Vorbildhaft: OÖ

Fleißaufgaben in Sachen Einkommenstransparenz

18. März 2011, 12:07

Ab 150 Mitarbeitern müssen Gehälter firmenintern offengelegt werden - Erster Bericht mit Ende Juli

Linz - Was durch die Novelle zum Gleichbehandlungsgesetz bundesweit für Unternehmen 2014 gelten wird, ist in Oberösterreich bereits jetzt Realität: Betriebe des Landes Oberösterreich müssen ab einer Mitarbeiterzahl von 150 Personen die Einkommen nach Geschlecht firmenintern und anonymisiert offenlegen. Ein entsprechender SPÖ-Antrag werde nun umgesetzt, mit Ende Juli sollten erste Berichte vorliegen, teilte die stellvertretende Klubobfrau Gertraud Jahn in einer Aussendung mit.

Konkret werden insgesamt 17 Unternehmen der Oö. Landesholding künftig einen Einkommensbericht erstellen und die Gehälter von 16.000 Beschäftigten offenlegen. Das teilte die Obfrau des Ausschusses für Frauenangelegenheiten im Landtag, Martina Pühringer (ÖVP) mit. Der Beschluss der Holding sei auf Initiative der zuständigen Landesrätin Doris Hummer (ÖVP) gefasst worden.

Die Einkommensberichte seien dem Betriebsrat zu übergeben, so Jahn. In Unternehmen, in denen es keine Mitarbeitervertretung gibt, müssten sie zur Einsichtnahme aufgelegt werden. Die Berichte sollen den Arbeitnehmern zur Information und als Datengrundlage dienen. "Sie können dadurch mit dem eigenen Lohnzettel einen konkreten Vergleich anstellen", erklärte die stellvertretende Klubchefin. Im Fall einer Ungleichbehandlung könne man sich an den Betriebsrat, die Unternehmensleitung oder die Gleichbehandlungsstelle wenden. Andere Unternehmen sollten sich ein Vorbild am Weg der Landesholding nehmen, fordert Jahn. Sie verwies darauf, dass Oberösterreich bei gerechter Einkommensverteilung nur knapp nicht Schlusslicht im bundesweiten Ranking sei. (APA/red)

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