Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Abbildung der Prostata
Wien - Bei pro Jahr rund 900.000 diagnostizierten Fällen von Prostatakrebs und rund 260.000 Todesfällen weltweit - die Patienten sterben oft unter großem Leiden - ist diese bösartige Erkrankung ganz oben auf der Prioritätenliste der Medizin. Nach vielen Jahren relativen Stillstands aber scheinen sich die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten nun deutlich zu verbessern. Die Aussicht auf bessere Therapien, gibt neue Hoffnung. Weiterhin umstritten ist die Frage der Reihen-Screeninguntersuchungen zur Früherkennung, hieß es beim Europäischen Urologenkongress im Austria Center Vienna (18. bis 22. März).
Diskussion um Screening in Österreich
Das Problem in Österreich: Prostatakrebs machte im Jahr 2008 bei den Männern in Österreich mit rund 4.500 Fällen ein knappes Viertel aller bösartigen Neubildungen aus. Altersstandardisiert gingen die Neuerkrankungen in den vergangenen Jahren allerdings laut Statistik Austria um 18 Prozent zurück. Trotzdem: Rund jeder neunte Krebstodesfall war bei den Männern auf Prostatakrebs zurückzuführen. Die Rate der Sterblichkeit an Prostatakrebs reduzierte sich in den vergangenen zehn Jahren aber um 22 Prozent. Eine mögliche Erklärung wären die vermehrten Früherkennungsuntersuchungen inklusive Bluttests auf PSA.
Hier gibt es weiterhin heftige Diskussionen. Zwei große internationale Studien haben in den vergangenen Jahren den Wert von Früherkennungsuntersuchungen inklusive der Tests auf das Prostata-spezifische Antigen (PSA) bestätigt: Eine europäische Untersuchung mit 162.000 Männern als Probanden zeigte, dass regelmäßige PSA-Tests die Mortalität durch solche Karzinome um 20 bis 31 Prozent reduzierte. Eben, weil die Karzinome früher entdeckt wurden. Eine Studie aus Göteborg in Schweden mit rund 20.000 Probanden brachte gar bei den regelmäßig Untersuchten eine um 56 Prozent geringere Sterblichkeit durch solche Erkrankungen zutage.
Problem: Überdiagnosen
Ohne statistisch signifikante Ergebnisse endete allerdings eine US-Studie. Sie war aber wahrscheinlich zu klein, um ein solches Resultat zeigen zu können. Die Einschränkung besteht allerdings darin, dass es doch auch häufig zu Überdiagnosen kommt. So müssen knapp 300 Männer zu solchen Test eingeladen und zwölf mit einem Karzinom diagnostiziert werden, um ein Menschenleben zu retten, schrieben beispielsweise die schwedischen Studienautoren (Göteborg). Die häufigen "Überdiagnosen" mit nachfolgenden Untersuchungen und Operationen können auch Komplikationen mit sich bringen.
Eingeschränkter Therapieerfolg
Weiterhin aber ein Riesenproblem ist die Behandlung von Prostatakarzinom-Patienten, bei denen eine Heilung durch Operation nicht mehr möglich ist. 50 bis 70 Prozent der Patienten haben bei der Diagnose ihres Prostatakarzinoms noch einen lokal begrenzten Tumor. Hier reicht die Operation aus. 30 bis 40 Prozent haben eine fortgeschrittene Erkrankung. Bei bis zu 20 Prozent der Erkrankten ist es zum Zeitpunkt der Diagnose bereits zur Bildung von Metastasen gekommen. Eine antihormonelle Behandlung, am Beginn sind Prostatakarzinome zumeist vom Wachstumsimpuls des männlichen Geschlechtshormons Testosteron abhängig, kann mit der Zeit ihre Wirkung verlieren. Die Therapie mit Zytostatika als Alternative hatte bisher nur beschränkten Erfolg.
Fortschritte in der Therapie
Doch sowohl bei der antihormonellen Therapie als auch bei der Chemotherapie gibt es Fortschritte, hieß es bei dem Kongress im Austria Center Vienna: So wurde mit 20. März von der EU das Zytostatikum Cabazitaxel ("Jevtana"/Sanofi-Aventis) zur Behandlung von Patienten mit hormon-unabhängiger, fortgeschrittener Prostatakarzinom-Erkrankung, die nicht mehr auf eine erste Zytostatika-Therapie (mit der Substanz Docetaxel) anspricht, zugelassen.
Die Verwendung des neuen Medikaments erhöhte die durchschnittliche Überlebensdauer von knapp über einem Jahr auf etwa 15 Monate. Statistisch ist das hoch signifikant. Allerdings zeigte die Mehrheit der Behandelten Blutbildveränderungen durch die wirksamere Chemotherapie.
"Krebsimpfstoff"
Einen möglichen großen Fortschritt könnte auch die erste Vakzine zur Behandlung von Patienten mit Prostatakarzinomen und Metastasen bringen. "Sipuleucel-T ist ein Impfstoff auf der Basis dendritischer Zellen, welche diese Zellen des Patienten benutzt, um eine Immunantwort gegen die Prostatakarzinom-Zellen zu verursachen", wurde der belgische Experte Betrand Tombal (Brüssel) in der Zeitschrift des Europäischen Urologenkongresses zu seinem Plenarvortrag zitiert.
Die Vakzine zeigte jedenfalls erstmals für einen "Krebsimpfstoff" eine positive Wirkung auf das Überleben von Patienten und wurde als erste derartige Vakzine bereits von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen. In der Registrierungsstudie erhöhte sie die durchschnittliche Überlebensdauer der Patienten im Vergleich zu Placebo um 4,1 Monate. Tombal: "Über die simplen Ergebnisse der klinischen Studie hinaus ist das bemerkenswert. Denn man konnte zeigen, dass die Aktivierung der Immunabwehr eines Patienten gegen seine Krebserkrankung keine Science-Fiction-Angelegenheit mehr ist."
Neuheiten im fortgeschrittenen Krebs-Stadium
Bei der medikamentösen Therapie von fortgeschrittenem Prostatakrebs gibt es aber auch noch andere Aspekte: Viele der Patienten entwickeln Knochenmetastasen, erleiden Brüche und haben schwere Schmerzen. Um das zu verhindern oder wenigstens zu bremsen, verwendete die Medizin bisher bestimmte Osteoporose-Medikamente (Bisphosphonate). Seit kurzem gibt es hier aber auch den monoklonalen Antikörper Denosumab. Dieses Arzneimittel - es wurde auf der Basis von wissenschaftlichen Arbeiten des Wiener Biotech-Forschers Josef Penninger entwickelt - dürfte laut Tombal wirksamer als die Bisphosphonate sein.
Roboter-Chirurgie
Weiterhin offen ist unter den Urologen die Diskussion darüber, ob laparoskopische Methoden ("Schlüsselloch-Chirurgie") oder die Unterstützung der Operateure durch Roboter bei Prostatakarzinom- oder Nierenoperationen Vorteile gegenüber herkömmlichen chirurgischen Verfahren besitzen. Geringerer Wundschmerz wegen kleinerer Wunden und weniger Blutverlust werden hier als potenzielle Vorteile ins Treffen geführt.
Doch das ist bei weitem keine "ausgemachte Sache". So erklärte der deutsche Experte Axel Merseburger: "Die meisten, wenn nicht sogar alle derartigen Behauptungen (über die Vorteile der neuen Methoden, Anm.) wurden bisher noch nicht einer objektiven wissenschaftlichen Überprüfung unterzogen." Hier benötige man gute Studien, um Aussagen treffen zu können. (APA/red))
Artikel zum Thema "Urologie"
Interview zu Blasenkrebs: "Wege für geschlechtsspezifische Behandlung"
Blasenkrebs: Fangnetze für Krebszellen
Die häufigsten Wechselwirkungen bei oralen Anti-Krebs-Medikamenten treten mit Opioid-Schmerzmedikamenten und Blutgerinnungs-Hemmern auf
Im Laufe eines Jahrhunderts hat sich der Fokus der Pathologie vom Seziersaal ins molekulare Labor verschoben
Mit Multi-Gentests können Mediziner Charakter und Verlaufsformen verschiedener Brustkrebsarten bestimmen und Therapien darauf abstimmen
Die molekularbiologische Untersuchung verschiedener Tumore auf bestimmte Merkmale, könnte die Anwendung spezifischer Wirksubstanzen erleichtern
Bis vor wenigen Jahren war metastatierender schwarzer Hautkrebs ein sicheres Todesurteil - Neue gezielte Therapien richten sich gegen die entarteten Zellen
Moderne Strahlentherapie bei Brustkrebs schädigt das Herz nicht - Nach brusterhaltender Therapie von Experten empfohlen
Auch Kombination von monoklonalen Antikörpern möglich - Allein Chemotherapie verbessert Überlebensrate um ein Drittel
Chlorhexidin und Alexidin könnten bei Krebserkrankungen des Mund- und Rachenraumes wirksam sein
Eine neue Therapie bringt Überlebensvorteile für Männer mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom
Rund 60 Patienten in Österreich sind jährlich von Gehirnmetastasen in Verbindung mit ALK-positivem Lungenkrebs betroffen
Bei jeder zweiten Patientin, die eigentlich eine komplette Brustentfernung benötigen würde, kann die Brut erhalten werden
Therapie gegen akute Hautschädigungen bei Strahlentherapie: Erste klinische Studie eines Wiener Biotech-Unternehmens konnte positiv abgeschlossen werden
Der "schwarze Hautkrebs" ist eine der bösartigsten Tumorarten - Durchbruch im Kampf gegen das fortgeschrittene Melanom
Hoffnung des Angiogenesehemmers Cilgentide hat sich nicht erfüllt
Für Neuroblastom-Patienten - Neue Behandlung erhöht Überlebensrate und Zeit ohne Rückkehr der Erkrankung etwa um die Hälfte
Im Frühstadium kann die chronisch myeloische Leukämie (CML) erfolgreich mit einer Killerzellen-Therapie bekämpft werden
Mangel an Behandlungskapazitäten von rund 20 Prozent - Ärztekammer warnt: Lange Wartezeiten können lebensgefährlich sein
Spezielles kernspintomographisches Verfahren soll Sicherheit von Patienten bei riskanten Rückenmarksoperationen erhöhen
Wirkstoff verkleinerte in Testreihe Lebertumore - Hoffnung auf bessere Therapieoptionen bei fortgeschrittener Ekrankung
20 Prozent an Kapazitäten für Krebstherapie fehlen - Keine Besserung in Sicht - Versorgung in Hinblick auf die steigende Zahl an Krebserkrankungen prekär
Medikamentöse Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit Metastasen
Unterschiede bei Mortalität dürften erst 2014 erkennbar sein - Ziel: Optimierung der Behandlung
Lokale Chemotherapie erhöht die Lebenserwartung von Menschen mit einem bösartigen Tumor des Rippenfells
Der oben angeführte Artikel ist sicherlich nicht grob falsch.
Trotzdem bleibt folgendes festzuhalten:
Um ein Prostatkarzinom zu heilen, gibt es grundsätzlich 3 Optionen:
- radikale Prostatektomie (=OP)
- Teletherapie (=Bestrahlung von aussen)
- Brachytherapie (=Bestrahlung von innen)
ggf. kann/soll mit einer Hormontherapie kombiniert werden.
alle 3 Verfahren haben Vor- und Nachteile, über die Sie Urologen und Strahlentherapeuten individuell beraten sollten.
Der obige Artikel erscheint jedenfalls stark vom Sponsor beeinflusst - um es höflich auszudrücken.
statt darüber nachzudenken, dass es einfacher und billiger wäre den möglichen "Erreger" zu beseitigen...
"... Wird Prostatakrebs durch das Virus XMRV ausgelöst? ... US-Forscher haben den Erreger bei fast jedem dritten untersuchten Krebspatienten gefunden ..."
http://www.spiegel.de/wissensch... 80,00.html
Das passiert also wenn 2 kontradiktäre und falsche (wobei in jans Fall "falsch" nicht das richtige Wort ist, "überzogen" passt eher) Meinungen aufeinandertreffen.
Verstehen Sie mich nicht falsch, Sie sind immer noch die Königin der Blödsinnschreiber, jan hat nur den Nachteil, dass seine Meinung in diesem speziellen Fall noch unverifizert und weitgehend unerforscht ist (was ihn aber offenbar nicht davon abhält, Krebs als monokausale Viruserkrankung abzutun - extrem kurzsichtig, aber mutig und ca. 50000 Mal korrekter als das, was Sie von Medizin verstehen),
2. nicht ganz richtig:
solange wichtige wirtschaftliche Interesse seitens der Pharmaindustrie besteht Chemotherapieen zu verkaufen - werden keine andere Meinungen zugelassen
(es gibt weltweit bereits Tausende Studien die einen direkten Zusammenhang zwischen viralen Infektionen und Krebs bestätigen.... die werden aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht akzeptiert, bzw. nicht in die Behandlungsleitlinien jeweiligen Krankenkassen aufgenommen)
Das ist noch lange kein Beweis dafür, dass XMRV Prostatakrebs auslöst, es gibt genausoviele Studien, die dagegen sprechen. Ob eine Bekämpfung dieses Virus irgendeinen Effekt hat, ist nicht mal im Ansatz geklärt - man weiss lediglich, dass es dieses Virus allein nicht sein kann, weil es Zellen nicht zur Entartung bringen kann.
Insofern ist noch viel Forschung in diesem Gebiet nötig.
Allerdings gibt es schon Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs - diese wird bedenklicherweise aber auch als "Schmäh der Pharmaindustrie" abgetan. Man kann es den Leuten offenbar nie recht machen... ;)
Oh ja, eine Website für das chronische Müdigkeitssyndrom ist sicherlich die erste Anlaufstelle in Sachen "Verschwörungstheorien zur Entstehung des Prostatakarzinoms" - trotz der Tatsache, dass Virologen und Urologen das für blanken Unfug halten... ;)
Lesen und VERSTEHEN!
"... ZUSAMMENFASSUNG (Google Übersetzung):
Die Erfinder stellten fest, dass Xenotropic Maus-Leukämie-bezogene Retrovirus (XMRV) eine starke Verbindung mit Krebs beim Menschen, einschließlich Prostata-und Brustkrebs hat. XMRV kann auch mit Gebärmutterhalskrebs, malignen hämatologischen Erkrankungen, einschließlich Lymphome und Leukämien und Non-Erkrankungen wie chronische Müdigkeit und andere Krankheiten neuroimmunologische zugeordnet werden. Diese Offenbarung beschreibt eine Reihe von Methoden zur XMRV-Infektion zu erkennen und für die Nutzung dieser Informationen für die Diagnose..."
http://www.wipo.int/pctdb/en/... SPLAY=DESC
Ein Argument, dass es in Europa kein XMRV bei Prostata Patienten nachgewiesen werden könnte - ist nur als Beweis einer Unfähigkeit von europäischen Labors zu verstehen! - weil nachweislich bisher KEIN EINZIGES Labor im Europa imstande ist einen XMRV Test (nach amerikanischen Vorbild) durchzufuhren!
In Belgien ansäsige "Red Labors" haben, als einziges europäisches Labor einen XMRV Test in Angebot, die Proben werden aber nicht in Belgien, sondern in den Labors in USA untersucht!
nennen sie mir einen Labor in dem ich einen zuverläsigen XMRV Test machen kann (auf einen solchen Test warten weltweit zig Millionen an Patienten)
ich werde ihnen danach eine schriftliche Antwort von den besten Virologen in Wien vorzeigen in dem bestätigt wird, dass noch NIEMAND in Europa für ein solches Test imstande ist!
1. Öffentliche Labors testen nicht auf XMRV, da hat der Virologe vollkommen recht.
2. Der Grund dafür: Keine Indikation, keine Konsequenzen. Wozu auf ein Virus testen, von dem man nicht weiss, was es beim Menschen macht und das man nicht therapieren kann?
3. Forschungslabors sind hingegen sehr wohl in der Lage auf das Virus zu testen.
"...Keine Indikation - keine Konsequenzen. Wozu auf ein Virus testen, von dem man NICHTS WEISS, was es beim Menschen macht..."
http://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Affen - dass passt sehr gut zu einer solcher Einstellung
und die aktuellen Informationen über das infektiöseste humane Retrovirus kennen sie gerne Nachlesen http://www.cfs-aktuell.de/maerz11_3.htm
lesen sie auch die Arbeiten von weltweit bekanntesten Wissenschaftlern, lesen sie auch etwas über Infektionsergebnisse bei Affen (!!!!!!!!) die mit XMRV infiziert würden... danach werden sie begreifen das Wissenschaftler bereits sehr viel wissen... zu viel um damit auf die Öffentlichkeit zu gehen!
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.