"Kein Einmarsch, kein Sturz der Regierung geplant" - UN-Sicherheitsrat tagt in New York
derStandard.at berichtete über die Ereignisse in Libyen am Montag in einem Nachrichtenticker. Die Nachlese.
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22:56 Uhr: Wir beenden für heute das Tickern.
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21:58 Uhr: Finnlands Außenminister Alexander Stubb
hat sein Land vorweg aus einer möglichen Diskussion um eine
Beteiligung an den Angriffen einiger westlicher Länder auf Libyen
genommen. Stubb sagte am Rande des EU-Außenministertreffens am Montag
in Brüssel, er könne sich eine Situation, in der Finnland etwa
Kampfflugzeuge zur Überwachung des UNO-Flugverbots über Libyen
entsenden würde, "äußerst schwer vorstellen".
Dagegen könnte sich Finnland durchaus an humanitären Hilfsaktionen
beteiligen oder bei der Evakuierung von Flüchtlingen helfend
eingreifen, so Stubb. Zuvor hatten schwedische Medien berichtet, die
NATO werde vermutlich noch in dieser Woche die Mitgliedsländer der so
genannten "Partnerschaft für Frieden" (PfP) um eine Teilnahme an den
Militäraktionen in Libyen ersuchen. Die PfP umfasst auch Österreich.
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21:41 Uhr: Die Anhänger des libyschen
Staatschefs Muammar al-Gaddafi versuchen, in der Rebellenhochburg
Bengasi Angst und Schrecken zu verbreiten. Auf einer
Nachrichten-Website der Aufständischen hieß es am Montag, Angehörige
der Revolutionskomitees - das sind die lokalen Ableger der Führung in
Tripolis - hätten in einigen Vierteln von Benghazi wild um sich
geschossen. Zuvor sollen sie einen Offizier der Luftwaffe, der sich den
Aufständischen angeschlossen hatte, in einen Hinterhalt gelockt und
getötet haben.
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21:38 Uhr: In Tripolis waren mehrere Explosionen zu hören, das Regime feuert mit Fliegerabwehrkanonen gen Himmel.
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21:25 Uhr: Misrata soll nun in den Händen der Gaddafi-Truppen sein, berichtet der arabische Nachrichtensender Al Arabiya. Der Sender zitierte einen Sprecher des Regimes. Diese Meldung konnte nicht bestätigt werden.
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21:23 Uhr: Ein Konvoi von 20 britischen Militärfahrzeugen
hat am Montag die Schweiz von Basel nach Chiasso an der Grenze zu
Italien durchquert. Die Regierung hatte die Durchfahrt auf der Basis
der Resolution des UN-Sicherheitsrats zum Schutz der Zivilbevölkerung
in Libyen bewilligt, wie sie in Bern mitteilte.
Die Schweiz befolgt normalerweise eine strikte
Neutralitätspolitik. Sie ist aber als UN-Mitglied völkerrechtlich
verpflichtet, Resolutionen des Sicherheitsrates zu unterstützen.
Der Konvoi umfasste 20 Militärfahrzeuge samt Personal und
Unterhaltsmaterial für Flugzeuge. Großbritannien hatte den Transport
durch die Schweiz im Zusammenhang mit der von der UN verhängten
Maßnahmen gegen Libyen beantragt.
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21:22 Uhr: Nationalistische serbische Parteien haben am
Montag die Angriffe auf Libyen zur Durchsetzung des Flugverbotes mit
den Nato-Angriffen auf Serbien 1999 verglichen und verurteilt. Die
Serbische Radikale Partei SRS warf den USA, Frankreich und
Großbritannien eine "kriminelle Aggression" vor. Die drei westlichen
Länder würden "erneut Zivilisten töten, um das System eines
souveränen Landes zu stürzen". Die Partei unterstütze "den bewährten
Kämpfer gegen den Imperialismus, Muammar al-Gaddafi", hieß es.
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21:11 Uhr: Ein Sprecher des libyschen Regimes sagte am Montag, dass bei ausländischen Attacken auf Häfen und den Flughafen von Sirte viele Menschen ums Leben gekommen sind. "Der Flughafen in Sirte ist ein ziviler. Er wurde bombardiert, viele Menschen wurden getötet."
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21:03 Uhr: Wegen der Luftangriffe auf Libyen ist der
Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am Montag zu einer
Sondersitzung zusammengetreten. Der libysche Außenminister Mussa
Kussa hatte das mächtigste Gremium der UN am Samstag "wegen einer
äußeren Verschwörung" gegen die "große Republik Libyen" angerufen.
Grundsätzlich hat jedes der 192 UN-Mitglieder das Recht, eine
Sondersitzung des Sicherheitsrates zu beantragen. Es liegt an den 15
Ratsmitgliedern, darunter in diesem und im nächsten Jahr auch
Deutschland, über den Antrag zu entscheiden. Den Vorsitz hat in
diesem Monat China.
Der Sicherheitsrat hatte die Luftschläge am Donnerstag
autorisiert. Erlaubt sind alle militärischen Maßnahmen außer
Bodentruppen - solange es dem Schutz von Zivilisten dient. Deshalb
können auch Angriffe auf Fahrzeugkolonnen oder Kampfpanzer von der
Resolution gedeckt sein. Deutschland hatte sich, ebenso wie China,
Russland, Indien und Brasilien, der Stimme enthalten und will auch
nicht in die Kämpfe eingreifen.
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21:02 Uhr: US-Präsident Barack Obama will der NATO eine
Rolle beim internationalen Militäreinsatz in Libyen zukommen lassen.
"Die NATO wird in koordinierender Funktion eingebunden sein, weil sie
über außerordentliche Kapazitäten verfügt", sagte Obama am Montag bei
einem Besuch in der chilenischen Hauptstadt Santiago. Das Bündnis
solle bei der Koordinierung der nächsten Phase des Libyen-Einsatzes
helfen. Dies werde "in Tagen, nicht in Wochen" geschehen, sagte Obama
weiter.
Die NATO war bisher nicht am Libyen-Einsatz beteiligt. Die
NATO-Mitglieder Großbritannien, Frankreich und die USA hatten am
Wochenende erste Luftangriffe geflogen, um die vom UN-Sicherheitsrat
beschlossene Flugverbotszone über dem Land durchzusetzen. Die
Koordination übernahmen dabei die USA, die diese Rolle aber bald
abgeben wollen. Andere NATO-Staaten wie etwa Deutschland beteiligen
sich nicht an dem Einsatz.
Als Ziel der USA benannte Obama ein Ende der Herrschaft von
Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi. "Es ist Politik der USA, dass
Gaddafi gehen muss", sagte Obama. Sein Land werde sich beim Einsatz
der Streitkräfte dabei an die Beschränkungen der Resolution des
Sicherheitsrats halten, der den Einsatz zum Schutz libyscher
Zivilisten autorisiert hatte.
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20:30 Uhr: Die Koalitionsstreitkräfte haben
nach Angaben von US-Militärs die Flugverbotszone über Libyen
erweitert. Die Zone, in der keine libyschen Flugzeuge fliegen dürfen,
nähere sich damit immer näher der Hauptstadt Tripolis, erklärte das
US African Command in Stuttgart.
Man gehe davon aus, dass die Flugverbotszone schon bald die Städte
Brega and Misurata, rund 200 Kilometer östlich von Tripolis, umfasse,
sagte General Carter Ham in einer Video-Konferenz am Montag.
Zunächst galt die Zone am Wochenende lediglich für die
Rebellenhochburg Benghazi (Bengasi) im Osten des Landes. In diesem
Gebiet hätten die Einheiten des Gewaltherrschers Muammar al-Gaddafi
praktisch keine Möglichkeit mehr zur militärischen Initiative.
Zudem gab Ham bekannt, dass Koalitionstruppen in den vergangenen
24 Stunden weitere zwölf Tomahawk-Raketen abgefeuert hätten. Allein
am Wochenende waren es weit über 100 Raketen gewesen.
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20:26 Uhr: Norwegen hat den zugesagten Einsatz von sechs
Kampfflugzeugen beim internationalen Militäreinsatz in Libyen bis auf
weiteres gestoppt. Verteidigungsministerin Grete Faremo sagte am
Montagabend in Oslo, einen Einsatz werde es erst geben, wenn die
Kommandostruktur eindeutig klar sei. Die NATO-Länder haben sich auch
am Montag in dieser Frage in Brüssel noch nicht einigen können.
Im Tagesverlauf waren die sechs norwegischen Kampfflugzeuge des
Typs F-16 vom Stützpunkte Bodø für Libyen-Einsätze auf die
griechische Insel Kreta verlegt worden. Faremo sagte, es sei für ihre
Regierung "von entscheidender Bedeutung", dass es ein effektives
Kommandosystem gibt, die uns genügend Einsicht in
Entscheidungsprozesse, das Mandat und die Regeln der Operation
ermöglichen".
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20:05 Uhr: Barack Obama ist gerade auf Südamerika-Tour und äußerte sich heute in Chile zu Libyen: Der Einsatz wurde begonnen, um
eine drohende Katastrophe für die Menschen in dem Land
abzuwenden. Die US-Politik gehe zwar davon aus, dass Gaddafi
gehen müsse, die Militäraktion diene aber nur dem Schutz der
Zivilisten.
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19:51 Uhr: Die libysche Regierung hat ihren Botschafter
bei der UNO und dessen Stellvertreter entlassen. Die Regierung in
Tripolis habe der UNO mitgeteilt, dass Botschafter Mohammed Schalgham
und Vizebotschafter Ibrahim Dabbaschi nicht mehr offiziell für Libyen
sprächen, teilte UN-Sprecher Martin Nesirsky am Montag in New York
mit.
Die beiden Diplomaten hatten sich bereits im vergangenen Monat
öffentlich von Libyens Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi
distanziert und ihre Unterstützung für die Opposition erklärt.
Als Nachfolger auf dem UN-Posten in New York benannte die libysche
Regierung den UN-Angaben zufolge ihren früheren Außenminister Ali
Turki, der im Sitzungsjahr 2009/2010 auch Präsident der
UN-Vollversammlung war. Turki habe aber noch nicht sein
Beglaubigungsschreiben überreicht, sagte der UN-Sprecher.
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19:43 Uhr: Bei den Kämpfen um Misrata - die Stadt steht unter Beschuss der Gaddafi-Truppen - sollen 40 Rebellen ums Leben gekommen sein, heißt es auf Twitter. Erste Nachrichtenagenturen bestätigen die Meldung.
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19:11 Uhr: Die Vereinigten Staaten werden ihre militärische Rolle in der Operation gegen Libyen bald reduzieren, sagte Verteidigungsminister Robert Gates laut der Nachrichtenagentur Interfax. Er sagte auch: "Es wäre ein Fehler, hätte die Allianz das Ziel, Gaddafi zu töten."
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18:59 Uhr: Der linksgerichtete bolivianische Präsident Evo
Morales hat gefordert, US-Präsident Barack Obama wegen der
Luftangriffe auf Libyen den Friedensnobelpreis abzuerkennen. "Wie
kann es sein, dass ein Friedensnobelpreisträger eine Bande von
Angreifern und Eroberern anführt?", fragte der erste gewählte
Indio-Präsident des südamerikanischen Landes am Montag.
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18:49 Uhr: Die Luftangriffe westlicher Staaten in
Libyen dienen nach Aussage der USA ausschließlich dem Schutz der
Zivilbevölkerung. Es gehe nicht um die Unterstützung der
Aufständischen, sagte US-General Carter Ham, der Oberbefehlshaber der
Koalitionstruppen.
Mit der Opposition gebe es keine offizielle Kommunikation. Er habe
keine Anweisungen, Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi direkt
anzugreifen, sagte Ham in Washington. Auch die vollständige
Zerstörung des Militärs sei nicht das Ziel der Angriffe. Die
Koalition habe am Montag 70 bis 80 Einsätze geflogen.
Dem britischen Premierminister David Cameron zufolge ist die
libysche Luftabwehr inzwischen weitgehend ausgeschaltet.
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18:41 Uhr: Kanada hat am Montag Einsätze mit sechs
Flugzeugen über Libyen geflogen. Das teilt das kanadische
Verteidigungsministerium mit. Ziele wurden nicht angegriffen.
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17:54 Uhr: Großbritannien strebt in Libyen nach den Worten
von Premierminister David Cameron keinen Regimewechsel mit
militärischen Mitteln an. "Meine Meinung ist: Libyen muss Gaddafi
loswerden", sagte Cameron am Montag im Unterhaus. "Aber unsere Aufgabe ist es, die UN-Resolution durchzusetzen. Die
Aufgabe des libyschen Volkes ist es, seine Zukunftsoption zu wählen."
Und Cameron fügte hinzu: "Es gibt keine anständige Zukunft für
Libyen, wenn Oberst Gaddafi an der Macht bleibt."
Cameron legte Wert auf die Feststellung, dass es in Libyen nicht
darum gehe, in ein Land einzumarschieren, die Regierung zu stürzen
und eine neue Regierung einzusetzen. "Dies ist nicht der Irak", sagte
Cameron. "Wir sprechen nicht über Invasion, wir sprechen nicht über
Besatzungskräfte."
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17:42 Uhr: Die Beratungen des UNO-Sicherheitsrates in New York finden ab 20 Uhr MEZ hinter verschlossenen Türen statt. Dabei soll auch ein Antrag Libyens für eine Dringlichkeitssitzung der 15 Mitglieder des Sicherheitsrates diskutiert werden.
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17:40 Uhr: Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip
Erdogan hofft auf ein schnelles Ende der Militärangriffe in Libyen.
Bei einem Besuch in Saudi-Arabien habe sich Erdogan am Montag erneut
für den Versuch einer friedlichen Lösung des Konflikts zwischen den
Aufständischen und dem Machthaber Muammar al-Gaddafi ausgesprochen,
berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.
Die NATO solle in Libyen sicherstellen, dass das libysche Volk
selbst über seine Zukunft entscheiden könne, sagte Erdogan. Aufgabe
sei es nicht, gewissen Kreisen Zugang zu Bodenschätzen in Libyen zu
verschaffen. "Das libysche Volk sollte über seine Zukunft
entscheiden", sagte Erdogan. "Wir hoffen, dass der Militäreinsatz
schnell endet."
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17:21 Uhr: Die EU-Staaten wollen humanitäre Einsätze notfalls militärisch
schützen. Das beschlossen die EU-Außenminister am Montag in Brüssel.
Wenn die Vereinten Nationen eine entsprechende Anfrage stellten,
seien sie zu diesem Schritt bereit, hieß es in einer gemeinsamen
Erklärung der Außenminister. Ein solcher Einsatz müsse jedoch von den
Vereinten Nationen koordiniert werden.
Seit Samstag fliegt ein Bündnis um Frankreich, Großbritannien und
die USA Luftangriffe in Libyen, um die Truppen von Machthaber Muammar
al-Gaddafi aufzuhalten und eine Flugverbotszone durchzusetzen. Dieses
Vorgehen ist unter den europäischen Ländern umstritten. "Eine humanitäre Aktion ist etwas, was dringend notwendig ist,
aber es hört sich natürlich in einer so konfliktreichen Situation
einfacher an als es ist", sagte der deutsche Außenminister Guido
Westerwelle.
Alle Zeitangaben beziehen sich auf die Mitteleuropäische Zeitzone (MEZ). In Libyen ist es eine Stunde später als in Österreich.
Nicht alle Informationen in diesem Livebericht können aufgrund der Lage in Libyen mit der gewohnten Gründlichkeit überprüft werden. Dies gilt speziell für Informationen, die uns über Twitter, Facebook und Augenzeugenberichten zugetragen wurden.