Google wirft China gezielte Störung von Gmail vor

21. März 2011, 09:17

Soll Kommunikation von Menschenrechts-AktivistInnen stören - Bereits vor wenigen Tagen Attacken gegen Internet Explorer

Die Auseinandersetzung zwischen dem Softwarehersteller Google und der chinesischen Regierung geht in die nächste Runde. So wirft Google den chinesischen Machthabern nun vor, gezielt gegen das Mail-Service Gmail vorzugehen, und dort den laufenden Betrieb zu stören, dies berichtet der britische Guardian.

Aktiv

Demnach kommt es bei manchen chinesischen NutzerInnen zu regelmäßigen Störungen im Betrieb von Gmail, so dass etwas das Versenden von Mails zeitweise nicht funktioniert. Dabei sei auffällig dass von diesen Problem vor allem Personen betroffen sind, die China als Menschenrechts-AktivistInnen unter besondere Beobachtung stellt. Entsprechend vermutete Google, dass es sich dabei um Angriffe gegen die nach arabischem Vorbild aufkeimende "Jasmin Revolution" handelt.

Angriff

Neben Gmail soll auch der "People Finder", den Google nach den aktuellen Katastrophen in Japan zur Verfügung gestellt hat, von den Störungen betroffen sein. "Von unserer Seite aus gibt es kein Problem. Wir haben das ausführlich untersucht. Das ist eine Regierungsblockade, die sorgfältig gestaltet ist, um wie ein Gmail-Fehler auszusehen", so ein Unternehmenssprecher. Ein weiterer, ungenannte bleibender, Google-Manager fügt hinzu, dass es äußerst schwierig sei, Angriffe durchzuführen, die wie "normale" Service-Probleme aussehen, insofern sei hier die professionelle Handschrift unübersehbar.

Warnung

Erst vor wenigen Tagen hatte Google seine NutzerInnen in einem Blog-Eintrag vor gezielten Attacken gewarnt. Ohne hier konkret die chinesische Regierung als Urheber zu benennen, war doch zwischen den Zeilen schon recht klar, wer gemeint war. So heißt es darin, dass man politisch motivierte Angriffe gegen AktivistInnen beobachtet habe, die allesamt die aktuelle MHTML-Lücke im Internet Explorer ausnutzen, um in nicht geschützte Rechner einzudringen. In China ist der Internet Explorer - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern - mit einem Marktanteil von mehr als 88 Prozent weiterhin der uneingeschränkt meist genutzte Browser.

Vorgeschichte

Vergangenes Jahr hatte die Auseinandersetzung zwischen Google und der chinesischen Regierung ihren bisherigen Höhepunkt gefunden, als Rechner des Unternehmens Opfer eines Einbruchs wurden. Auch später über Wikileaks veröffentlichte Dokumente scheinen zu bestätigen, dass dieser Angriff von offiziellen Stellen des Landes in Auftrag gegeben wurden. Google hatte darauf die Filterung der eigenen Suchergebnisse eingestellt. (red, derStandard.at, 21.03.11)

Der WebStandard auf Facebook

Deserteur
00
24.3.2011, 18:54
Eine andere Welt darf doch wohl auch andere Wege gehen!

Ist die restliche Welt nicht ohnehin schon groß genug für Google?
Kann das Google-Reich territoriale Grenzen und auch sonstige (Geschäfts-)Grenzen akzeptieren?
Wichtig vor allem, diesem Moloch einmal Grenzen zu setzen!
...damit er überhaupt endlich einmal Grenzen spürt!
Aber Google versucht ja, sich als politisch agierender der Freiheit verpflichteter Gegenspieler zu Chinas Politik zu profilieren!
Ist doch ganz gut für's Image! ;)
Don't be evil! - Wir sind die Guten...
- obwohl da ganz sicher nur schnöde Geschäftsinteressen im Spiel sind!

Captain Smoker
12
21.3.2011, 22:14

Früher die Russen, heute sind alles immer die Chinesen. Irgendwie traurig diese ideeenlosigkeit. ;)

iGrammophon
50
21.3.2011, 15:49
hab bei "Google wirft China" aufgehört zu lesen

joergipoergi
90
21.3.2011, 12:21
ich glaueb nicht das es eine gezielte Atkion ist.

Ich denke aber schon, dass Google bei der chinesischen Internet/Zensurbehoerde nicht besonders beliebt ist, ich habe immer wieder Probleme mit den Services von Google, sprich Googletranslate und google maps. Hat eher was mit Protektionismus zu tun.
Falls es tatsaechlich eine Haeuffung gaebe, bei politisch aktiven Usern, Wie zum Teufel weiss Google, wer solch ein politischer Aktivist ist oder nicht??? Lesen die etwa deren Emails?

mfg

joergipoergi
10
21.3.2011, 16:30
auf meine Frage hat aber wohl niemand eine Antwort...

joergipoergi
01
22.3.2011, 02:26

Die Antwort liegt im englischen Originalartikel

Da ist naemlich keine Rede davon, das die Stoerungen gezielt Mennschenrechtsaktivisten betreffen, ist mal wieder sehr frei vom Chinafreundlichen standard interpretiert.

Aber hauptsache Rote verteilen, ist ja schliesslich viel einfacher als Argumentieren oder gar Denken...

mfg

joergipoergi
02
21.3.2011, 12:17
Ich glaube nicht dass es eine gezielte

PS.:
54
21.3.2011, 09:30
Jasmin wird kommen

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