Archäologische Monumente auf frühen Reisebildern

2. April 2011, 12:07
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Historische Aufnahmen von Reisen zu bedeutenden antiken Stätten werden in Jena gezeigt

Jena - Zwei fotohistorisch und archäologisch sehr interessante Ausstellungen sind im April (und in den Mai hinein) in Jena zu sehen. Neben der Schau zu "Frühen Orientphotographien", Reproduktionen einer fast vergessenen Sammlung aus dem 19. Jahrhundert, in der Galerie Stadtspeicher zeigt die SCHOTT Villa ab Ende März "Unterwegs ins Altertum - Das Mittelmeer in Reisebildern und Otto Schotts Erinnerungen".

Die Fotografien stammen aus einer Zeit, als Reisen in ferne Länder noch Abenteuer waren, als man mit der Kutsche oder auf dem Pferderücken auf holprigen Straßen und staubigen Wegen, später mit der Eisenbahn unterwegs war. Literatur mit Beschreibungen der besuchten Orte und "Sehenswürdigkeiten" entfachte im 19. Jahrhundert eine wahre Reiselust. Hinzu kam der Drang nach Bildung, um den Idealen der Gesellschaft gerecht zu werden. Reisen zu bedeutenden antiken Stätten in Italien, Griechenland oder der orientalischen Welt waren dabei besonders beliebt.

Ausstellung

Die historischen Fotografien stammen aus der Dia- und Fotothek des Lehrstuhls für Klassische Archäologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Neben historischen Stadtansichten sind wichtige archäologische Monumente zu sehen, darunter das Kolosseum in Rom ohne die heutige Bebauung oder die Athener Akropolis während der Ausgrabungen. Im Dialog mit den Fotografien zeigt die Ausstellung Reiseerinnerungen bedeutender Jenaer Persönlichkeiten. Zu sehen sind außerdem archäologische Souvenirs von antiken Stätten, die für die Dekoration des eigenen Wohnhauses oder in der Lehre Verwendung fanden.

Die über 1.000 Bilder umfassende Jenaer Sammlung wurde seit der Einführung der Klassischen Archäologie als akademische Disziplin im Jahre 1846 systematisch erweitert. In einem Zeitalter, das ohne moderne Bildmedien auskommen musste, spielte sie eine wichtige Rolle in den Lehrveranstaltungen der Altertumswissenschaften. Die Sammlung besteht hauptsächlich aus historischen Fotografien, unter anderem des Kunsthistorikers und Fotografen Franz Stoedtner (1870-1944), der in Berlin einen Verlag für Lichtbilder betrieb. Daneben gibt es eine Reihe von privaten Aufnahmen, beispielsweise von den Reisen des Kirchenhistorikers Hans Lietzmann (1875-1942). Hinzu kommen Skizzen und Stiche aus der Zeit des 16. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Historischer Wert

"Mit der Ausstellung in der SCHOTT Villa wollen wir diese seit Jahrzehnten verborgene Sammlung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen", so Dennis Graen, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Klassische Archäologie und Kustos der Sammlung. "Die Aufnahmen sind trotz ihres Alters von erstaunlich guter Qualität und haben für uns einen hohen dokumentarischen, archäologischen sowie kunsthistorischen Wert." Besonders bedeutend sind Aufnahmen von Monumenten, die sich heute in baulich verändertem Zustand präsentieren oder gar nicht mehr existieren. (red)


Ausstellung
Unterwegs ins Altertum - Das Mittelmeer in Reisebildern und Otto Schotts Erinnerungen.
30. März bis 20. Mai 2011.
SCHOTT Villa, Otto-Schott Str. 13, 07745 Jena.

Link
SCHOTT Villa

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Ausstellung zeigt "Frühe Orientphotographie"

  • Undatiertes Foto von Guillaume Berggren (1835-1920) - Blick auf die Moschee von Brussa (Türkei)
    quelle: dia- und fotothek des lehrstuhls für klassische archäologie der friedrich-schiller-universität jena

    Undatiertes Foto von Guillaume Berggren (1835-1920) - Blick auf die Moschee von Brussa (Türkei)

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