Mitgliedschaft in ÖAAB Wien und Niederösterreich ruhend gestellt -Strasser stellt Funktion als Präsident der österreichisch-russischen Gesellschaft zur Verfügung
Der ehemalige Delegationsleiter im EU-Parlament, Ernst Strasser, hat seine Mitgliedschaft im ÖAAB Wien und Niederösterreich ruhend gestellt. Das wurde der APA am Dienstag von der ÖVP Bundespartei, der ÖVP Niederösterreich sowie dem ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl bestätigt. Davor hatten "Österreich" und der "Kurier" von der Ruhendstellung berichtet.
Strasser habe damit "weder Rechte noch Pflichten als Mitglied", so Mandl. Im Moment sei Strasser damit kein ÖVP-Mitglied mehr, sagte auch der NÖ ÖVP-Landesgeschäftsführer Gerhard Karner. Er gehe davon aus, dass Strasser "bis auf weiteres" kein Mitglied der ÖVP mehr sei. Mandl sagte, er sehe keinen Grund, dass sich daran in Zukunft etwas ändern werde.
Schon zuvor hatte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Dienstag erklärt, er würde einen
Antrag auf einen Ausschluss von Ernst Strasser aus der ÖVP "sehr
unterstützen". Dies erklärte Platter bei einer Pressekonferenz nach
der Regierungssitzung am Dienstag in Innsbruck. "Ich bin sehr enttäuscht
und äußerst verärgert über die
Machenschaften von Ernst Strasser, die bekanntgeworden sind. Ich
schäme mich, dass ein ÖVP-Politiker sich mit solch unlauteren Dingen
beschäftigt hat", sagte Platter.
Weiteres Amt zurückgelegt
Nach seinem Rückzug aus den Aufsichtsräten von
"Westbahn" und G4S hat der nunmehr ehemalige Delegationsleiter der
ÖVP im Europaparlament, Ernst Strasser, auch als Präsident bei der
österreichisch-russischen Freundesgesellschaft den Rückzug
angetreten. In einem der APA vorliegenden Mail schreibt der frühere
Innenminister, aufgrund der aktuellen öffentlichen Diskussion um
seine Person sei "leider nicht auszuschließen", dass der Gesellschaft
"Schaden zugeführt" werde. Daher stelle er seine Funktion ab sofort
zur Verfügung.
In einer Aussendung gab Strasser unterdessen bekannt, er werde "aufgrund der jüngsten Vorkommnisse,
verbunden mit zahllosen unhaltbaren Untergriffen im Zusammenhang mit
seiner Tätigkeit als EU-Parlamentsabgeordneten bis zur endgültigen
Klärung und Entkräftung aller Vorwürfe keine öffentlichen Erklärungen
abgeben." Auch Interviews will er keine mehr geben. Er betonte, dass es weder "eine Vereinbarung noch Geldflüsse zwischen ihm
und der englischen Scheinfirma" gegeben habe.
Medienbericht: Strasser legt Funktionen bei Hilfswerk zurück
Wie die Wochenzeitung Falter in einer Aussendung berichtete, soll Strasser am Mittwoch auch von seinen Funktionen beim österreichischen Hilfswerk, deren niederösterreichische Präsident und bundesweiter Vizepräsident er ist, zurücktreten. Im Wiener Büro des Hilfswerks wollte man den Rücktritt Strassers
von seine Funktionen zwar noch nicht bestätigen, man verwies
gegenüber der APA aber darauf, dass am Mittwoch ein "Sonderpräsidium"
des niederösterreichischen Hilfswerks angesetzt sei. Präsident des
Hilfswerks Österreich ist pikanterweise Othmar Karas, der als
Wunschkandidat der ÖVP-Spitze für die Nachfolge als Delegationsleiter
gilt.
Der Falter berichtet weiters, dass Strasser auch seine zehnprozentige Beteiligung bei CIN (Corporate Information Network) zurücklegen werde. Seine Anteile soll Mehrheitseigentümer Thomas Havranek übernehmen. Havranek bestätigte gegenüber der Wochenzeitung weiters, dass seine Firma im Juli 2010 die Angaben der Sunday Times-Reporter überprüft habe und auf keine Firma gestossen sei. Dies soll auch aus E-Mails hervorgehen, die dem Falter vorliegen. Strasser soll indes auch aus der ZSA Strategy Consultants GmbH
ausscheiden, an der seine Firma cce mit 49 Prozent beteiligt ist. Das
gaben die AZH Beteiligungs GmbH sowie Alexander Zach, Ex-Chef des
Liberalen Forums, als Mitgesellschafter der ZSA bekannt.(APA/red)