Rustock-Botnetz

Microsoft legt die größte Spam-Schleuder der Welt lahm

18. März 2011, 11:48
  • Artikelbild

Kontrollserver in den USA beschlagnahmt - Verschickte 30 Milliarden Mails pro Tag

Microsoft ist in Zusammenarbeit mit US-Behörden ein gewaltiger Schlag im Kampf gegen Spam gelungen. Denn das Botnetz "Rustock", zuletzt die größte Spam-Schleuder der Welt, scheint lahmgelegt. Wie der Konzern nun bekannt gegeben hat, wurden am Mittwoch in den USA Kommando- und Kontrollserver (C&C) für die Zombie-PCs im Mega-Botnetz beschlagnahmt.

"Das sind gute Neuigkeiten. Sie haben bei einem sehr wichtigen Botnetz praktisch den Kopf der Schlange abgeschlagen", meint David Sancho, Senior Threat Researcher bei Trend Micro, im Gespräch mit pressetext. Damit ist die Menge an Müll-E-Mails rund um den Globus merklich zurückgegangen, wie die Statistiken des Spamhaus Project untermauern. Allerdings ist fraglich, wie lange das so bleibt.

Inaktivität enträtselt

Rustock ist dafür bekannt, täglich um die Mittagszeit für einige Stunden massiv Spam zu verschicken. Experten hatten am Mittwoch zunächst gerätselt, warum das Botnetz Mitten während dieses Maximums in Inaktivität verfallen ist. Die Antwort hat Microsoft gegeben. Laut dem Konzern wurden zu dieser Zeit in Zusammenarbeit mit dem US Marshal Service Botnetz-Kontrollserver bei fünf verschiedenen Providern in den USA abgeschaltet und für Analysezwecke beschlagnahmt. Da sich infizierte PCs Anweisungen bei diesen Servern holen, sind sie somit von ihren kriminellen Befehlsgebern abgeschnitten.

30 Mrd. Spam-E-Mails pro Tag

Die Auswirkungen sind enorm. Denn Rustock ist ein Botnetz, das laut Microsoft rund eine Mio. Zombie-PCs umfasst und bis zu 30 Mrd. Spam-E-Mails pro Tag verschickt hat. "Das Volumen ist gemessen am gesamten Spamaufkommen so gewaltig, dass sein Fehlen ganz offensichtlich ist", so Spamhaus-Mitarbeiter Vincent Hanna gegenüber pressetext. Speziell geht es dabei um die von Rustock verursachten Spam-Spitzen, die über ein relativ gleich bleibendes Grundniveau hinausgehen. Diese sind auch am Donnerstag komplett ausgeblieben.

Aus und Vorbei?

Ob der Schlag sich dauerhaft auswirkt, bleibt abzuwarten. "Wenn alles richtig gemacht wurde, kann sich das Botnetz vermutlich nicht erholen. Damit meine ich, dass alle C&C-Domains, Backup-Domains und fest einkodierte IP-Adressen unerreichbar sind", meint Hanna. Microsoft gibt sich zuversichtlich, dass tatsächlich ein derart entscheidender Schlag gegen Rustock gelungen ist. Durch eine Analyse der beschlagnahmten Server will man zudem mehr über die Botnetz-Operation lernen.

Andererseits ist bereits bekannt, dass sich ein angeschlagenes Botnetz von einer Teilabschaltung wieder erholen kann. Das ist 2008 unter anderem Rustock gelungen. Falls das Mega-Botnetz tatsächlich am Boden bleibt, gilt das zudem wohl nicht für das Spam-Volumen. Cyberkriminelle werden auf andere und neue Botnetze ausweichen. "Wir erwarten, dass das innerhalb etwa einer Woche passieren wird", meint Sancho. Immerhin besteht aber die Hoffnung, dass es etwas dauert, bevor das Spamaufkommen wieder Rustock-Nivaus erreicht. (pte)

Der WebStandard auf Facebook

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 259
1 2 3 4 5 6
cantanto
00
Na wenigstens für etwas sind sie gut!

Gratulation!

opryde
03
21.3.2011, 09:56

und trotzdem erhielt ich ein mail von gaddafi, der mit meiner hilfe 250 millionen dollar bei einer beteiligung von 25% aus dem land schaffen will.

wir sehen uns auf den bahamas, bitches!

Ce Drei Pe O
00
22.3.2011, 09:48

du wirst teilen müssen! ich hab die selbe mail bekommen und schon 20k überwiesen!

der frühe vogel fängt den wurm!

Drum säg i.....
23
21.3.2011, 07:54
Microsoft legt die größte Spam-Schleuder der Welt lahm

Haben sie ein Update eingespielt?

cantanto
00
Der war gut!

:)

Objektiv_Subjektiv
02
20.3.2011, 17:21

Komisch die Website der Kronenzeitung funktioniert noch immer

mike meyers
00
19.3.2011, 21:01
nur so nebenbei

The World's Worst Spam Support ISPs...

...und die Bronzemedaille geht an: * inode.at *

Schade um die von UPC übernommene Firma! Quelle: http://www.spamhaus.org/statistic... orks.lasso

i@sicha.net
00
20.3.2011, 11:54

naja, das zeigt nur (wieder einmal), dass man 'informationen' von spamhaus vorsichtig umgehen sollte.
bei genauerem ansehen der liste sind einige einträge sehr alt und betreffen dynamische IP's (sollte sich mit DUL einträgen lösen lassen) und ein großer Teil betrifft einen housing/vserver betreiber namens edis.at
also nicht unbedingt etwas, dass man inode anlasten könnte.

PS: ich bin nicht bei inode/chello angestellt, chello mag ich seit der AGB-änderung nicht mehr. man sollte aber heutzutage einfach alle infos kritisch betrachten.

prorogat
00
19.3.2011, 14:28
gut

mehr geld für mich

Dir Richterin
10
19.3.2011, 13:30
Meine Rechner funktioniern noch.

Also kein Bestandteil der Spamer!

Der groBe Mann
00
20.3.2011, 11:36
Aber ne neue Tastatur empföhle sich mal!

-[daV bOz]-
00
19.3.2011, 17:42

Verzeihung, aber was sagen Sie da?

KHG - too chic to fail
014
19.3.2011, 12:43
Leute, ich mach mir sorgen

Ich hab einen geschäftspartner in nigeria - ein äußerst höflicher mensch- von dem ich schon tagelang nichts gehört hab. Ich brauch aber noch seine kontodaten, damit ich ihm die 25.000 euro überweisen, die er braucht um mir meinen anteil an seinem lottogewinn zukommen zu lassen.

hommadesollasnedbraucht
01
20.3.2011, 11:53

ich hab die Kontodaten, du kannst dorthin überweisen :-)

Kahuna
04
19.3.2011, 14:24
Ich bin der Bruder des Nigerianers

Sie koennen die 25.000 ruhig mir schicken. Ich gebe Sie dann meinem Bruder - grosses Ehrenwort.

gleich gleichgültig Gesinnter
 
06
19.3.2011, 12:52

Mit wievielen Leuten muss ich mir noch den Gewinn teilen? :(

Kiki Novak
51
19.3.2011, 12:02
Get the facts

Botnets sind zunächst einmal Zombie-Netzwerke, die aus massenhaft infizierten Windows-PCs bestehen.

mfg,

-- http://www.microlinux.fr

salenoz
 
00
21.3.2011, 09:40

Das hier ist aber auch Spam...

J.J
02
19.3.2011, 14:57

windows hat 95% marktanteil.

warum also sollten die zombie-netzwerke aus apple- oder linux-rechnern bestehen?

;)

Franz A.
01
21.3.2011, 07:05
coolness

Weil es dann coole Botnetzwerke sind ;-)

mcr
00
20.3.2011, 09:17
Immer das Marketing Märchen vom Marktanteil

Windows Mobile hat 6 Prozent und war letztens wieder in den Schlagzeilen wegen eines Phishing Trojaners.

Angegriffen werden Systeme wo es am leichtesten geht.

Aber bei jedem Sicherheitsproblem kommt dieses Argument als Rechtfertigung, sorry, das ist aber ein bisschen billig und wie man am Bsp. Windows Mobile sieht, einfach nicht wahr.

Charlie Brown
00
20.3.2011, 16:57

1. Für Android gab's auch schon Phishing-Trojaner, so what?

2. Deine Aussage widerlegt die Hypothese des Vorposter nicht. Dass der Marktanteil eine entscheidene Rolle für die Attraktivität als Ziel spielt, sollte eigentlich eine no-na-ned Erkenntnis sein.

Ich will (in absoluten Zahlen) möglichst viele Bots kriegen, dafür brauch ich (in absoluten Zahlen) möglichst viele DAUs, die meinen Trojaner ausführen. Und die finde ich unter Windows.

3. Wenn es nicht die Verbreitung ist, was ist es dann? Die inheränte technische Unsicherheit? Die argumentierst mir bitte auch, u.a. in Anbetracht von z.B. aktuellen strcpy-Schwachstellen in Linuxkernel-Treibern. Ich mein Buffer-Overflows sind ca. 13 Jahre bekannt, und da sind immer noch strcpy's

mcr
00
21.3.2011, 13:37

add 1) Ja, und auch für OS X, Symbian, usw. Wie ich schon sagte, unabhängig vom Marktanteil.

add 2) Zeige mir ein OS außer Windows welches ein Konzept wie Active X enthält. Sicherheitstechnisch dämlicher geht es ja nicht mehr, ehrlich. Das Teil läuft nicht in einer Sandbox --> remote Code läuft mit den Berechtigungen des Benutzers und da ja im Windows alles so einfach geht ist der Benutzer dann sehr oft gleich Admin. 100 Punkte, bravo.

3) Der strcpy war ein Patzer, stimmt schon. Allerdings musstest du, um die Lücke auszunutzen schon physikalisch vor dem Rechner mit dem USB Anschluss stehen. Etwas ungeeignet für ein Botnetz, findest du nicht.

Charlie Brown
00
21.3.2011, 17:21

@1: Eben, die Anzahl von Exploits sagt gar nichts über die relative Sicherheit eines OS zu anderen aus, sondern nur über das Risiko, erfolgreich angegriffen zu werden. Zwischen Sicherheit und Risiko muss unterschieden werden.

@2: Ja, das Active-X Konzept ist sicherheitstechnisch fraglich, weil es die Entscheidung zum Ausführen dem User lässt - das kannst aber auch mit einem einfachen Binary erreichen.

@3: Es ging eben um die Sicherheit von OSen, nicht um die Eignung eines Exploits für einen bestimmten Angriff.

Ich bleib' dabei: wäre ich ein Blackhat, ich würde Windows angreifen, weil ich dort eine wesentlich größere DAU-Opferzahl habe. Und ich glaub so denken die meisten, die z.B. mit Botnets Geld verdienen wollen.

Maggot Brain
01
19.3.2011, 12:38

das ist jetzt aber sehr überraschend, dass Botnets aus Windows PCs bestehen. Wäre Linux am Desktop bei 90% Verbreitung, wären die Botnetze auf Linux basiert.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 259
1 2 3 4 5 6

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.