Asylwerber revoltieren in Heim auf australischer Weihnachtsinsel
Sydney - In einem Flüchtlingsheim auf der zu Australien
gehörenden Weihnachtsinsel sind wütende Proteste von Asylbewerbern
eskaliert. Wie die australische Einwanderungsbehörde am Freitag
mitteilte, liefen 250 bis 300 Asylbewerber am Donnerstagabend Amok.
Sie warfen Steine und legten Feuer. Die Polizei habe Tränengas
eingesetzt, um die Menge unter Kontrolle zu bringen, sagte
Behördenvertreter Sandy Logan. Zelte für die Unterbringung von
Flüchtlingen seien angezündet worden. Büroräume, in denen
Asylbewerber befragt wurden, seien zerstört worden. Mehrere hundert
Bewohner hätten vor den Bränden in den Unterkünften in Sicherheit
gebracht werden müssen.
In dem Flüchtlingsheim sind 1.800 Asylbewerber untergebracht,
die
auf die Bearbeitung ihrer Anträge warten. Einige warten bereits seit
eineinhalb Jahren. Nach den Protesten wurde ein Asylbewerber wegen
Brustverletzungen, die er während des Aufstands erlitt, ins
Krankenhaus eingeliefert. Australiens Außenminister Kevin Rudd nannte
den Vorfall "völlig inakzeptabel" und sagte, die Ereignisse würden
keinen Einfluss auf die Visaentscheidungen haben. "Wie kann man
erwarten, dass unsere Beamten Asylanträge bearbeiten, wenn so etwas
passiert?", sagte er. Die konservative Opposition forderte die
Regierung auf, besser die Grenzen zu kontrollieren und die
Flüchtlingsboote abzufangen.
In Australien sind im vergangenen Jahr 6.500 Flüchtlinge auf
Booten angekommen, die meisten von ihnen aus Irak, Afghanistan und
Sri Lanka. Auf der abgelegenen Weihnachtsinsel befindet sich das
größte Aylbewerberheim des Landes. Die Insel liegt mehr als 1.700
Kilometer von Australien entfernt, aber nur rund 350 Kilometer
südlich von Indonesien. (APA)
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