Parlament genehmigt Einschränkungen für EU-Bürger

17. März 2011, 19:12

Bestimmungen zu "Missbrauch von Kurzaufenthalten" oder "unvernünftige Last für Sozialversicherung" - Roma aus Rumänien und Bulgarien anvisiert

Paris - Die französische Nationalversammlung hat das neue Immigrationsgesetz der konservativen Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy (UMP) in zweiter Lesung genehmigt. Obwohl auf die Aberkennung der Staatsbürgerschaft infolge heftiger Kritiken von Opposition und Menschenrechtsvereinigungen verzichtet wurde, enthält das neue Gesetz dennoch weit strengere Bedingungen für die Aufnahme und den Aufenthalt von Ausländern in Frankreich. Nun kommt das Gesetz noch in zweiter Lesung in den Senat.

Drei Bestimmungen in dem Gesetzestext betreffen auch in Frankreich wohnhafte Bürger der Europäischen Union. Im Blickpunkt ist insbesondere der "Missbrauch von Kurzaufenthalten". Die Bestimmung erlaubt es den französischen Behörden EU-Bürger abzuschieben, die ständig zwischen ihrem Heimatland und Frankreich hin- und herreisen, und zwar im Bemühen, "sich ständig im Staatsgebiet niederzulassen".

"Unvernünftige Last"

Dasselbe gilt für Unionsbürger, die eine "unvernünftige Last für die Sozialversicherung" darstellen. Beide Bestimmungen scheinen ausdrücklich auf die Roma zugeschneidert, die auf Initiative Sarkozys seit dem vergangenen Sommer massiv in ihre Herkunftsländer Rumänien und Bulgarien abgeschoben werden, häufig aber wieder nach Frankreich zurückkehren. Menschenrechtsorganisationen übten heftige Kritik an diesen beiden Bestimmungen. Sie stellen in deren Augen den Versuch der Regierung dar, das Unionsrecht zu umgehen, das für EU-Bürger Reisefreiheit vorsieht.

Die dritte auch für Unionsbürger gültige Bestimmung sieht vor, dass Ausländer, die seit mehr als drei Monaten und weniger als drei Jahren in Frankreich leben, abgeschoben werden können, wenn sie "eine Gefahr für die öffentliche Ordnung" darstellen. Unter den Gründen dieser "Gefahr" werden auch das "aggressive Betteln" und das "unerlaubte Besetzen öffentliche Grundstücke" genannt. Daher erscheint auch diese Bestimmung eigens für die Roma verfasst worden zu sein, gaben Kritiker des Gesetzes zu bedenken.

Als Kernstück der Reform sieht die Regierung allerdings eine ebenfalls heftig umstrittene Bestimmung an, welche die Dauer des Polizeigewahrsams der ohne Aufenthaltsgenehmigung ermittelten Ausländer von zwei auf fünf Tage anhebt. Binnen den fünf Tagen muss das Verwaltungsgericht dann entscheiden, ob der betreffenden Ausländer abgeschoben werden soll. Bisher wurden die "Sans Papiers" oft wegen Ablauf des Termins auf freien Fuß gesetzt, bevor sich das Gericht in ihrem Fall ausgesprochen hatte. Daher konnte laut Innenministerium nur jede fünfte Abschiebungsverfügung auch effektiv durchgeführt werden.

Die maximale Haftdauer von Ausländern ohne Aufenthaltsgenehmigung in Erwartung deren Abschiebung wurde von 32 auf 45 Tage angehoben. Überdies wurde ein "Rückkehrverbot" eingeführt. Dieses kann bis zwei Jahre lang dauern und betrifft Ausländer, die in Frankreich blieben, obwohl sie auf Beschluss der Behörden zur Ausreise verpflichtet waren. Eingeschränkt wird im Gesetz auch der kostenlose Gesundheitsdienst der Spitäler (AME, "Aide Medicale d'Etat"). Bisher hatten jene Ausländer zu französischen Spitälern Zugang, die in ihren Herkunftsländer keinen "effektiven" Zugang zum Gesundheitswesen hatten. Nunmehr soll der Zugang nur im Falle der "Inexistenz" eines Gesundheitswesens im Herkunftsland zugesagt werden.

Eingeführt wurde in dem Gesetz auch der Begriff der "grauen Hochzeit", den Industrieminister Eric Besson erfunden hat, als er noch Immigrationsminister war. Es handelt sich dabei um die Fälle, in denen Ausländer gutgläubige Franzosen bloß in der Absicht heiraten, die Staatsbürgerschaft zu erhalten. In dem Fall sind sieben Jahre Haftstrafe und bis zu 30.000 Euro Strafgeld vorgesehen. Die Gegner des Gesetzes weisen allerdings darauf hin, dass dieser Tatbestand wohl sehr schwer zu beweisen sei, weil er allein von den Absichten des ausländischen Ehepartners abhängig ist.

Für eingebürgerte Franzosen wurde von dem Gesetz überdies eine Liste von Verpflichtungen eingeführt. Insbesondere müssen sie vor der Einbürgerung einen "Integrationskurs" mit anschließender Abschlussprüfung besuchen und eine "Charta der Rechte und Pflichten der Bürger" unterzeichnen. Überdies sollen in Frankreich geborene Kinder ausländischer Eltern künftig dazu verpflichtet sein, schriftlich um den Erhalt der Staatsbürgerschaft anzusuchen. Bisher erhielten sie die Staatsbürgerschaft mit 18 Jahren automatisch. (APA)

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12 Postings
zombie69
 
00
19.3.2011, 19:07
Ach wie köstlich

Da hat man zuerst versucht Sarkosy mit dem ganzen linken Wortschatz als Fremdenhasser und Rassist hinzustellen und Frankreich ein verfahren anzuhängen nun macht man sowas. Da ist Frau Reding aber mächtig zurück gekrebst. Haben sie die Realitäten des Lebens eingeholt? Na ja, das Leben in der Realität sieht halt wesentlich anders aus als das Leben in einem EU-Büro.

Pierre d´Aubusson
00
19.3.2011, 18:29
Siehste nu, dat kommt von dat!

Da hat sich eine Kommissarin, deren Name mir wegen eminenter Wichtigkeit entfallen ist, aufgepudelt und ich habe gepsotet, daß ich, wäre ich Sarkozy, der Dame die EU-Statuten solange um die Ohren hauen würde, bis daß...... Oder es eleganter machen würde und aus den Verträgen zitieren.
Und dann wurde kritisiert, daß man sich direkt auf die Verträge berief. Das fällt ja nun auch weg: jetzt ist es in nationales Recht umgesetzt.

In Paris wird nicht taktiert, dort wird Politik gemacht.

xxx...yyy...
00
18.3.2011, 17:20
und das ist mit den eu-richtlinien in einklang zu bringen?

Sternchen100
19
18.3.2011, 12:26

Das kommt davon, wenn man viel zu rasch alle südlichen und östlichen Pleitestaaten in die EU aufnimmt bevor diese sich wirtschaftlich und finanziell und demokratisch bewährt haben - nur um den Russen eins auszuwischen.

Und hinterher gibt es dann überall einsickernde Kriminelle, bestehendes Lohndumping und Sozialflucht, die Kassen dieser Staaten sind alle leer, die Bücher gefälscht, die Verwaltung dort ist korrupt und ineffizient usw. usw. usw.

Waren die Verantwortlichen dieser Erweiterungen nur strutzdumm, oder absichtlich verschlagen und wirtschaftlich gierig, oder bestochen und (von US-Nato) unter Druck gesetzt?

Dame Gruev
00
20.3.2011, 09:48
Österreich- Land der Diebe!

„…Ein vernichtendes Zeugnis stellt der "News"-Journalist Kurt Kuch in einem neuen Buch der österreichischen Politik aus. Unter dem Titel "Land der Diebe" arbeitet Kuch zahlreiche Verdachtsfälle von Korruption auf und berichtet über neue Hinweise auf unsaubere Methoden in der Politik. Der Journalist geht auch mit der Justiz hart ins Gericht. Justiz und Gesetzgebung würden "bei der Bekämpfung legalisierter und illegaler Korruption" versagen. Österreich verliere Jahr für Jahr Plätze in internationalen Korruptionsrankings. Die Fälle "exzessiver individueller Gier" seien dramatisch angestiegen, sagte Kuch…“

"HP-Korruptionsaffäre: Auch Österreich unter Verdacht"; "Wiener in Korruptionsaffäre in Nigeria verwickelt";" Hypo Group Alpe Adria" usw...

Systemrelevante Ausländerin
10
20.3.2011, 08:49
Bulgarien und Rumänien

haben im Moment nichts in der EU verloren. Naja...ist eh schon zu spät :)

Dame Gruev
30
19.3.2011, 22:03
unakzeptabel!

Dieser Eintrag ist voller dummen Vorurteilen, europafeindlich, rassistisch, kurzsichtig, geistig beschränkt, bösartig, realitätsfern und unzeitgemäß!

Anscheinend ist die österreichische Gesellschaft durch alle Schichten von Egoismus und Rassismus geprägt, Depressiv, vielleicht auch einsam, bestimmt aber voller Komplexe, Europafeindlichkeit, Hass und Intoleranz gegenüber anderen EUROPÄISCHEN und NATO-Partnern, was unvertretbar und unakzeptabel ist!

Dame Gruev
20
19.3.2011, 21:27
NSDAP Grüß dich

JA wohl Kamerad Sternchen! Wir die Österreicher sind das wahre Gesicht der EU, während die Südeuropäer „einsickernde Kriminelle“ sind, nehmen uns die Arbeit weg (Zitat: „bestehendes Lohndumping und Sozialflucht“). Quasi sind wir die Verkörperung des "stolzen Ariers", der der "niederträchtige Südeuropäer" gegenübergestellt, der ausschließlich auf Profit bedacht ist? Verzeigung, dass ich das Forum verlassen muss, aber ich muss kotzen!

h 90
00
21.3.2011, 07:26

Packens die Nazi Keule wieder ein, die passt hier nicht.

Pierre d´Aubusson
00
19.3.2011, 18:33

Uns hat man in der Schule noch erzählt, daß es immer die Besten wären, die auswanderten. Doch Sie schreiben: "Und hinterher gibt es dann überall einsickernde Kriminelle"
Wenn ich nun beide Aussagen verbinde, dann will ich garnicht wissen, was da noch kommt, wenn die weniger guten kommen....

Plato
63
18.3.2011, 06:03
der selbe Napoleon-Nazi

Hat sich nun mit Krieg in Nordafrika durchgesetzt !
Dabei ist er selbst Einwanderer in Frankreich.

Janosch bacsi
11
18.3.2011, 06:55

...und selber Rom. Meine Güte, ist die Welt kompliziert.

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