Kein Hulu.de - Kartellamt verbietet Videoplattform deutscher Privatsender

18. März 2011, 13:17
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RTL erwägt gerichtliche Schritte gegen die Entscheidung

Das Bundeskartellamt hat die geplante Online-Videoplattform der privaten TV-Konzerne ProSiebenSat.1 und RTL endgültig untersagt. Die Sendergruppen hätten in ihren jüngsten Stellungnahmen die wettbewerblichen Bedenken der Behörde nicht ausräumen können, teilte die Behörde am Freitag in Bonn mit. Die Unternehmen hätten sich nicht bereit gezeigt, an der geplanten Konzeption des Vorhabens grundlegende Änderungen vorzunehmen. Eine weitergehende Öffnung der Plattform in technischer Hinsicht sowie für andere Anbieter sei nicht angeboten worden.

Duopol

"Die Gründung der gemeinsamen Plattform würde das marktbeherrschende Duopol der beiden Sendergruppen auf dem Markt für Fernsehwerbung weiter stärken", sagte Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt. Das Projekt biete in der konkret geplanten Form keine Gewähr dafür, die zu erwartenden Nachteile für den Wettbewerb aufzuwiegen.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Die Unternehmen können innerhalb eines Monats Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen. In einer Stellungnahme kritisierte RTL die Entscheidung. Es würden gerichtliche Schritte dagegen erwogen, hieß es.

Nach dem Vorbild der US-Plattform Hulu

RTL und ProSiebenSat.1 hatten im August 2010 die Pläne für die Plattform vorgestellt, die nach dem Vorbild der US-Plattform Hulu USA Internetnutzern Zugriff auf ganze Serien, Filme, Shows oder Nachrichtensendungen bieten sollte. Beide Sender wollten auf der Plattform jeweils ihre eigenen Programme präsentieren. Das Angebot sollte aber auch für andere Sender und Anbieter offenstehen. Für die Plattform war auch die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft geplant. (APA/dpa)

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Hulu

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17 Postings
broncoo
02
19.3.2011, 11:13
ich glaub' ehrlich gesagt - im Gegensatz zu meinen Vorpostern - nicht, daß das Kartellamt "böse" ist

Vermutlich haben die beiden Sendergruppen die Regelungen für andere Anbieter, die beitreten wollen, so aufgestellt, daß ein Beitritt für diese wirtschaftlich (oder aus anderen Gründen) unsinnig wäre und damit eine Öffnung für diese eben NICHT angestrebt ...

Martin_1004
00
19.3.2011, 09:05

Dieses Urteil erscheint mir wie eine Ausgabe von "wir machen dass so, weil's schon immer so gemacht worden ist". Dann bleib ich eben bei Kino.to, ich böser, böser Raubmordschwarztvseher..

Stephen Ferrando
00
18.3.2011, 19:36

es gibt keinen freien markt mit oligopole, in diesem sinn eine gute entscheidung des karellamt

Herman Toothrot
00
18.3.2011, 18:28

was jetzt:

"Eine weitergehende Öffnung der Plattform in technischer Hinsicht sowie für andere Anbieter sei nicht angeboten worden."

oder

"Beide Sender wollten auf der Plattform jeweils ihre eigenen Programme präsentieren. Das Angebot sollte aber auch für andere Sender und Anbieter offenstehen. Für die Plattform war auch die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft geplant"

wollten die jetzt eine platform nur für ihre angebote bauen oder hätten sie eine gesellschaft gegründet wo "jeder" dann beitreten und seine inhalte präsentieren hätte können?

Wowbagger
01
18.3.2011, 19:50

Das heißt, das es unter anderem an den genauen Bedingungen für andere Sender gescheitert ist. Ich verstehe auch das Kartellamts-Bashing hier nicht, die haben sich nicht gegen eine derartige Plattform ausgesprochen, sondern gegen den aktuellen Vorschlag von ProSiebenSat1 und RTL. Dafür kann es genug Gründe geben.

sündenfool
01
18.3.2011, 16:02

selbst schuld.

zuerst die öffentlich-rechtlichen wegen deren onlinevideoangebot kritisieren und sich dann aufregen, dass man als monopolist angesehen werden könnte.

die gelben fuer at
21
18.3.2011, 15:45
hmm?

die vom amt sind also der meinung dass

a., gar kein angebot besser ist als ein monopol
b., illegale inhalte besser sind als legale

ohne angebot kann nie ein markt entstehen und folglich auch keine konkurrenz.

Sir Harry....
03
18.3.2011, 17:27
"Die Gründung der gemeinsamen Plattform würde das marktbeherrschende Duopol der beiden Sendergruppen auf dem Markt für Fernsehwerbung weiter stärken"

Dieser Satz muss doch alles erklären.

justinbieber
11
18.3.2011, 14:47
das kartellamt ist der meinung das

illegale angebote vollkommen ausreichend ist. die contentmafia hat schließlich eine menge investiert um die gerichte und gesetze zu kaufen. wenn jetzt alles legal werden würde wäre das investment der contentmafia umsonst gewesen.

Amadox
12
18.3.2011, 14:40

da planen die ausnahmsweise mal etwas, das im sinne der kunden wäre, und keine verwertungsgesellschaft oder dergleichen mischt sich unsinnig ein, und dann sowas.. -_-

Sir Harry....
00
18.3.2011, 17:29
Wieso gehen Sie davon aus, dass die "Verwertungsgesellschaften" hier nicht beteiligt sind?

Es waren z.B. die Verwertungsgesellschaften, welche die Einführung des CI-Plus durchgesetzt haben.

die gelben fuer at
00
18.3.2011, 15:46
die verwertungsgesellschaften werden halt direkt beim regulator lobbyiert haben

rideboarder
30
18.3.2011, 14:27

RTL und Pro7: wollen Piraterie einschränken und legal den Konsumenten Dienste bieten.

Kartellamt: will das gegenteil.

Wie der Bauer schon sagt: Kenn i nid, mog i nid...

nukularteilchen
20
18.3.2011, 14:24

So viel zum Thema freier Markt.

Chronox
31
18.3.2011, 13:47

Hams denen vom Kartellamt jetzt schon komplett ins Hirn gschissn?

Sir Harry....
02
18.3.2011, 17:32
Na, das war Ihr Hirn, das betroffen ist!

Erstes Mal seit Jahren wagt der "zahnloseste aller Tiger" endlich "nein" zu sagen... Und die getroffenen Gehirne sondern so was ab...

celesto
30
18.3.2011, 13:24

einspruch und recht geben!!!!

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