Stadt Wien startete "Call"

23. März 2011, 14:01

Partner-Konsortien können sich ab sofort für die Teilnahme an der zusätzlichen Wohnbau-Offensive bewerben - Grüne kritisieren "Vorpreschen"

Wien - Am Dienstag wurde die Auslobung für die von der Stadt Wien beschlossene zusätzliche Wohnbauoffensive gestartet. Informationen für interessierte Bauträger sind auf der Website der Stadt Wien erhältlich.

Am Mittwoch konnte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) schon den ersten Bewerber bekanntgeben. Ein Konsortium aus Erste Bank und Vienna Insurance Group will - falls es den Zuschlag bekommt - rund 3.000 Wohnungen um 500 Millionen Euro errichten. 200 Millionen davon sollen von der Stadt kommen.

Ludwig rechnet mit "vielen" Bewerbern

Dass das Konsortium das Geld zu günstigen Konditionen bekommt, steht noch nicht fest. Erst nach Abschluss des "Calls" am 5. April würden alle Angebote gesichtet, betonte Ludwig: "Erst dann wird über die Mittelvergabe entschieden." Der Wohnbaustadtrat geht jedenfalls davon aus, dass sich bis Ende der Frist "viele" Konsortien - diese müssen verbindliche Angebote stellen - melden werden. Denn schon vor Beginn des Calls habe es zahlreiche Interessenten gegeben. Die Partner Erste Bank und Vienna Insurance Group lobten in der Pressekonferenz die Wohnbauoffensive der Stadt als "sehr interessantes Projekt" und "beispielgebend".

Durch die Zusammenarbeit mit privaten Partnern will die Stadt laut eigenen Angaben den Rückgang bei den geförderten Neubauten kompensieren. Dort wurde nämlich im aktuellen Wiener Budget der Sparstift angesetzt.

Stadt stellt auch Grundstücke bereit

Die Bewerber sollten Grundstücke miteinbringen, allerdings würden auch welche von der Stadt zur Verfügung stellen werden, so Ludwig. Diese kämen jedoch nicht aus dem Bestand des Wohnfonds - dieser stellt Grundstücke für den geförderten Wohnbau bereit -, sondern primär aus jenem der MA 69 (Liegenschaftsmanagement), hieß es. Ludwig versicherte jedenfalls, dass es sich bei der Wohnbauoffensive mit privaten Partner nur um eine Ergänzung zum geförderten Wohnbau handle.

Die von der Stadt bereitgestellten Mittel machen 500 Millionen Euro aus, diese können von Bauträgern zu günstigen Konditionen als Darlehen in Anspruch genommen werden. Falls die Mittel zur Gänze ausgeschöpft werden, können damit zusätzliche 7.500 Wohnungen zu leistbaren Konditionen realisiert werden. Durch die Initiative können Gesamtinvestitionen von 1,25 Milliarden Euro ausgelöst werden. Was die Standorte für die neuen Wohnungen betrifft, so sollen diese vor allem in Stadterweiterungsgebieten liegen - vor allem in den Bezirken Favoriten, Simmering, Meidling, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing, so Ludwig.

Grüne: Bekanntgabe "verfrüht"

Vom grünen Koalitionspartner der Wiener SPÖ kam übrigens postwendend Kritik an Ludwigs Präsentation: "Ein Konsortium heute per Pressekonferenz vorzustellen, obwohl der Call gerade erst begonnen hat und völlige Unklarheit über die Qualitätssicherung beim Bau der Wohnungen herrscht, ist verfrüht", so Planungssprecherin Sabine Gretner. In einer Aussendung betonte sie weiters: "Ich stehe bereit, gemeinsam mit Wohnbaustadtrat Ludwig und ExpertInnen die Entwicklung von Verfahren zur Qualitätssicherung des Wohnbaus im Call 2011 voranzutreiben. Im Regierungsübereinkommen wurde klar formuliert , dass 'faire, wirtschaftliche, transparente und qualitätssichernde Vergabe- und Wettbewerbsverfahren für alle Planungs- und Bauvorhaben gelten sollen, die im mittelbaren und unmittelbaren Einflussbereich der Stadt Wien realisiert werden'". (red/APA)

Wie wäre es ,wenn die Grünen nicht dauern ihren Rüssel in Angelegenheiten stecken, die sie nichts angehen? Die sollten vielleicht einmal in ihrem Ressort, dem Verkehrsressoert tätig werden. Da haben sie mit den Radfahgassen und dgl. ausschließlich Dinge präsentiert, die von roten Minitsern im Zuge der BUNDESgesetzgebung durchgesetzt wurden. Unwählbar.

perpetuum mobile

Es freut mich ungemein, die Genialität der Wiener Stadtregierung in ihrem jüngsten Niederschlag (Betonung eindeutig auf Nieder) beobachten zu dürfen.
Da wird ein Riesenkredit in der Finanzbranche aufgenommen, um Bauträgern bei der Wohnraumschaffung unter die Arme zu greifen und dann..... tja dann bewirbt sich ein Konsortium aus der Finanzbranche, dass diesen Kostenvorteil für sich geltend machen will und wird apodikitisch gleich erstgenannt unter den Bewerbern.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und Häupl und Treichl - verbunden durch Speichel - das goldene Wienerherz schlägt jauchzend.
Wie wäre es eigentlich, den Riesenkredit an mehrere Kleininitiativen zu vergeben, v.a. an Baugruppen, die zumeist wenig bis gar nicht gewinnorientiert arbeite

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.