Eine Holzhalle für die positive CO2-Bilanz

Jutta Berger, 21. März 2011, 16:25
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    foto: gw

    Eine Fassade aus Lärche, dahinter ein Umschlagplatz für Güter aus aller Welt. Beim Bau der Logistikhalle von Gebrüder Weiss in Wörgl wurde freiwillig auf den Klimaschutz geachtet.

Speditionen zählen gewöhnlich zu den Klimasündern. Bei Gebrüder Weiss hingegen übt man sich in freiwilligem Klimaschutz

In Wörgl ließ er die erste klimaneutrale Logistikhalle bauen, ganz aus Holz. 

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Wären da nicht die Lkw-Andockstationen, würde hinter der Lärchenholzfassade im Industrie- und Gewerbegebiet von Wörgl wohl niemand eine Logistikhalle vermuten. Ein Holzbau als Umschlagplatz und Lagerhalle für eine Spedition ist ungewöhnlich, das hochgesteckte Ziel des Erbauers, des Gebrüder Weiss Konzerns, ebenso: Klimaneutral sollte die dritte Bauetappe des Vorarlberger Logistikunternehmens am Standort Wörgl sein. Man wollte die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens "messbar und transparent" machen, begründet Vorstandsmitglied Wolfram Senger-Weiss die Investition in den Klimaschutz.

Klimafreundliche Bauweise gehört zu den Baustandards des Konzerns, mit der Berücksichtigung von verbautem CO2 hatte man aber noch keine Erfahrung. Weiss holte sich mit ClimatePartner Austria kompetente Berater ins Team. Die international tätigen Klimaschutzexperten unterstützen Firmen bei Maßnahmen zum freiwilligen Klimaschutz. Klaus Reisinger, Geschäftsführer von ClimatePartner Austria: "Gebrüder Weiss standen vor der Entscheidung, ob sie eine normale Halle oder eine Halle aus ökologischen Baumaterialien bauen, in diesem Fall aus Holz. Trotz Mehrkosten hat man sich für die ökologischen Baustoffe mit kleinerem CO2-Fußabdruck entschieden."

Zwei Varianten

Die Entscheidung wurde auf Basis genauer Berechnungen gemacht. "Zwei Varianten wurden in Bezug auf ihre CO2-Emissionen durchkalkuliert, und zwar die herkömmliche und die Holzbauweise", erklärt Baumeister Ludwig Ebetshuber von Yes Baumanagement in Innsbruck. "Unsere Aufgabe war es, den Experten von ClimatePartner die Grundlagen für die Analysen wie Masseangaben, Materialien zu liefern". Im Vergleich zur üblichen Planung war das für die Baumanager "ein erheblicher Mehraufwand bei der Vorbereitung".

Für Ebetshuber war die klimaneutrale Ausrichtung des Industriebauwerks absolutes Neuland: "Wir machen zwar hauptsächlich Industriebauten, eine Holzhalle war aber bisher aber nicht dabei." Noch bestimme zu sehr der Preis die Überlegungen von Bauherren, sagt Ebetshuber. "Sich für die Umwelt zu entscheiden und dafür auch Geld in die Hand zu nehmen, das machen bisher nur Vordenker und Vorreiter."

Investition in die Zukunft

Statt die übliche Beton-Metallhalle zu bauen, entschied man sich für eine Holzständerkonstruktion (Leimbinder und Bretter aus Fichte) mit Lärchenholz-Fassade. Nur der Boden ist aus Beton. Als Heizquelle dient eine Wärmepumpe. Strom für die Logistikanlage stammt aus Wind und Sonne, geliefert wird er von einem Linzer Ökostromlieferanten.

Die Investition von zwei Millionen Euro in die 1300 m² große Halle plus Kühllager sei unbestritten höher, als sie bei herkömmlicher Bauweise gewesen wäre, sagt Markus Nigsch, verantwortlich für das Immobilien- und Facilitymanagement bei Gebrüder Weiss. Sie mache sich aber bezahlt: Man spare pro Jahr 90 Tonnen CO2 ein.

Vermeiden als oberste Devise

Bei der Auswahl der Baumaterialien ging man von der Devise "Vermeiden vor Reduzieren und Kompensieren" aus. Nicht vermeidbare Treibhausgase werden durch Ankauf von Klimaschutz-Zertifikaten kompensiert. Nigsch: "Wir haben uns aus den zertifizierten Projekten einen Windpark in Indien ausgesucht, den wir nun unterstützen." Durch diese Kompensation könne man, sagt er, erste Erfahrungen mit CO2-Zertifikaten sammeln. Die flächendeckende Einführung für die Transportbranche wird EU-weit diskutiert.

Ob Holzhallen nun beim Logistikkonzern Standard werden, ist fraglich. Nigsch: "Das hängt von den jeweiligen Baugesetzen und den operativen Anforderungen an den Standort ab." In Tirol waren Bau- und Brandschutzvorschriften kein Hindernis. "So ein Holzbau passt ja auch optisch nach Tirol", sagt Baumeister Ebetshuber. "Weil sie halt holzverliebt sind, die Tiroler", meint Nigsch. (Jutta Berger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19./20.3.2011)

Kommentar posten
14 Postings
F.S.K
00
22.3.2011, 18:30
um sich den höheren preis leisten zu können müssen wohl jetzt mer lkws fahren

Lupo
00
23.3.2011, 14:46
außer Jammern nichts gelernt

Wenn ich die ganzen Kommentare lese, dann kommt mir das blanke entsetzen. Man kann hier gut erkennen das nur gejammert wird und keiner von Ihnen recherchiert hat. Gebrüder Weiss - nur ein Beispiel ist der einzige Spediteur in österreich der einen Ganzzug zwischen Wien - Tirol und Vorarlberg unterhält - das zum Thema Nachhaltigkeit und wenn man nie einen Anfang macht und versucht etwas umzusetzen dann wird wahrscheinlich nie etwas weiter gehen.
Vielleicht sollten sie weniger jammern und schimpfen sondern aktiv zum Thema Nachhaltigkeit etwas tun. Ich möchte nicht wissen wieviel von Ihnen Autofahrer sind

Jukebox
12
22.3.2011, 07:26

Hätte man die Bäume stehen lassen, anstatt eine Betonhalle mit dem Holz zu verschalen, wär´s für die CO2-Bilanz wahrscheinlich besser.

Symbolhaft wird das Projekt unserer Umweltpolitik doch sehr gerecht: immer schön oberflächlich bleiben!

kobold von koboldi
02
22.3.2011, 10:25

na na na - keine Betonhalle hinter den Brettln

dagegen Leimbinderdachkonstruktion mit Elementfassade... http://www.gw-world.com/de/img_po... _72dpi.jpg

obwohl: die Architektrur lässt zu wünschen
übrig - hier nur ein von viellen besseres Beispielen:

http://www.gloeckel.rubner.com/uploads/t... rich-4.jpg

http://www.gloeckel.rubner.com/uploads/t... rich-5.jpg

Queen of Sheba
 
00
22.3.2011, 05:41
Schon wieder so ein Stadel.

Queequeg
02
22.3.2011, 00:55

Super Öko-Bio-Holzverschalung um den Dieseltruck. Dazu noch ein paar C02 Zertifikate, da kann man gleich wieder viel besser atmen. Ich sehe der Zukunft jetzt viel optimistischer entgegen. Die ÖVP, die kann was, echt. Der Berlakowitsch und der Pröll, die werden die paar hundert Millionen, die wir wegen der Verfehlung des Kyoto Protokolls zahlen müssen, von ihrem Raika Sparbuch abheben, und die Gebrüder Weiss werden auch mitzahlen, echt.

Kann man diesen Schmarren das nächste mal wenigstens als Werbung kennzeichnen. Vermutlich zahlen wir dafür auch noch Förderungen.

die dudeheit
00
22.3.2011, 06:54
gut gebruellt.

gaisbock
03
21.3.2011, 22:51
Neuester Exportartikel aus dem Westen:

Lärchenholzhüllen für Atomkraftwerke, CO2neutral und Strahlungsarm. Auch nachträglich nachhaltig nachrüstbar.

dermartino
01
21.3.2011, 22:24

Und wurde die Trocknung des Holzes in der Trockenkammer auch berücksichtigt?

Das macht nämlich meistens die CO2-Bilanz dieses schönen Baustoffes zunichte.

Agnostiker1
11
22.3.2011, 09:34
Noch ein weiterer Trick um es zu beschönigen:

Man läßt die Umweltveschmutzung, z. B. Feinstaub, der beim Verbrennen entsteht, völlig ausser Betracht. Das Trocknen so wie so.

Undertaker89
01
21.3.2011, 20:26
Irgendwie lächerlich, aber immerhin ein Anfang

Wie wäre es, statt den LKWs die Bahn zu nutzen DA könnten sie CO2 sparen.

Agnostiker1
12
21.3.2011, 17:14
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang!

Auch wenn behauptet wird, dass Lärche nicht behandelt werden muss, dann kommt es auf das Dauer unweigerlich auf den Bauherrn zu.

Dann löhnt er mehr Brandvresicherung und der Wiederverkaufwert ist eine Zumutung.

gaisbock
11
21.3.2011, 22:48
Entschuldigung, des is a Bledsinn

Agnostiker1
11
22.3.2011, 09:30
Sie sind ein ganz gro0er Schlaumeier.

Wo sind denn ihre Sachargumente?

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