Rückkehr ist für Max Göldi jedoch noch kein Thema
Bern - Das Glück steht nicht wirklich auf seiner Seite: Max Göldi, ehemaliger Schweizer Häftling in Libyen, lebt nun ausgerechnet in Tokio. Sein Arbeitgeber, der Elektrotechnikkonzern ABB, gab ihm dort Anfang des Jahres einen neue Stelle. Für den Leidgeprüften ist Japan allerdings eine Art zweite Heimat. Seine Ehefrau Yasuko stammt von dort, berichtete der Schweizer "Tages-Anzeiger" in seiner Online-Ausgabe am Donnerstag.
Zwei Jahre waren Göldi und der schweizerisch-tunesische Doppelstaatsbürger Rachid Hamdani Geiseln des Gaddafi-Regimes. Nach seiner Freilassung im Juni 2010 und einer halbjährigen Erholungspause trat der Ingenieur Anfang Jänner für seinen langjährigen Arbeitgeber, den Elektrotechnikkonzern ABB, einen neuen Job in der japanischen Hauptstadt an.
"Glücksfall"
"Das ist ein Glücksfall", kommentierte damals eine Schwägerin Göldis dessen neuen Job. Er freue sich sehr auf Japan. Am Donnerstag ließ die ABB-Medienstelle verlauten, eine Rückkehr in die Schweiz sei noch kein Thema.
Das Schweizer Außenministerium (EDA) bemüht sich derzeit um die Evakuierung der fast 2.000 Schweizer in Japan. Nötigenfalls werde man Charter-Flüge organisieren, hieß es bereits am Mittwoch. Das EDA sei auch dabei, "massenhaft" Flugtickets zu kaufen, berichtete die "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens SF.
Die Geiselnahme von Göldi und Hamdani sorgte weltweit für Aufsehen und einige diplomatische Turbulenzen. Ihren Ursprung nahm sie in der kurzzeitigen Verhaftung von Gaddafi-Sohn Hannibal in Genf Mitte 2008. Der Diktatorensohn und seine Frau verbrachten zwei Nächte in Polizeigewahrsam wegen Gewalt und Drohungen gegen zwei Hausangestellte in einem Genfer Luxushotel. (APA)