub, ich hab einen Follower :P

per verser
07
24.3.2011, 14:07

ich kenne scherer von der uni her - er macht grad sein doktorat in geschichte oder hat es bereits, und er war damals als vortragender souverän, unterhaltsam, und kompetent. ein mensch mit eigeninitiative. eine fehlende wissenschaftlichkeit vermag ich beim besten willen nicht zu sehen.

doko
56
24.3.2011, 13:42
jedem sein eigenes furz-museum

und am besten aus steuergeldern finanziert
wir habns ja

Kronenzeitungsleser
12
24.3.2011, 14:24
...ich schlage für Häupl ein Wein-Museum vor

oder für Gusi ein 'Bodenküsser-Museum'.

Peda
00
24.3.2011, 12:47

Es ist klar dass das BMLVS kein entmil. Gerät verleihen muss, sich aber sehr wohl an geltende Verträge zu halten hat, aus dem man in diesem Fall offenbar irgendwie raus will.
Aber kann ihm das BMLVS die Verlässlichkeit absprechen? Braucht man dazu nicht ein psychologisches Gutachten (vgl. Waffenschein) bzw. einen Nachweis, dass er tatsächlich "Waffen ausstellt, für deren Besitz er keine Erlaubnis hat". Wenn das Zweite zutrifft -was bisher niemand außerhalb des BMLVS bestätigt hat- , handelt es sich um illegalen Waffenbesitz, da wären doch auch andere rechtliche Schritte einzuleiten.

Weiß da jemand Näheres?

Clemo
03
24.3.2011, 16:02

Lies weiter hinten im Thread auf der letzten Seite. Er soll 8,35cm Kanonen gehabt haben, die Bewilligung war aber Für 10,5. Da war eine Verwechslung, die schon seit Jahren amtskundig war, nur war der Fehler noch nicht behoben. Und der Fehler wurde nichtmal vom Museum verursacht. Aber für Darabos und seine Prolomannen (sorry für den Kraftausdruck, bei dem Volldepp fällt mir nix besseres ein) reicht auch ein falsches Argument. Fakten schaffen.

Sigrun1
78
24.3.2011, 11:55

was wir NICHT brauchen ist ein Museum in den Bergen, das mangels Besucherinteresse mit 10E€ Steuergeldern/Besucher subventioniert werden muß, nur damit ein paar Lokale davon profitieren

Prof. Alois
 
00
25.3.2011, 19:43
Dieses Museum brauchen wir

Es dokumentiert nämlich militärische Geschichte des Kalten Krieges aus österr. Sicht. Mich interessiert das. Vor allem auch, weil ich selbst an der militärischen Geschichte Österreichs dieser Zeit beteiligt war. Wenige Museen können von sich behaupten, dass sie ganze Bevölkerungsgruppen ansprechen, die noch selbst dabei waren.

T. Rex
03
24.3.2011, 18:41

was ist an "...Träger ist ein privater Verein, verantwortlich ist Scherer." nicht zu verstehen? das BH leiht nur ausstellungsstücke, und der rückstransport eines panzers bringt eben den verein und die leute in existenznöte.

tock tock tock
03
24.3.2011, 15:12

Gern - wenn wir *sämtlichen* Museen die Subventionen streichen.

MV7
13
24.3.2011, 13:57

Kammerhofer, bist Du das?

Clemo
01
24.3.2011, 16:05

Über das "muß" können wir streiten, aber sonst, kein Tippfehler, das kann nicht Kammerhofer sein; und noch weniger Darabos ;)

KTHXBYE
49
24.3.2011, 12:10

Was wir vor allem NICHT brauchen, ist Darabos. Ist der entfernt, kann man über anderes diskutieren.

Schüssel Biograf Walter Moers
73
24.3.2011, 12:47

Nein wir brauchen einen Minister, der mit derartigem Unfug aufräumt!

Auch anderen Ministern stünde so etwas gut an, denn ich bin mir sicher, dass das Steuerzahlergeld in vielen Bereichen so verschleudert wird.

Prof. Alois
 
00
25.3.2011, 19:44
Welcher Unfug?

Wo k ein Unfug, womit aufräumen?

Clemo
03
24.3.2011, 16:12

Wo räumt er hier mit Unsinn auf? Bitte Belege.

KTHXBYE
26
24.3.2011, 12:53

Wer räumt denn mit Unfug auf? Der führt gerade seine private Vendetta, sonst nichts. Und da fiele mir sehr viel kostenintensiverer Unfug ein, mit dem aufgeräumt gehörte.

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