Auch steigende Absolventenzahl deckt Bedarf nicht - Es fehlen derzeit vor allem Ingenieure
Berlin - Deutschland fehlen im Aufschwung die Techniker. Es gibt derzeit rund 117.000 zu wenig studierte Fachkräfte wie Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker (MINT), wie aus einer Studie des arbeitgebernahen IW-Instituts hervorgeht. "Die gestiegene Nachfrage nach MINT-Kräften hat den Arbeitsmarkt leer gefegt", sagte IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös am Montag.
Allein im Februar sei die Lücke um 21.000 Personen größer geworden und damit binnen Monatsfrist so weit geworden wie seit dem Jahr 2000 nicht. Arbeitgeber und Industrie riefen Politik und Hochschulen auf, beim Fachkräftemangel gemeinsam gegenzusteuern.
Die bisher größte Fachkräftelücke mit 181.000 gab es im Boomjahr 2000. Fehlten damals vor allem Informatiker, suchen die Firmen derzeit verstärkt Ingenieure. Die Zahl der MINT-Hochschulabsolventen sei zwar seitdem von rund 58.000 jährlich auf 95.000 im Jahr 2009 gestiegen, sagte Experte Klös vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Der Bedarf sei aber deutlich höher und werde auf bis zu 120.000 wachsen.
Technisches Know-how sei das Rückgrat des Geschäftsmodells in der exportorientierten Wirtschaft. Deshalb müssten mehr ausländische Studenten nach ihrer Unizeit in Deutschland gehalten werden. Derzeit kehre rund ein Drittel dieser Technikexperten später in die Heimat zurück. (Reuters)