Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Der Anlass für die Bekehrung war ein magisches Ereignis, während einer Reise im Jemen, als die erkrankte Barbara Wally das Licht des Vollmonds auf sich wirken ließ und am nächsten Morgen gesund aufwachte. Ihren zwanzig Jahre jüngeren Reiseführer hatte sie zuvor nicht beachtet, danach heiratete sie ihn und konvertierte zum Islam. Für Wally, viele Jahre Feministin, Atheistin und Leiterin der Internationalen Salzburger Sommerakademie, begann ein neues Leben.
So erweist sich auch Arab Attraction als zweigeteilter Film, allerdings nicht aufgrund einer Trennung in eine atheistische Vergangenheit und muslimische Gegenwart, sondern aufgrund seiner Schauplätze. Immer wieder folgen auf Szenen in Österreich solche aus dem Jemen, suchen Andreas Horvath und Koregisseurin Monika Muskala forciert mittels einer assoziative Montage das Gemeinsame im Gegensätzlichen: Sieht man Wally in Oberösterreich glücklich Pilze suchen, wird sie wenig später auf einer staubigen jemenitischen Landstraße von ihrem Mann mit dem Auto aufgelesen; spricht sie in New York vom "visuellen Müll", den Galerien produzieren, schneidet Horvath im nächsten Moment auf tatsächlichen Plastikmüll, der im Jemen den Straßenrand ziert.
Natürlich kann Wally die Anziehungskraft des Islam nicht erklären, erweisen sich etwa Vorbehalte gegenüber "westlichem Hedonismus" und damit einhergehender Kinderfeindlichkeit als Vorurteil. Gleichzeitig ist sie sich ihrer gesellschaftlichen und sozialen Position in der neuen Heimat bestens bewusst: Wiederholt erklärt sie, wann und wo sie gefilmt werden dürfe, versucht so, als Protagonistin Hoheit über den Film zu wahren, während sie umgekehrt dem Befehl ihres Mannes, vor der Kamera das Kopftuch zu tragen, umgehend Folge leistet. Sein Interesse an Arab Attraction, erklärt Wally, sei zu zeigen, dass sie eine glückliche Muslima sei.
So erzählt sie am Ende, wie sie ihre Angst vor dem Tod mithilfe des Glaubens überwinden konnte, während sich die Kamera langsam einem Fenster nähert. So lange bis sie den Blick durch die Gitterstäbe auf die Dächer von Sanaa freigibt. (Michael Pekler, DER STANDARD/DIAGONALE - Printausgabe, 22. März 2011)
Diagonale-Special zur Geschichte der österreichischen Regisseurinnen in erweiterter Form nun auch in Wien zu sehen
"Ich bin gerührt und ich danke Ihnen", so Berger - Intendantin Pichler sprach in ihrer Rede zum Festival-Start über die Auswirkungen der Digitalisierung für den Film
Viele Preise gingen an Newcomer - doch immer wieder wurde beanstandet, dass es um die Förderung innovativer Projekte des Kinonachwuchses schlecht bestellt ist
Beim Grazer Filmfest Diagonale eröffnen Dokumentarfilmer Einblicke in die Welt von Migranten und Marginalisierten
Peter Tscherkasskys Filme verwandeln weggeworfene Bildstreifen in irritierende Kunstwerke, in denen die versteckten Energien des Mediums geweckt werden
Carl-Mayer-Hauptpreis für Jakob Prettenhofers "Überleben", der Thomas-Pluch-Hauptpreis ging an Martin Ambrosch für "Spuren des Bösen"
Neues Leben in alten Filmen, frenetische Bildgefechte und andere Wahrnehmungsexperimente: Ein Rundgang durchs dichte Programm der Experimentalfilme
Die Grazer Diagonale wurde mit Nikolaus Geyrhalters "Abendland" und einem Preis für Senta Berger eröffnet
Die Kritik an der Filmförderung wird wieder lauter - Zum Diagonale-Start sprachen Dominik Kamalzadeh und Isabella Reicher mit dem Direktor des Filminstituts, Roland Teichmann
Kinodebüt der gebürtigen Grazerin Marie Kreutzer, die für "Die Vaterlosen" bereits bei der Berlinale viel Anerkennung erntete
Ivette Löcker folgt in "Nachtschichten" Menschen durchs nächtliche Berlin
Die Diagonale widmet der Film- und Fotokünstlerin Elfi Mikesch eine Werkschau
Ein unbeugsamer Holocaust-Überlebender in den High Schools von Baltimore
Bravo, wieder ein schwaches Individuum, das auf Rationalität pfeift vor lauter Angst vor dem unausweichlichen. Darauf kann man doch stolz sein.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.