Strahlen-Grenzwerte bei Nahrung

22. März 2011, 18:21

Die Grenzwerte für Strahlenbelastung in Lebensmitteln und Wasser sind so gewählt, dass ein Mensch bei durchschnittlichem Konsum über ein Jahr nicht mehr als ein Millisievert Strahlung abbekommt. Da verschiedene Stoffe verschiedene Halbwertszeiten und biologische Halbwertszeiten (Zeit, die es im menschlichen Körper bleibt) haben, sind die Werte je nach Material unterschiedlich.

In Österreich liegt der Grenzwert für Lebensmittel (außer Babynahrung und Milchprodukte) bei 600 Becquerel pro Kilo, für Wasser zwischen 100 und 60 Becquerel. Sollte es zu einem Unfall wie in Japan kommen, werden diese Werte gehoben: Die EU empfiehlt Werte zwischen 1250 und 2000 Bq/Kilo für Nahrungsmittel und zwischen 500 und 1000 Bq/Kilo für Leitungswasser.

Die bisherigen Werte im japanischen Wasser lagen alle unter diesen Grenzen, die Werte im Gemüse deutlich darüber. Die Belastung ist in diesem Fall aber großteils abwaschbar, da sie von Material stammt, das auf dem Gemüse liegt. (tob/DER STANDARD, Printausgabe, 23. März 2011)

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Posting 1 bis 25 von 29
1 2
radioactif
00
23.3.2011, 12:13

interessant wäre nun eigentlich nur noch, was das konkret bedeutet ?

wenn ich 1l wasser mit 10000Beq/kg trinke, mit welchen (realen) konsequenzen habe ich zu rechnen ? kurz- langfristig ?

Zenon
00
25.3.2011, 22:34

Ich kann Ihnen jetzt noch genauer Auskunft geben. Wenn Sie 10000Bq Cs-137 mit der Nahrung aufnehmen entspricht das (für Erwachsene) lauf Strahlenschutzverordnung einer Folgedosis von 0.13mSv.

Das ist ungefähr soviel wie eine Schädel-Röntgenaufnahme (lt. Wikipedia). Sollte man nicht täglich machen, wenn es sich vermeiden lässt, aber sofort merken Sie nichts.

Zenon
00
25.3.2011, 21:08
Lust auf Salziges

Obigem Text zufolge wäre es kein Problem, einmal 10Bq aufzunehmen, wenn Sie dafür in den folgenden Wochen normales Wasser trinken.

Mich wundert es ein Bisserl, aber man wird sich schon was dabei gedacht haben. Vermutlich bleibt nur wenig von den radioaktiven Stoffen und nur für kurze Zeit im Körper. Dazu habe ich die Daten noch nicht gefunden.

(Einmal 1000 Bq Cs-137 pro kg Körpergewicht würden 6 mSv/Jahr entsprechen, wenn das Cs-137 komplett aufgenommen werden würde und nicht ausgeschieden würde. Das wäre also recht viel, folglich nehme ich an, dass es schnell wieder ausgeschieden wird.)

Dorian Gray
13
23.3.2011, 15:06
Weiß leider noch keiner!

Der Großeflächenversuch wurde erst vor 2 Wochen gestartet!
Beim ersten vor 25 Jahren wurde auf Grund organisatorische Mängel kein gültiges Ergebnis erziehlt.

Die Atomlobby wird es schon so hinbiegen das alles gar nicht so schlimm ist, da hat es z.B die Waffenindustrie schon viel schwerer mit den direkten Folgen.

Zenon
00
25.3.2011, 22:39

Sie haben zwar keine Ahnung, aber wenigstens eine Meinung.

(Damit Sie mich nicht für einen Atomlobbyisten halten, meine Meinung: in der Form, wie es jetzt betrieben wird, ist Kernkraft schon allein deshalb abzulehnen, da im (bis zum Gleichgewicht von Produktion und Zerfall) enorme Mengen radioaktiven Mülls produziert werden.)

Roter Baron
02
23.3.2011, 09:44
ein klassiker

beim atomunfall werden die "sicheren" grenzwerte ver5facht oder ver10facht
und schon ist wieder alles friedefreudeeierkuchen

ich wart heut auf die strahlungswolke aus japan,
sehnsüchtig,
vielleicht wächst mir ein drittes auge,
dann brauch keine brille mehr.

roter baron

Zenon
00
25.3.2011, 22:40

An Ihrer Stelle würde ich mir auf das dritte Auge keine zu großen Hoffnungen machen.

Kris1002
00
23.3.2011, 02:01

(nach 1986) (...) hat die Kommission der Europäischen Gemeinschaft immer wieder veranlasst, die Grenzwertregelungen zu verlängern, zuletzt am 1. April 2000 (9, Umweltnachrichten 87/2000). Während anfangs Verlängerungen von einigen Monaten üblich waren, wurde zuletzt eine Verlängerung um 10 Jahre, also bis zum Jahr 2010 ausgesprochen.

aus http://umweltinstitut.org/radioakti... ln-69.html

jodaflo
 
11
23.3.2011, 01:58
ceterum censeo: lokal, bio, wenig fleisch, viel radeln und cadmiumfreies aufs dach...

STJ911.org
01
23.3.2011, 01:28
ohne Worte

"In Österreich liegt der Grenzwert für Lebensmittel [...]. Sollte es zu einem Unfall wie in Japan kommen, werden diese Werte gehoben."

Zenon
00
25.3.2011, 22:42

Zum Glück werden die Grenzwerte nicht so oft überschritten, wie die Feinstaubgrenzwerte!

Der junge Jim Kirk
11
23.3.2011, 12:01

Ja ist aber logisch oder? Wenn genug nahrung vorhanden ist kann man ja mit niedrigeren grenzwerten leben als wenn es nach eine katastrohphe zu engpässen kommt. was nützen dir dann die niedrigen grenzwerte wenn nichts da ist?

A. Raunzer
11
23.3.2011, 10:26
In manchen Bereichen führt man erst gar keine Grenzwerte ein,

nämlich dort, wo es um unsere liebgewordenen Gewohnheiten geht und wo eine Beschränkung unserer persönlichen Freiheit indiskutabel ist, nämlich beim Rauchen.
http://www.umweltbundesamt.de/umid/arch... id0107.pdf

Plaerrwuerstchen
20
23.3.2011, 06:31

willst denn nix mehr essen??

direktdemokratisch
00
23.3.2011, 18:44

Grenzwerte kann man nicht essen

khaleb
011
22.3.2011, 23:09
ja, dafür hat man Grenzwerte

sobald sie überschritten werden, hebt man sie an.

InSearchForI
10
23.3.2011, 12:56

Naja wenn dann die Nahrungsmittel knapp werden, aber wegghaut werden, weil der Grenzwert es so vorschreibt, würdens aber blöd schaun.

radioactif
00
23.3.2011, 12:14

ich glaube die hebt man erst dann wenn es ncihts anderes mehr zu essen gibt.

und von der bedeutung her nehme ich an, dass die normalgrenzwerte sehr niedrig angesetzt sind, denn zB salmonellenverseuchtes fleisch wird auch dann nicht freigegeben wenn es nichts mehr anderes gibt.

HTK
11
22.3.2011, 22:37
Hallo ?

"Da verschiedene Stoffe verschiedene Halbwertszeiten und biologische Halbwertszeiten haben, sind die Werte je nach Material unterschiedlich."

und dann:

"In Österreich liegt der Grenzwert für Lebensmittel bei 600 Becquerel pro Kilo, für Wasser zwischen 100 und 60 Becquerel."

Für welches Isotop gilt denn das jetzt ?
Wenn Sie schon schreiben, dass das für unterschiedliche Stoffe unterschiedlich festgelegt wird.

Plaerrwuerstchen
01
23.3.2011, 06:36

die angegebenen Grenzwerte gelten für die Isotope Cs 137 und Cs 134

Der Grenzwert für radioaktives Jod liegt in Japan bei 300 Bq/kg.

der Grenzwert für Cäsium wurde von der japanischen Strahlenschutzbehörde bei 200 Bq/kg festgelegt.

STJ911.org
03
22.3.2011, 21:37
[Serie: CONTRARY TO POPULAR BELIEF] "Alle AKWs in Europa haben eine Schutzhülle (Containment)" Irrtum. Grafik: http://bit.ly/no-containment zeigt grenznahe AKWs OHNE Containment = bei Reaktorleck gelangt Radioaktivität ungehindert ins Freie! weitere

Episoden: http://bit.ly/C0nTrA
-

Ungarn
- Paks 4/4: 182km, 74/82 DWR, WWER440/213, sowjetisch, INES 3, ja!

Slowakei
- Mochovce 4/4: 99km, 83/98 DWR, WWER440/213, sowjet, INES 0, ?
- Bohunice 2/2: 53km, 76/84 DWR, WWER440/213, sowjet, INES 4, ?

Tschechien
- Dukovany 4/4: 32km, 79/85 DWR, WWER440/213, sowjet, INES 0, ?

Deutschl.
- Isar 1/2: 61km, 72/77 SWR, SWR69, deutsch, INES 0, ?

Slowenien
- Krsko 1/1: 74km, 75/81 DWR, PWR-700, USA, INES 0, ?

.
Ort, R ohne C./gesamt (Ö-Grenzdistanz,Baubeginn/1.kritikalität R1, Typ,Modell,Bauart,Störfall,Leck) SWR=SiedewasserR, DWR=DruckWR
-

Wie kann ich mich demokratisch wehren?
Unterschrift --> http://atomausstieg.at

Petitionstext:"Abschaltung aller AKWs ohne Containment: Mochovce,Bohunice,Dukov

obi_wan
01
23.3.2011, 21:24
danke!

soeben unterschrieben und link an 25 freunde weitergeleitet

STJ911.org
00
24.3.2011, 00:27

merci

Peter_23
110
22.3.2011, 21:01
In Japan, 100km südlich vom Reaktor heute gemessen: 54.000 Becquerel pro Kilo auf Frischobst, Gemüse und in der Milch

Grenzwert liegt bei 2000 Becquerel pro Kilo. Normal unter 800 Becquerel pro Kilo.

Da können die Japaner immerhin froh sein, dass man das Gemüse doch nur ein wenig abwaschen muss. Vielleicht auch noch ein bisserl abkochen. Und schon sind alle Probleme gelöst.

Aber halt, da war doch noch was. Bei der radioaktiven Milch geht das mit dem Abwaschen nicht so gut. Und das Trinkwasser zum Abwaschen vom Gemüse ist leider auch schon zig-fach über den Grenzwert mit Cäsium-137 verseucht: Trinkwasser: 2000 Becquerel pro Kilo mit Cs-137 belastet, Grenzwert: bei Cs-137 ist bei 300.

Also, womit das Gemüse abwaschen?

Bitte um praktische Tipps zu diesen tollen und amüsant wirkenden Beschwichtigungen. ;-)

Martin Rosenkranz
00
23.3.2011, 10:04
Laut deutschem Umweltbundesamt

erreicht die Strahlung heute Mitteleuropa.

Sie sollen aber keine haben. Sie werden angeblich davon nicht sterben....

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