Klare Absage

Torvalds: Android verstößt nicht gegen GPL

22. März 2011, 13:50

Linux-"Erfinder": Behauptungen seien aus der Luft gegriffen - Header-Dateien des Linux-Kernels sind nicht geschützt

Vor allem in der Open-Source-Community sorgte vor wenigen Tagen ein Blog-Eintrag für Aufregung, in dem Florian Müller von FOSS Patents den Schluss zog, dass Android in massivem Ausmaß die Urheberrechte der Linux-Kernel-EntwicklerInnen verletzt. Stein des Anstoßes sind dabei die Header-Dateien des Linux-Kernels, die Google für seine eigene C-Bibliothek Bionic zum Einsatz bringt. Da Bionic unter einer BSD-Lizenz steht, die auch die proprietäre Weiterverwertung erlaubt, ortet Müller hier eine Unverträglichkeit zur GPL des Linux-Kernels - die dies explizit untersagt.

Argumente

Die Argumentation von Müller hat allerdings einen gewissen Schwachpunkt, und der liegt darin, dass es an sich zweifelhaft ist, ob die Header-Dateien überhaupt in diesem Sinne geschützt sind. So schaltet sich nun auch Kernel-Maintainer Linus Torvalds persönlich in die Diskussion ein - und macht unmissverständlich klar, welche Position er einnimmt. Die Behauptungen seien schlicht "komplett falsch", stellt er gegenüber IT World klar. Man habe immer klar kommuniziert, dass die Nutzung der Header-Dateien zu keiner abgeleiteten Arbeit im Sinne der GPL führe.

Klarstellung

Dieser Umstand werde übrigens in den Lizenz-Hinweisen zum Kernel seit Jahren gleich im ersten Absatz unmissverständlich klar gelegt. Dazu passt dann auch ein Mail des Gründers der Free Software Foundation, Richard Stallman, in dem dieser schon 2003 darauf hingewiesen hat, dass die Nutzung der Header nicht als abgeleitete Arbeiten im Sinne der GPL gewertet werden können.

Flame

Torvalds-typisch dürfen dann natürlich auch etwas deftigere Ansagen nicht fehlen: Die Behauptungen seien entweder politisch motiviert oder ein verzweifelte Schrei nach Aufmerksamkeit. Es wäre ihm lieber, wenn solche Leute lieber "ein eigenes Sex-Video veröffentlichen, anstatt den Linux Kernel in ihre erbärmliche Welt (zu) ziehen". (red, derStandard.at, 22.03.11)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2
kenzo mongi
32
23.3.2011, 08:52
Ist doch eine gute Werbung

Vielleicht dadurch Linux endlich den Durchbruch im Desktopsegment, und nächstes Jahr wird nun nach 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010 und 2011 wirklich "Das Jahr des Linux-Desktop"

ElRonzo
06
24.3.2011, 12:55

Linux am Desktop scheitert meiner Meinung nach seit Jahren daran, dass der Großteil der Bevölkerung im Grunde zu blöde ist, überhaupt mal mit dem Windows-Desktop ausreichend zurecht zu kommen.

NONE
10
25.3.2011, 10:34

Das ist zwar wahr, allerdings hat das ganze Design von Linux extrem viele USABILITY Schwachpunkte. Windows ist nun einmal saueinfach zu bedienen (im Prinzip ... seit Vista finde ich es nur mehr grottenpeinlich ... )

wo woa mei leistung?
00
24.3.2011, 09:25

das jahr wird kommen, welches ist irrelevant.

mcr
00
23.3.2011, 16:03
Kann ich dir sagen

Rufen wir uns die aktuellen Strasser Videos in Erinnerung und nehmen wir einmal an, dass Strasser ein "OberEDVBeamter" sei. Aus den Reportern machen wir M$ Verkäufer.

Dann hast du eine Erklärung für z. Bsp. unsere Wiener Kindergärten, Auswärtiges Amt in Deutschland usw...

Die Begründungen war ja jedes mal Lachnummern.

Der Münchner Bürgermeister ist da ja wirklich eine ehrenvolle Ausnahme.

Georges_Danton
00
23.3.2011, 09:59
hoffen wir...

ich hoffe auch, dass Linux über den umweg android endlich den weg auf die desktops findet!

allein mir fehlt der glaube!

aber man stelle sich vor, google würde auf den linux-zug auch auf dem desktop aufspringen. eine google-linux-distribution, wäre schon was!

JensKS
00
29.3.2011, 15:46
Desktop, who cares?

> umweg android endlich den weg auf die desktops findet!

Wenn ich regelmäßig die "Jahr des Linux-Desktop"-Geschichte höre bin ich etwas verunsichert.

Ist es bei den tollen Entwicklungen in den letzten Jahren wirklich erstrebenswert ist Linux unbedingt noch auf den Desktop zu forcieren?

Wichtiger wäre mir:

Linux-Einbettung:

- auf meinem Telefon
- auf meinem Pad
- in meinem Autoradio
- in meinem Fernseher
- auf meinem HTPC
- auf meinem Internetrouter
- in meiner Heizungssteuerung
- in meiner Wetterstation
- ...

Hier spielt Linux mit seiner hohen Skalierbarkeit die wirklichen Stärken aus.

Und... hier passiert gerade sehr viel mit Linux.

opryde
11
23.3.2011, 16:31
85% der android-user werden nicht mal wissen, dass es ein linux ist ..

Mathias
 
02
23.3.2011, 20:53
so wie gut 90% der New-Apple-User nicht wissen, daß sie eigentlich mit einem BSD arbeiten :-P

p1234
00

Von den restlichen 10% wissen 99% nicht, dass das BSD unter dem OS X GUI lediglich ein compatibility layer über dem eigentlichen Mach Microkernel ist.

OS X ist not Linux.

misch
04
24.3.2011, 10:21

sakrileg ... es ist doch allgemein bekannt das BSD nur eine billige kopie von osx ist. Jobs hat den code persönlich geschrieben im jahre 300 nach dem herrn. später kam dann der gutenberg und hat ihn kopiert.

</>
03
23.3.2011, 18:32
husch husch zurück ins rollkragen forum!

und 99% aller i-föhner denken, dass unix ein gewürz oder ein fabelwesen aus der griechischen mythologie ist,...

not that big of a deal - bobos are everywhere,...

Georges_Danton
00
24.3.2011, 11:10
ahja....

daran hab ich jetzt gar nicht gedacht. aber ich hab auch noch keinen einzigen rechner gesehen auf dem chrome OS läuft. wenn sich das aber so schnell ausbreitet wie android könnte das schon kräftig rückenwind für die "echten" Linuxe bringen.

ich bin gespannt!

celesto
00
23.3.2011, 11:50

da meinte er natürlich ein gscheites OS..wer weis, ob es angenommen wird, genau wie google wave, dass nur im browser gefuntzt hat...

</>
00
23.3.2011, 18:37
naja,... mir ist schon klar, was sie meinen,...

aber die zukunft geht wohl eher in richtung "thin-clients", mini-os und cloud-applications,...

so gesehen, kann ich mir schon einen großen markt für chrome-os vorstellen - und das basiert eben auf einem linux-kernel,...

wahrscheinlich ausreichend für 80% aller 08/15 nutzer. funktionalität hat doch nichts mit verbreitung zu tun - man sieht ja, dass bspw. jeder depp ein i-phone will,... gambler kommen von windows sowieso nicht los, super-alternative-graphic-victims brauchen den essentiellen gay-leopard und echte männer nutzen eben ein os,...

Mathias
 
10
22.3.2011, 23:31
Vor allem in der Open-Source-Community sorgte vor wenigen Tagen ein Blog-Eintrag für Aufregung, in dem Florian Müller von FOSS Patents den Schluss zog, dass Android in massivem Ausmaß die Urheberrechte der Linux-Kernel-EntwicklerInnen verletzt.

Hat nicht vor ein paar Tagen jemand zu dieser Behauptung gemeint, daß dieser Müller alles andere als ein Experte ist, und somit total daneben liegt?

wo woa mei leistung?
00

er liegt total daneben, wie immer, und ist höchstens mediengeil. der herr experte

qummunismus.at
05
22.3.2011, 17:48
müller ist ein troll

der ohnehin vonniemandem mehr ernstgenommen wird......

AngelusNoctis
13
22.3.2011, 17:17
Microsoft mal wieder...

Der nette Anwalt mit Namen "Edward J. Naughton" der diese Wirrwarr verzapft hat steht in Verbindung zu Microsoft. ;)

Naja, wie diverse andere Patenttorlle :)

edurkheim
26
22.3.2011, 15:08
Opensource hat genug damit zu kämpfen, dass Firmen wie Microsoft und Apple

ihre Trivialpatente gegen unfair gegen viel kleinere Unternehmen einklagen und dann muss so ein wichtigmacher wie Florian Müller auch noch von der zweiten Seite her unterstützen.

API Specifikationen (und das sind header dateien) sind nicht urheberrechtlich geschützt. Das weiß Müller ganz genau war ihm aber wurscht.

Torvalds geht es wirklih darum OSS zu verbreiten und nicht nur irgendwelche realitätsferne Selbstdartstellung.

Ben Vassy
70
22.3.2011, 16:52

"Torvalds geht es wirklih darum OSS zu verbreiten und nicht nur irgendwelche realitätsferne Selbstdartstellung."

Das ist ja wohl der Witz des Jahrhunderts!

opryde
10
22.3.2011, 15:21
bitte um info, wann und wo gegen wen ...

... apple geklagt hat, wenn es um open source geht. ehrliches interesse.

edurkheim
04
22.3.2011, 15:43
Apple gegen HTC wegen deren Android-Handies

Explicit gegen opensource (oder Android) war die Klage natürlich nicht gerichtet - wie auch keine von MS oder irgend jemanden anderen, weil OpenSource ja bekanntlich nicht verboten ist und jedem offen steht.

Aber die Motive waren ganz eindeutig die gleichen wie bei MS, durch Trivial-Patente einen finanziell schwächeren Konkurrenten aufzuhalten, der sich OpenSource bedient.

Auch passt die - natürlich auch nicht offizielle aber stark vermutete Verbindung - Larry Ellison (Oracle) mit Jobs.

Apple ist da um nichts besser als MS (nur hat Apple weniger erfunden - außer trivial).

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.