Das Trinkwasser für die japanische Hauptstadt Tokio wird in erster Linie aus dem Fluss Tone gewonnen. Seine Quelle liegt in der Bergregion Minakami. Sie ist rund 250 Kilometer von Fukushima eins entfernt. Dort gerieten nach Erdbeben und Tsunami mehrere Kernreaktoren außer Kontrolle. Von der Bergregion bis nach Tokio sind es rund 150 Kilometer.
Der Tone ist der zweitlängste Fluss Japans. An seinen Oberläufen und Zuflüssen gibt es große Staudämme. Die Flüsse Tama, Ara und Sagami werden ebenfalls zur Wasserversorgung von Tokio herangezogen. Auch hier gibt es Staubecken.
Das Flusswasser wird heute in Kläranlagen rund um Tokio gereinigt, zu Trinkwasser aufbereitet und dabei gechlort. Tokios Wasserwerke versorgen im zentralen Stadtbezirk rund 12,5 Millionen Menschen. Der Bedarf der Metropole ist riesig: Bis zu fünf Millionen Kubikmeter Wasser werden pro Tag in das Leitungssystem gespeist.
Durch Zuzug, Urbanisierung und steigenden Lebensstandard wächst Tokios Wasserverbrauch immer weiter. Um eine Wasserknappheit zu verhindern, sind Wissenschafter auf der Suche nach effektiveren Möglichkeiten zur Nutzung des Flusswassers. Um den Verbrauch zu drosseln, könnten auch die Wasserpreise erhöht werden. (APA)