Auf der Suche nach dem Königsweg

28. März 2011, 07:11
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    foto: fh wien journalismus

    Institutsleiter Reinhard Christl will Journalisten für die Zukunft rüsten: "Im Prinzip geht es darum, den klassischen Journalismus mit neuen Technologien und Entwicklungen zu verbinden."

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    Der Journalismus kann sich der medialen Trends im anhebenden 21. Jahrhundert nicht verwehren: Studenten an der FH-Wien stehen internationale Medien-Profis zur Seite, die über Entwicklungen des digitalen Nachrichtengeschäfts referieren. 

Der klassische Journalismus stirbt nicht - Trotzdem geht der Vorhang auf für die Web 2.0-Generation - Ihr bietet das Institut für Journalismus und Medienmangement in Wien eine maßgeschneiderte Ausbildung

Die einen finden Journalismus eine tolle Branche, in der man viel mit Menschen zu tun hat, die anderen wollen mit Neugierde die Welt verändern und wieder andere stehen einfach gerne im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit - In der neuen Computergeneration des 21. Jahrhunderts steigt der Zustrom derer jedenfalls stetig, die irgendetwas mit Medien machen wollen. "Journalismus ist ein Glaubensbekenntnis und kein Beruf", sagte einmal Christian Rainer, Chefredakteur beim Profil. Wie die Menschen es auch immer empfinden, über Gott, die Welt oder sich selbst zu berichten, sie haben dieser Tage jedenfalls mehr Möglichkeiten dies zu tun als je zuvor. Und genauso vielfältig wie das Angebot an Nachrichtenkanälen, sind auch die Wege in die bunte Welt der Medien.

Es gibt Quereinstiege, Berufungen, Zufälle aber auch Professionalisierung durch System: Letzteres bietet beispielweise das Institut der Fachhochschule Wien für Journalismus und Medienmanagement. Exklusive 34 Studienplätze stehen pro Jahr zur Verfügung, zu Lernen gibt es in einem sechs-semestrigen Bachelorstudium alles über Print, TV und Video, Radio und Audio und vor allem Online- und Multimediajournalismus. 

Journalismus 2.0

Als besonderes Schmankerl bietet der Studiengang zusätzlich ein Masters-Studium für "Journalismus und neue Medien" an, auch weil die Medienwelt eine ganz andere ist als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. "Im Prinzip geht es darum, den klassischen Journalismus mit neuen Technologien und Entwicklungen zu verbinden", sagt Institutsleiter Reinhard Christl. Zielgruppe für den Master sind zum einen frischgefangene Uni-Absolventen, die alles studiert haben können, ob Jus, Wirtschaft, Sinologie oder Arabistik. "Das ist in den USA und Großbritannien die übliche Ausbildung für Journalisten. Nach dem Fachstudium wird dann an etwa an der Columbia University in New York, der Northwerstern in Chicago oder der Duke University eine vier-semestrige Postgraduate-Ausbildung absolviert."

Das Master-Studium an der FH Wien ist berufsbegleitend organisiert, neben nationalen Medienprofis (quer durch den Gemüsegarten von ORF, Profil, Der Standard, APA, etc.) stehen den Studenten auch internationale Lektoren zur Seite, die über neue Medientrends unterrichten. 80 Prozent der Vortragenden kommen direkt aus der Praxis. Angesprochen dürfen sich auch aktive Journalisten fühlen, die ihr Kompetenzfeld erweitern wollen. "Wenn jemand Printredakteur ist, dann wird er, wenn er nur Zeitung macht, die nächsten 30 Jahre wahrscheinlich nicht gut überstehen. Bei uns kann er auch Video- und Audiojournalismus lernen und über Entwicklungen im Bereich des digitalen Journalismus, neuer Geschäftsmodelle sowie des entrepreneurial journalism", sagt Christl. 

Top-Vortragende zu günstigen Bedingungen

Geformt werden soll der Journalist 2.0, der zukunftsfähig ist für die nächsten 20 Jahre, sich selbst vermarkten kann. Zu diesem Zwecke hat das Institut für Journalismus und Medienmanagement bereits einige spannende Projekte am Laufen, so referiert etwa Bill Mitchell vom renommierten Poynter Institute in Florida über "new media trends". Jeremy Caplan, ein Journalismus-Guru, der vor allem bekannt geworden ist für seine Reportagen im Times Magazine, hält dieselben Vorträge wie an der Columbia University in New York, über "ditigal media" und "social networks". Zu erwähnen ist auch, dass sich die Unkosten für die Weiterbildung in Grenzen halten. Christl: "Das Studium kostet im Prinzip nichts, also nur die 363 Euro. Die Leute verwechseln ja gerne Master, MBA und diverse teure Postgraduate-Geschichten. Der Master of Journalism, so wie es ihn in Krems gibt, kostet 10 bis 15.000 Euro."

Das Aufnahmeverfahren für die FH Wien ist hart, das tägliche journalistische Brot oft härter. Die Faszination junger Leute für die glitzernde Nachrichtenwelt hält aber an, trotz Medienkrise. Gute Jobs gibt es immer noch, sie sind halt rar geworden. Die Erfolgs-Statistiken der FH-Absolventen sind nicht aktuell, grundsätzlich kommen diese aber in österreichischen Qualitätsmedien unter, die jüngeren Jahrgänge tun sich aufgrund der Krise schwerer. "Die ersten beiden Jahrgänge finden sich vor allem in klassischen Medien wie ORF und Print wieder. Die jüngsten Absolventen arbeiten stärker im Onlinebereich aber auch im Bereich der neuen Selbstständigkeit", sagt Christl.

Was ist die Botschaft? Christl: "Es ist keine einfache Jobsituation: Wer es wirklich will, wird sich schon durchsetzen. Wer aber keine besondere Begeisterung für Journalismus hat, soll es lieber bleiben lassen." (vet, derStandard.at, 28.3.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
1 2
Michael Liedtke
10
31.3.2011, 03:56
Studium wozu?

Ich möchte meine eigene Meinung zum Thema Studium auch gerne einmal öffentlich kund tun. Ich arbeite seit fast 10 Jahren im Medienbereich, die letzten zwei verstärkt im Eventsektor, und kann den breit angelegten Zwang zur theoretischen Wissensvermittlung, welcher komplett an der Realität vorbei geht, nicht nachvollziehen!

Sicherlich ist es notwendig die Grundlagen der Physik und anderes technisches know-how zu erlernen, wenn ich einen Motor bauen möchte und Ingenieur als Berufswunsch habe! Doch Fotografie Videojournalismus, die Tätigkeit in der Redaktion, die Recherche - wie viel Prozent ist davon Theorie und wie viel Praxis. Es geht um das gewusst wie!? Kann ich kommunizieren, kann ich meine Informationen gekonnt und verständlich nach auß

AntonUndAntonia
00

Hier geht es um die FH. Die bietet kein echtes Studium an, sondern es geht um praktische Wissensvermittlung. Theorie gibt es dort relativ wenig, dafür Praxissemester usw.
Wenn du auf Uni-Ausbildung ansprichst, dann hast du nicht wirklich verstanden, wozu diese gut ist. Ein echtes Uni-Studium soll gar keine praktische Ausbildung sein sondern eine wissenschaftliche Vor-Bildung. Ein Uni-Studium SOLL gar nicht beibringen, wie man einen Motor baut oder eine Reportage schreibt. Das ist schlicht und einfach nicht seine Funktion.

greenIT
00
29.3.2011, 08:06

und die abgänger schreiben dann als artikel getarnte werbung für ihr studium?

the comedian
 
95
28.3.2011, 21:19
wirtschaftskammerjournalismus

die fastvolltrottelschule wien gehört der wko. wie frei kann die lehre dort sein?
das zweite bild gleichgeschalteter gesichtsloser gestalten spricht bände.
kein öffentliches geld mehr für derartigen mist!

</>
14
29.3.2011, 11:22
wie immer,...

... wenn sie uns nur mal verraten würden, welche gottesweisheit sie studieren/probieren,... denn von absolvieren kann wohl keine rede sein.

sie erinnern mich immer an ein frustriertes 2.semester, dass so gern an eine fh gegangen wär, aber leider nicht genommen wurde,...

sennowise
20
29.3.2011, 06:39
journalismus ala FH

FH = mit forbehalt.

Makro 24/7
21
28.3.2011, 20:13

FH? Naja, ganz nett aber nicht mehr.

cannery row
00
28.3.2011, 14:19
auf dem bild oben..

ist vermutlich ein redaktionsraum neuerer machart zu sehen.

Kinder, nervts doch die Alex ...
 
21
28.3.2011, 13:20
Bitte nicht jetzt auch noch die Journaille ...

... mit "guter" (Aus)Bildung verderben ...

Snieff ... ;-(

Werner Faygmann
11
28.3.2011, 12:22
Der Unterschied:

Versprochen wird: "Im Prinzip geht es darum, den klassischen Journalismus mit neuen Technologien und Entwicklungen zu verbinden." - gehalten wird: Neue Technologien halt... und das war's dann...

Werner Faygmann
16
28.3.2011, 12:20
Ach man meint im Artikel...

...die Leute, die APA-Meldungen in andere Medien hineinkopieren und das für Journalismus halten? ... da haben wir ja schon einige Exemplare online bzw. am Werken ;-)

Mairéad Farrell
00
28.3.2011, 13:45
Stimmt!

Das Studium besteht aus einer dreijährigen Copy-Paste-Übung.

Im Übrigen verstehe ich nicht, warum so exzessiv viele Leute Journalismus/Publizistik studieren. Wenn man denen zu Studienbeginn sagte, wieviel das durchschnittliche Zeilenhonorar bzw Monateinkommen ist und dass aus Kostengründen großteils Praktikanten in Zeitungen inkompetent herummurxen, dann sähe der Zulauf wohl ganz anders aus.

AntonUndAntonia
00
28.3.2011, 15:02

Publizistik =! Journalismus!
Man muss nicht mal (aktiv) was mit Journalismus zu tun haben, wenn man das studiert. Das Studium heißt schließlich auch Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Eine Journalistenausbildung ist es nicht und will es auch nicht sein - Gott sei Dank.

kipfal
25
28.3.2011, 12:11

blabla, marketinggeschwätz, blabla.

ein fh-studium ist genau nur der beweis, dass man sich 2-3 jahre halbwegs mit thema XY beschäftigt hat, demnach daran interessiert ist, was ein netter pluspunkt für potenzielle arbeitgeber ist.

lernen tut man sich dabei jedoch alles selbst, bzw. schaut es sich von den studienkollegen ab, wozu es eigentlich kein studium braucht. denn wüssten die lehrenden von was sie reden, würden sie draußen in der echten welt damit geld verdienen.

sage ich, der im sommer seinen BA(FH) machen wird.

</>
14
29.3.2011, 11:43
es kann ja auch niemand was dafür, dass sie an der fh-hintertupfing einen bääähtschelor in bla bla machen,...

da wäre es bestimmt sinnvoller gewesen, sich auf hu/wu/tu einen mastergrad zu kaufen, bzw. ie, pferdewissenschaften, pflegewissenschaften, publizistik, numismatik, ect. zu inskribieren. /ironie

sinnloses bashen, wie eigentlich immer. frustrierte studiosi, die keine andere gelgenheit finden, sich ihres unmuts über die eigene studienwahl zu entledigen. ich wär auch gern ein toller "akademiker" vergleiche aber den ganzen tag lang äpfel mit birnen.

den geistigen größen in diesem forum mangelt es meist bereits schon am vermögen studiengänge anstatt komplette institutionnen zu vergleichen.

boku=gacki=pferdewissenschaft
tu=gacki=raumplanung
wu=gacki=sozioökonomie
hu=gacki=publizistik
fh=gacki=journalismus

alles=bullshit! tolle bildungstrolle

Heinz Pepi
01
29.3.2011, 00:00

Ist doch bei einem Universitätsstudium auch nicht anders. Oder in der Schule.

kipfal
00
29.3.2011, 00:07

naja, in der schule lernt mal grundlegende sachen wie mathematik, da braucht man keine praxiserfahrung ;)

bei vielen „klassischen“ studienrichtung ebenso, viel theoriewissen. aber die fachhochschulen schreiben sich halt leider aufs banner praxisnah zu sein, was einfach nicht wirklich geht.

gastvortragende schön und gut, aber die fix angestellten machen doch den absoluten großteil aus.

weekend friend
21
28.3.2011, 15:20

Du machst garantiert keine FH. Denn ansonsten würdest du mit Bakk oder BSc ohne (FH) abschliessen.
Trotzdem netter Bashingversuch.

hoggy
00
28.3.2011, 18:08

das alte "Bakk" gab es nur 1 jahr....

kipfal
01
28.3.2011, 15:29

uh, eingefahren.

Bachelor of Arts kürzt man mit „BA“ ab, tut mir leid ;)

weekend friend
00
28.3.2011, 20:26

Mea culpa, man lernt nie aus.
Das kommt davon, wenn man BSc verseucht ist. Aber der Zusatz (FH) ist zumindest bei uns definitiv nicht mehr dabei.

kipfal
00
28.3.2011, 20:35

aja, bei uns auch nicht :)

Buffalo Bill
010
28.3.2011, 12:02

journalist/in wird man, indem man mehrere studien beginnt, am besten keines abschließt, trotzdem (allround-)wissen aufsaugt und nach ein paar jahren absturz, zwischen wirtshaus, lesekreis und politischen menschen, ein feuer dafür entwickelt.

brave schulbank-waserl braucht kein mensch.

</>
00
29.3.2011, 11:55
grün,...

man könnte es aber auch "tutorial zum züchten von fm4 moderatoren" nennen,...

geschlechtsumwandlung quotenposterin
10
28.3.2011, 11:58

Der Journalist der Zukunft
als Empfehlsempfänger der Nato und der Banken ....?

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