Weltuntergang, live übertragen

GAU mit Zuschauern: Die Katastrophe von Fukushima als globales Mediendrama

Die Katastrophen, Kriege, Umstürze, sie sind nicht mehr seltene Einbrüche des Außerordentlichen ins Normale, sie werden mehr und mehr zum Normalfall. Mehr noch: Wir werden nicht mehr nach den Desastern über sie in Kenntnis gesetzt, wir sind live dabei, wenn sie sich vollziehen. Über Live-Bilder und Live-Ticker. Wir wissen, das, was jetzt, in diesem Moment, passiert - oder passieren könnte - wird, oder könnte, unsere gewohnte Ordnung verändern. Eine Konstellation, in der stets die leise Panik beim Zuseher hochkriecht. Angst - und gleichzeitig, die Unmöglichkeit, wegzusehen. Fast eine Art perverser Angslust. Wir wollen wissen. In Echtzeit. Über eine Dramatisierung der Situation in diesem Augennblick wollen wir in der nächsten Sekunde informiert sein. Aber was richtet diese Erhöhung des Taktschlages in uns an, mit unseren Emotionen, in unserem Gehirn?

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