Soll Kommunikation von Menschenrechts-AktivistInnen stören - Bereits vor wenigen Tagen Attacken gegen Internet Explorer
Die Auseinandersetzung zwischen dem Softwarehersteller Google und der chinesischen Regierung geht in die nächste Runde. So wirft Google den chinesischen Machthabern nun vor, gezielt gegen das Mail-Service Gmail vorzugehen, und dort den laufenden Betrieb zu stören, dies berichtet der britische Guardian.
Aktiv
Demnach kommt es bei manchen chinesischen NutzerInnen zu regelmäßigen Störungen im Betrieb von Gmail, so dass etwas das Versenden von Mails zeitweise nicht funktioniert. Dabei sei auffällig dass von diesen Problem vor allem Personen betroffen sind, die China als Menschenrechts-AktivistInnen unter besondere Beobachtung stellt. Entsprechend vermutete Google, dass es sich dabei um Angriffe gegen die nach arabischem Vorbild aufkeimende "Jasmin Revolution" handelt.
Angriff
Neben Gmail soll auch der "People Finder", den Google nach den aktuellen Katastrophen in Japan zur Verfügung gestellt hat, von den Störungen betroffen sein. "Von unserer Seite aus gibt es kein Problem. Wir haben das ausführlich untersucht. Das ist eine Regierungsblockade, die sorgfältig gestaltet ist, um wie ein Gmail-Fehler auszusehen", so ein Unternehmenssprecher. Ein weiterer, ungenannte bleibender, Google-Manager fügt hinzu, dass es äußerst schwierig sei, Angriffe durchzuführen, die wie "normale" Service-Probleme aussehen, insofern sei hier die professionelle Handschrift unübersehbar.
Warnung
Erst vor wenigen Tagen hatte Google seine NutzerInnen in einem Blog-Eintrag vor gezielten Attacken gewarnt. Ohne hier konkret die chinesische Regierung als Urheber zu benennen, war doch zwischen den Zeilen schon recht klar, wer gemeint war. So heißt es darin, dass man politisch motivierte Angriffe gegen AktivistInnen beobachtet habe, die allesamt die aktuelle MHTML-Lücke im Internet Explorer ausnutzen, um in nicht geschützte Rechner einzudringen. In China ist der Internet Explorer - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern - mit einem Marktanteil von mehr als 88 Prozent weiterhin der uneingeschränkt meist genutzte Browser.
Vorgeschichte
Vergangenes Jahr hatte die Auseinandersetzung zwischen Google und der chinesischen Regierung ihren bisherigen Höhepunkt gefunden, als Rechner des Unternehmens Opfer eines Einbruchs wurden. Auch später über Wikileaks veröffentlichte Dokumente scheinen zu bestätigen, dass dieser Angriff von offiziellen Stellen des Landes in Auftrag gegeben wurden. Google hatte darauf die Filterung der eigenen Suchergebnisse eingestellt. (red, derStandard.at, 21.03.11)
Der WebStandard auf Facebook