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Die EC-130J ist für "psychologische Einsätze" zuständig, wie sich das anhört, ist nun von Hobby-FunkerInnen aufgefangen worden.
Eigentlich unterliegen die Militärschläge der Alliierten gegen die libysche Regierung - und die damit verbundene Kommunikation - äußerster Geheimhaltung. Allerdings zeigt die laufende "Operation Odyssey Dawn" zur Durchsetzung der von der UN verhängten Flugverbotszone auch, dass es mittlerweile recht schwer geworden ist, eine solch vollständige Verschwiegenheit zu gewährleisten. So hat sich im Web eine eigene Community gebildet, die Informationen über die Bewegungen der alliierten Kampfjets zusammenträgt.
Identifizierung
Eines der herausragenden Beispiele hierfür bildet ein niederländischer Funk-Geek mit dem Spitznamen "Huub", der per Twitter über laufende Aktionen der Alliierten informiert. Ihm ist es dabei gelungen zahlreiche beteiligte Flugzeuge und ihre Codenamen zu identifizieren, von italienischen Kampfjets über US-Bomber bis zu einem für "psychologische Einsätze" (Psyops) zuständigen "Commando Solo"-Flugzeug (EC-130J), dies berichtet das US-Magazin Wired.
Warnung
Von Letzterem stammt denn auch ein besonderer Fund: Per Funk wurde eine Warnung an an ein libysches Schiff aufgefangen, in dem die EC-130J eindrücklich vor dem Verlassen des Hafens warnt. "Wenn Sie den Hafen verlassen, werden sie umgehend angegriffen und zerstört", heißt es darin unmissverständlich. Den Tonmitschnitt hat man mittlerweile im Internet für alle zum Nachhören veröffentlicht.
"Huub" ist im realen Leben ein ehemaliger niederländischer Militärangehöriger, der die Motivation für seine Aktivitäten damit umreißt, dass er die "ungefilterte Wahrheit" - also jenseits von Militär-Propaganda - öffentlich machen will. Eine wichtige Rolle in seinen Beobachtungen spielt der Umstand, dass auch Militär-Flugzeuge zum Teil unverschlüsselt kommunizieren müssen, immerhin teilen sie sich den Luftraum mit zivilen Flugzeugen, und müssen hier Zusammenstöße verhindern. Entsprechende Kommunikation lässt sich mit handelsüblicher Hardware auch aus größerer Entfernung abhören, die Investition von ein paar hundert US-Dollar vorausgesetzt.
Recherche
Funk sei aber bei weitem nicht die einzige Quelle für seine Beobachtungen, beteuert "Huub". An die 16 Stunden täglich verbringe er mittlerweile in IRC-Chats, horche auf Video- und Audio-Streams, grabe im Internet nach weiterführend Infos und kombiniere diese mit seinem Wissen über die Protokolle der Flugsicherung und der militärischen Kommunikation. Sein eigentlicher Job als Computer-Forensik-Experte gerät dadurch derzeit natürlich etwas ins Hintertreffen.
Kritik
Huub ist natürlich bei weitem nicht der Einzige, der sich dieser Thematik widmet, so wurden die Pysops-Funkmitteilungen gleich von mehreren Funk-NutzerInnen aufgefangen. Ebenfalls wenig überraschend ist, dass die solcherart erhöhte Transparenz nicht überall auf Begeisterung stößt, über Twitter kommt so etwas schon mal der Vorwurf, dass die Bereitstellung der Infos das Leben alliierter Soldaten gefährden würde. Ob darüber tatsächlich Geheimnisse verraten werden, die die libysche Armee nicht selbst aufspüren kann, darf allerdings bezweifelt werden. Huub zeigt sich davon ohnehin wenig beeindruckt, und warnt lieber schon mal direkt das US-Afrika-Kommando davor, dass eine der eingesetzten F-16 den eigenen Sender unsicher konfiguriert hat. (red, derStandard.at, 21.03.11)
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