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Hermann Maurer.

Der Wissenschafter hat beruflich wie privat schon unzählige Länder bereist. Dieses Bild zeigt ihn beim Palmenklettern auf den Cook Islands.

Bungee-Jumping in Neuseeland? Hermann Maurer hat's getan.

2004 am Baikalsee in Russland.
Seit fast einem halben Jahrhundert beschäftigt sich der Wissenschafter Hermann Maurer mit Computern, Netzwerken, Informationstechnologien. Die Fakultät für Informatik der TU Graz, an der er heute unterrichtet, gab es damals freilich noch nicht. Der Begriff "Informatik" etablierte sich erst gegen Ende der Sechziger Jahre.
Maurer studierte ab 1959 Mathematik in Wien und Calgary, arbeitete anschließend als Systemanalytiker bei der Regierung von Sasketchewan in Kanada. Es ging darum, eine gegen Missbrauch geschützte Datenbank für die Krankenversicherung aufzubauen. "Wir haben das erste wirklich große kommerzielle Projekt Nordamerikas durchgezogen", erinnert er sich. "1963 eine fast unmachbare Aufgabe, das mit den damals verfügbaren Computern umzusetzen. Ich war quasi der Lehrbub einer der besten Teams, das war eine sehr aufregende Zeit."
Weltenbummler mit einem Faible für Neuseeland
Heute gilt Maurer über die Landesgrenzen hinweg als renommierter Wissenschafter, er hat an zahlreichen Entwicklungen und Projekten mitgewirkt und bedeutende Auszeichnungen eingeheimst. Seine Faszination an der Informatik liegt in der "Verfügbarmachung von multimedialer Information". Seine beruflichen Stationen lesen sich wie die Fernziel-Angebote eines Reisekatalogs: Der 1941 in Wien geborene Informatik-Professor lehrte in Kanada, den USA und Neuseeland, war vorübergehend in Brasilien, Malaysien und Australien tätig, reist nach wie vor als Gastprofessor um die Welt. Neuseeland, das Land am Ende der Welt, hat es ihm besonders angetan. "Wenn ich bei meinen ersten Aufenthalten 20 oder 30 Jahre jünger gewesen wäre, wäre ich mit Sicherheit dort geblieben. Es ist ein ungewöhnliches Land, die Leute halten zusammen."
Scharfe Kritik an Google & Co.
Der Wahl-Grazer ist keineswegs ein blinder Befürworter aller neuen Technologien, sondern macht immer wieder als Kritiker auf sich aufmerksam. "Mich beeindrucken zwar die Anwendungsmöglichkeiten, aber auch die Gefahren, die in Computernetzen stecken", erklärt er und bezeichnet sich selbst als "Mahner". Besonders die Monopolstellungen von Firmen wie Facebook oder Google und die weit verbreitete automatische Datensammlung im Internet gehen ihm gegen den Strich. Den US-Internetriesen Google hat er in den vergangenen Jahren sogar mehrfach öffentlich bekämpft, in einem von Maurer mit veröffentlichten Bericht wird der Konzern als "größte und mächtigste Detektei der Welt" beschrieben.
Gedanken über Nebeneffekte
Nachdenklich stimmt ihn, dass moderne Technologien sogar die Gehirnstruktur beeinflussen können. Er nennt ein Beispiel: Wer viel am Bildschirm arbeite, nehme gewisse Teile des Desktops gar nicht mehr wahr, lese in der Form eines "F" und überspringe Textteile. "Das viele Lesen am Schirm überträgt diese "F"-Struktur im physikalischen Sinn in unser Gehirn, plötzlich liest man auch ein gedrucktes Buch auf dieselbe Weise." Das seien zwar keine Katastrophenszenarien, aber es bedürfe Änderungen, um negative Nebeneffekte zu vermeiden.
Jonglieren statt Schreiben?
Damit ist das Thema Wissensmanagement angesprochen, mit dem sich Maurer seit vielen Jahren beschäftigt. Er hält es für fragwürdig, dass die Menschen immer weniger selbst rechnen, die Rechtschreibung nicht mehr beherrschen, sich von Navigationsgeräten leiten lassen. "Die Frage ist: Wie viel Wissen können wir von unseren Gehirnen in den Computer verlagern, um noch menschlich zu bleiben und normal zu funktionieren?" Andererseits hält er es für überflüssig, Schulkindern noch flüssige Handschrift beizubringen. "Wer wird das in Zukunft noch benutzen?" Schüler würden mit bereits Überflüssigem geplagt, die Stundenpläne gehörten reformiert. Eine Alternative zum Lernen der flüssigen Handschrift wäre das Jonglieren, das genauso die Hand-Augen-Koordination fördere.
Wandern, Tauchen und Zukunftsromane
Zur Erholung wandert Maurer im Toten Gebirge, den Niederen Tauern oder der Eisenerzer Gegend. Bei Gelegenheit taucht er, aber nicht die bunte Unterwasserwelt reizt ihn, sondern das Gefühl zu schweben und die Herausforderung mit halbvoller Lunge zu atmen. "Diese vollkommende Kontrolle über den Körper ist wirklich etwas Schönes."
Die Wissenschaft scheint ihn aber auch in seiner Freizeit nicht loszulassen: Maurer schreibt Science-Fiction-Romane, die meisten basieren auf seinem breiten Wissen über die Informatik und die Informationsgesellschaft. In seinen Büchern geht es um den Zusammenbruch des Internets, um Videoüberwachung oder um die Frage, ob tatsächlich alle Menschen alles wissen sollen. Einen Internet-Super-GAU hält Maurer für ein durchaus realistisches Szenario, "weil die Computerwelt und die Elektrizität sehr eng verknüpft sind." Im Roman "Das Paranetz" beschreibt er, was passiert, wenn Netze großflächig zusammenbrechen - was in der Realität immer wieder passiert.
Sollten Menschen alles wissen?
In seinem aktuellen Buch "Im Banne des Wissens" stellt sich der Weltenbummler die Frage, in welchem Ausmaß Wissen bekannt werden darf oder soll. Anstoß dafür waren Erfahrungen in Ländern wie Nepal und Sibirien. "In einem kleinen Ort in Sibirien hatte ich bei meiner Ankunft den Eindruck, dass die Leute einfach nur arm sind. Nach einigen Tagen merkte ich aber, dass sie genauso glücklich sind wie wir." Als Kinder verstarben, sei das Leid zwar groß gewesen, aber man hatte gelernt, damit umzugehen. "Hätten die Dorfbewohner gewusst, dass es Rettung gibt, diese aber zu weit weg und zu teuer ist, wäre die Situation sicher noch schwerer auszuhalten gewesen." (Maria Kapeller, derStandard.at, 28.3.2011)
HERMANN MAURER, 1941 in Wien geboren, ist Leiter des Instituts für Informationssysteme und Computer Medien der Fakultät für Informatik an der Technischen Universität Graz. Link zu seinem Lebenslauf
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Damals konnte man halt noch als Informatiker mit Arbeit gut Geld verdienen (und die Firma neben der TU usw...)
Heute ist nur mehr mit Datenhandel und Adressbetrug, sowie Glückspiel richtig Geld zu erbetrügen.
Dass die Schulbildung Müll ist hat er aber recht, aber das ist gewollt, denn nur dummes Volk lässt sich so leicht von Politikern und Konzernen beschwindeln und betrügen - und Rechen kann man halt nicht mit ein paar Montesorispielchen lernen, da müsste man vorher das doofe Gymnasiums-Pädagogenvolk austauschen.
Danke, das genügt. Anstatt etwas laut Maurer sinnlosem etwas auch objektiv völlig sinnloses. Schreiben ist eine Kulturtechnik, Dork!
Was genau ist an Jonglieren nicht zu verstehen? Oh, ich vergaß: Sie sorgen sich um Nachwuchs für die Demonstrantenszene, wo man mit Lesen und Schreiben nicht soviel am Hut hat, umsomehr dafür mit dem Tragen von Clownaccessoires und - genau: jonglieren. Sah man ja recht häufig im letzten Jahr.
und ein gewisses Naheverhaeltnis sagt man dem Herrn Professor auch zur damalige Post-Spitze nach.
Selbstverstaendlich darf man seine Meinung aendern, vor allem wenn die eigenen Projekte kurzsichtig waren und daher abstuerzten!
Hat die Autorin dieses Artikels eines seiner Bücher gelesen? Ich denke nicht. Herr Mauerer schreibt billige schlüpfrige Groschenromane, klaut sich Themen aus so ziemlich allen Bereichen zusammen die er zu einem grauenhaften Brei vermischt.
Zu seinen akademischen und unternehmerischen Fehlschlägen gibts eigentlich eh nur eines zu sagen: Hyperwave.
Gegen seine Spinneren sind die Tethane eines anderen Großmeisters der Science-Fiction Literatur ja richtig harmlos: Am Besten: Finger weg...
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