Causa Strasser

EU-Betrugsbekämpfer ermitteln nun offiziell

22. März 2011, 19:55

ÖVP-Europaabgeordneter Karas will "Neuanfang in Angriff nehmen"

Brüssel - ÖVP-Europaabgeordneter Othmar Karas, der nach dem Willen der Bundespartei dem wegen einer Bestechungsaffäre zurückgetretenen Ex-Innenminister Ernst Strasser als Delegationsleiter folgen soll, hat sich nach der Affäre für einen "Neuanfang" ausgesprochen. "Der Eindruck, den Video gemacht hat, erbost die Menschen zu Recht", sagte Karas am Dienstag in Brüssel in einer ersten Stellungnahme.

"Neuanfang in Angriff nehmen"

"Ich möchte sehr klar sagen, dass die Fakten, die am Tisch liegen, keiner weiteren Kommentierung bedürfen", so Karas. Es müsse nun Sorge dafür getragen werden, dass unethisches Verhalten in der Politik keinen Platz habe. Er wolle einen "Neuanfang in Angriff nehmen". Am morgigen Mittwoch wolle er dazu mit seinen Delegationskollegen reden, am Freitag mit Vertretern des von ihm initiierten überparteilichen Bürgerforums "Europa 2020".

Für Karas handelt es sich bei dem aktuellen Bestechungsskandal um Einzelfälle, die "kein Spiegelbild" wiedergeben würden. Für ihn stehe nicht die Frage im Vordergrund, wer nun Delegationsleiter werde.

Angesprochen auf Programme, im Rahmen derer die Industriellenvereinigung den ÖVP-Abgeordneten Mitarbeiter zur Verfügung stellt, sagte Karas, "wir werden über jeden Vorschlag reden, aber ich stelle es nicht infrage". Es gehe dabei nicht um Lobbying, sondern um einen Teil eines Ausbildungsprogramms. "Ich zahle dafür, ich habe die Personalhoheit", betonte Karas. Die Beschäftigung sei offengelegt und unterliege keiner Geheimhaltung.

OLAF wendet Schnellverfahren an

Einstweilen wurde bekannt, dass die EU-Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF nun offiziell ermittelt. Diese teilte am Mittwoch in Brüssel mit: "OLAF-Generaldirektor Giovanni Kessler hat entschieden, ein Schnellverfahren anzuwenden und umgehend Ermittlungen zu eröffnen." Weitere Details waren auf Anfrage von derStandard.at bei der Pressestelle von OLAF nicht zu erfahren. Grundsätzlich steht das OLAF in engem Kontakt zu den lokalen Behörden, die Betrugsbekämpfungsbehörde hat aber keine judikative Befugnis. Ein OLAF-Bericht enthält Empfehlungen, an die sich lokale Behörden nicht halten müssen. Im Zuge der internen Untersuchungen kann das OLAF unmittelbar und ohne vorherigen Antrag in alle schriftlichen Unterlagen der Organe, Einrichtungen, Ämter und Agenturen der Gemeinschaft Einsicht nehmen. Des Weiteren ist das Amt befugt, bei allen zuständigen Personen mündliche Auskünfte anzufordern und bei den Wirtschaftsbeteiligten Kontrollen vor Ort vorzunehmen.

Rücktritt auch beim niederösterreichischen Hilfswerk

Strasser ist nun auch beim Niederösterreichischen Hilfswerk als Präsident zurückgetreten. Er habe die Funktion selbst zur Verfügung gestellt, ebenso jene als Vizepräsident des Hilfswerks Österreich, hieß es am Mittwochnachmittag im Anschluss an eine außerordentlichen Präsidiumssitzung der Landesorganisation. Interimistischer Nachfolger ist der Zweite Präsident des NÖ Landtages, Herbert Nowohradsky (ÖVP). Das NÖ Hilfswerk wird weitere Personalentscheidungen in den kommenden Wochen treffen. "Ende Mai" findet laut Nowohradsky, bisher Vizepräsident der Organisation, eine Generalversammlung statt.

Offizieller Rücktritt als Abgeordneter noch nicht vollzogen

Von seinem Amt als EU-Mandatar ist Strasser allerdings bisher noch nicht offiziell zurückgetreten. EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek erklärt, in der von der "Sunday Times" aufgebrachten Bestechungsaffäre habe bisher nur der slowenische sozialistische Abgeordnete Zoran Thaler seinen Rücktritt vollzogen. Strasser habe seine Absicht bekundet, seinen Parlamentssitz "in den nächsten Tagen aufzugeben", sagte Buzek. (APA/red)

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webinformationat
32
23.3.2011, 19:14

Mehr Direkte Demokratie ist das Mittel. Vorher aber:

EU-Austritt!

www.eu-austritt.blogspot.com

teuerzahler
14
24.3.2011, 09:00
dass erst durch die eu die machenschaften

strassers enttarnt wurden und dass in brüssel bereits sein büro versiegelt wurde, während in wien gar nix passiert - so lang bis eh alles verjährt ist - und dass in wien weiter das hohle haus voll von korrupten immunitätsträgern ist, das verschweigst du oder willst du nicht wahr haben!

teuerzahler
02
23.3.2011, 18:27
wann wird die öst. justiz anfangen, sich zu überlegen,

was man als erstes in der causa planen könnte, welche vorbereitungen für hypothetische ermittlungsschritte ins auge gefasst werden könnten, bevor man dann nach reiflicher abwägung aller bekannten sachverhalte dazu übergehen könnte, eine entscheidung vorzubereiten .........

huch und schon is' alles verjährt.

panther5.0
01
23.3.2011, 18:15
nur eine frage

warum ist es heute so verdächtig still um den nachfolgelobbysten pirker. "lassen wir gras drüber wachsen" ist wahrscheinlich die ÖVP-devise. und die medien lassen es zu.

allerwertest
00
23.3.2011, 18:01
Angesichts der Entwicklung der VP in den letzten Jahren

würde ich die Umbenennung der Lichtenfelsgasse in Grasserstrasserl anregen.

wolf_vienna
01
23.3.2011, 17:36
Spruch des Jahres!

Des wird jo immer Grasser mit dem Strasser!

natoll
05
23.3.2011, 17:19

muss er eigentlich auch sein "Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich" zurück geben?

schlichtweg ein wahnsinn das typen wie er sowas überhaupt erhalten.

Wo woar mei Leistung?
12
23.3.2011, 19:00

Und diese scheinheilige Gesellschaft regt sich über den Besuch von Lugner & Ruby beim Opernball auf. Schließlich will man ja dort unter seinesgleichen bleiben.

panther5.0
00
23.3.2011, 18:11
wenn er charakter hätte

dann würde er das von sich aus mit dem ausdruck des bedauerns zurückgeben und um entschuldigung für den schaden bitten, der er dem ansehen der republik zugefügt hat.
wie gesagt, wenn... aber dass er keinen hat, hat er ja hinlänglich bewiesen.

DerEiserne Felix
02
23.3.2011, 17:07
jetzt ist klar, warum ..

.. die ÖVP strasser so schnell fallen ließ. wenns eine rein österreichische angelegenheit gewesen wär, wärs ja auszusitzen gewesen, aber mit der EU legt man sich dann doch lieber nicht an.

Christian Briggl
02
23.3.2011, 16:33
2. notwendige Schritte

Die Politiker verlieren an Glaubwürdigkeit, das ist ein Demokratieproblem generell jedoch leicht zu beheben 1. Schritt: die Exekutive soll endlich die geltenden Gesetze vollziehen und die Judikative MUSS im Fall Strasser das Höchstmaß auspacken und d.h. 2. Schritt: 10 Jahre Haft ohne Möglichkeit auf frühe Entlassung wegen guter Führung! Dann werden sich die Menschen drei Mal überlegen, ob Sie sich sichmieren lassen.

webinformationat
01
23.3.2011, 16:47

Wenn dem so wäre, dann hätte der EuGH viel zu tun...

Rektor Schlock
16
23.3.2011, 16:26
Ist Näheres

über die Doktorarbeit Strassers bekannt? :0)

Wo woar mei Leistung?
00
23.3.2011, 19:01

Der musste noch keine schreiben. Es reicht für die ÖVP ja ohnehin, falls Hahn Probleme bekommen sollte.

vheissu
02
23.3.2011, 17:39

Ich nehme an, er konnte seinen Dr.iur. noch ohne Diss. erlangen...

webinformationat
51
23.3.2011, 16:47

...und von Karas?

Rektor Schlock
06
23.3.2011, 22:03

Sei bloß nicht so nachtragend, Ernstl! Das Spiel ist aus.

pei mei
00
23.3.2011, 16:21
irgendwo da unten hab' ich gelesen ...

"ernstls korruptionsgeld irgendwo hinein in einen spendentopf" ...... mein Vorschlag wäre: LICHT INS DUNKEL

Alexandre P
02
23.3.2011, 16:18
saubermannkampagne

den politikern die gerne das wort "schmutzkübelkampagne" (scheuch, grasser, strasser etc.) inflationär benutzen weil sie sonst keine beweise vorzubringen haben ist eher der vorwurf einer "saubermannkampagne" zu machen. nach dem motto, selbst wenn die tat schwarz auf weiss nachweisbar ist, trotzdem das unschuldslamm spielen, ein paar trotteln werdens schon glauben.

webinformationat
03
23.3.2011, 16:04
http://www.wien-konkret.at/politik/e... -strasser/

Haben alle verstanden? Wer wieder eine Chance haben will: www.eu-austritts-volksbegehren.at

webinformationat
52
23.3.2011, 15:43
Jetzt reicht es:

Aus für das EU-Korruptionsstadel. Wir wollen aus der EU:

www.eu-austritts-volksbegehren.at

teuerzahler
03
24.3.2011, 09:19
du bist entweder ein desinformant oder ein

uninformant.

erst auf eu-ebene wurde der feine herr enttarnt. und die eu ermittelt schon, während in österreich tausende strassers auf abgeordnetensitzen und in parteiorganisationen sitzen, für unser steuergeld und weiter ungeniert korruption treiben!!!

Tommy1971
05
23.3.2011, 16:06
was hat ein korrupter österreicher mit der eu insgesamt zu tun?

das ist ja wohl eine sehr blöde argumentation: da werden undercover 60 eu-parlamentarier auf ihre bestechlichkeit überprüft und 3 davon springen darauf an. der großteil der abgeordneten hat sich sofort davon distanziert bzw. die angebote zurückgewiesen.

nun ist hier ein offentlich korrupter österreicher dabei und sie als österreicher fordern einen eu-austritt?

meinem rechtsverständnis nach müßten eigentlich die anderen eu-länder einen rauswurf österreichs verlangen.

webinformationat
32
23.3.2011, 16:17
Sie haben recht: Strasser allein wäre kein Grund für den Austritt aus der EU, aber ein weiterer Beweis für den Irrweg EU.

Ich habe mich auf meiner Webseite bemüht gründlich darzulegen, warum wir aus der EU austreten müssen.
Bitte nachlesen!

www.webinformation.at

www.eu-austritt.blogspot.com

christoph hofbaur
13
23.3.2011, 17:54
ein geschichtlicher hintergrund zur eu: jahrhundertelang haben sich europaeische despoten mir ihren patriotisch-idiotischen groessenwahnsideen bekriegt.

nachdem deutschland und oe einen ganz besonders ueblen krieg angezettelt und verloren hatten, gab es eine allgemeine erkenntnis, dass krieg innnerhalb europas ueberwunden werden koennte, wenn man voelker wirtschaftlich dermassen miteinander verflechtet, dass es dem eigenen wohl schaden wuerde, jemanden anzugreifen. das war die grundidee hinter der schaffung der ewg.

der zweite grund warum ein austreten aus der eu ziemlich falsch waere, ist, dass, ob es uns gefaellt oder nicht, wir im 21 jhdt in einer globalen welt leben. wer ein bisschen aufpasst, merkt, dass europa gerade dabei ist, seine stelle an asien zu verlieren. europa in kleinliche regionen aufzuspalten verschnellert diesen prozess ungemein..

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