Ex-Berater Roth hatte geklagt und sieht alles anders - Wollte 335.970 Euro von Wallner
Salzburg - An einer Nebenfront in der Olympia-Affäre um unübersichtliche Geldflüsse rund um die gescheiterte Bewerbung Salzburgs um die Olympischen Winterspiele 2014 hat Ex-ÖOC-Präsident Leo Wallner einen Etappensieg errungen. In erster Instanz wurde vor einem Wiener Gericht eine Zivilklage von Erwin Roth, Ex-Berater der Salzburger Olympiabewerbung, gegen Wallner abgewiesen. Das berichten die "Salzburger Nachrichten" (Dienstag-Ausgabe).
Laut dem Blatt muss Roth den Kostenersatz für das Verfahren in Höhe von 18.000 Euro für Wallner sowie für das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) als Streithelfer in Höhe von 17.000 Euro begleichen. Roth hatte für seine Tätigkeit als Berater und Lobbyist eine noch offene Rechnung in Höhe von 335.970 Euro eingeklagt. Das Geld wollte er von Wallner, stellvertretend für das ÖOC. Der damalige Präsident sollte quasi aus eigener Tasche Schadenersatz leisten.
Das Gericht wies jedoch einen direkten Zugriff auf Wallner ab. "Roth hat offensichtlich den Falschen geklagt. Für uns ist wichtig, dass die Richterin festgehalten hat, dass Wallner weder rechtswidrig noch schuldhaft gehandelt hat", betonte Huberta Gheneff-Fürst, Rechtsanwältin von Wallner, gegenüber den "Salzburger Nachrichten". Der ehemalige ÖOC-Boss hatte im Verfahren behauptet, er habe sich um die Beraterhonorare für Roth nicht gekümmert. Das wurde auch von Ex-ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth bestätigt.
Wallner, Roth und Jungwirth gehören zu den Verdächtigen in der Olympia-Affäre, die Salzburger Justiz ermittelt in der Causa bereits seit Februar 2009 wegen finanzieller Ungereimtheiten bei der gescheiterten Bewerbung Salzburgs für Olympia 2014 sowie wegen dubioser Geldflüsse beim ÖOC.
Roth erzählt die Geschichte anders
Laut Erwin Roth hat aber das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) eine schwere Niederlage in diesem Prozess einstecken müssen. "Das ÖOC wurde in erster Instanz verurteilt, die volle Summe in Höhe von 335.970 Euro inklusiver Zinsen und aller mir im Zuge des Prozesses angefallener Kosten zu bezahlen", erklärte Roth am Montagabend im Gespräch mit der APA. "Ich habe zwar den Prozess gegen Leo Wallner als Person verloren, aber den Prozess gegen Leo Wallner als ÖOC-Präsident gewonnen."
Außerdem betonte Roth, dass aus dem 21-seitigen Urteil hervorgehe, dass Wallner "wenig glaubwürdig" sei, während er selbst darin als "ausgesprochen glaubwürdig" bezeichnet werde. Vonseiten des ÖOC gab es am Montagabend vorerst keine Bestätigung dieses Urteils. (red/APA)