12.000 Demonstranten fordern Neuwahlen

17. März 2011, 19:17

Protest gegen die Regierung - Ex-Präsident Ter-Petrosjan: "Die Machthaber rauben unser Land aus"

Eriwan - Mehr als 12.000 Oppositionsanhänger haben in Armenien gegen die Regierung demonstriert und Neuwahlen gefordert. Die Demonstranten zogen nach einer Kundgebung in der Hauptstadt Eriwan am Donnerstag auf einen zentralen Platz, der im Frühjahr 2008 Schauplatz von Massenprotesten gegen die umstrittene Wahl von Präsident Sersch Sarkissjan war. Wie Reporter berichteten, besetzten sie den Platz. Die Polizei zog sich zurück.

Die Opposition hoffte, mit den Protesten dem Beispiel der arabischen Länder folgen zu können. "Wenn die Ägypter sich von ihrem Tyrannen befreien können, dann können wird das auch", sagte der Demonstrant Chatschatur Sogomonjan. Die Regierungspartei von Präsident Sarkissjan erklärte hingegen, sie beuge sich keinen Ultimaten.

Bereits Anfang des Monats hatten sich in Eriwan mehr als 10.000 Anhänger der Opposition versammelt, um vorgezogene Neuwahlen zu fordern und der Opfer der blutigen Unruhen vor drei Jahren zu gedenken. Damals waren bei gewaltsamen Protesten gegen die umstrittene Wahl von Sarkissjan acht Demonstranten und zwei Polizisten getötet worden.

"Lage hoffnungslos"

Die Lage in der Ex-Sowjetrepublik sei explosiv und hoffnungslos, hat der frühere Präsident Lewon Ter-Petrosjan am Donnerstag in der Hauptstadt Eriwan im Zuge der Proteste betont. "Die Machthaber rauben unser Land aus - und bringen die Wirtschaft nicht voran", sagte er. Die Opposition sprach von 20.000 Teilnehmern an der Kundgebung im Zentrum von Eriwan, die Polizei dagegen von etwa der Hälfte.

Viele Armenier stören sich an der von Oligarchen geprägten Wirtschaft und den Verstößen gegen die Versammlungsfreiheit und andere Grundrechte. Auch Präsident Sersch Sarkissjan räumte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa im vorigen Sommer demokratische Defizite ein, mahnte aber zugleich Geduld an. (APA)

Reynold
01
20.3.2011, 14:07
Tja, dieses Land hat wirklich gra nichts! Muss weiterhin leiden!

Sunny Boy3
21
18.3.2011, 18:58
Armenien bleibt nichts anderes übrig als sich mit seinen Nachbarn wieder zu versöhnen!

1) Armenien muss sich sofort aus den Aserbaidschanischen Gebieten und Berg-Karabach zurück ziehen!
2) Armenien muss die Behauptung eines "angeblichen Völkermords 1915" gegenüber der Türkei zurück nehmen und einer "unabhängigen Historiker Kommision" zustimmen um die damaligen Kriegszustände bewerten zu lassen!
3)Armenien muss seiner Diaspora im Ausland(USA,Frankreich,Süd-Amerika etc.)Anweisungen geben, die einseitigen Schuldzuweisungen für die Geschehnisse von 1915 zurück zunehemen!

Nur so kann das bitter arme Land Armenien raus aus der Isolation..
Ansonsten werden die Armenier weiterhin leiden müssen..
Da hilft auch die reiche Diaspora nicht viel!

DerLokkenkopf
10
20.3.2011, 13:45

ich würde lieber in armut sterben als den vorwurf des völkermordes zurückzunehmen.

armenien wird schon aus der krise rauskommen.
sich einfach den nachbarn zu ergeben hat keinen sinn.

die bevölkerung inklusive der politiker müssen sich gedanken machen wie sie ihrem land helfen können und endlich einmal ihre profitgeilheit auf die seite schieben

zombie69
 
41
17.3.2011, 19:52
Neue Gefahrenherde

Aus dieser Region wird zukünftig eine erhebliche Terrorbedrohung für Europa herkommen. Dass man das in den europäischen Sicherheitskreisen noch nicht mal registriert hat zeigt wie weltfremd und geradezu fahrlässig dort gearbeitet wird. Und die weitere Grenzöffnung der EU gen Osten macht es für Westeuropa nicht gerade leichter sich entsprechend zu schützen.

AntiFa201
20
18.3.2011, 14:28

wie bitte? von armenien soll terrorgefahr aus gehen? zu viel blödzeitung, ähm bildzeitung gelesen?

vladimir_dracula
32
18.3.2011, 00:56
Gefahrenherd Armenien? Oder die Ahnungslose Psychose eines Posters

Armenien ist vielleicht nicht ein wirtschaftlich entwickeltes Land und zugegebenerweise ist die Korruption und das Oligarchenwesen tatsächlich ein massives Problem. Daraus aber eine massive Bedrohung für Westeuropa zu konstruieren zeugt von einer regen Phantasie. Einerseits ist Armenien weder für russische noch für andere Terrorakte verantwortlich wie es gerne vielleicht dargestellt werden möchte. Als christliche Bastion stellt Armenien sogar ein Hort der Toleranz gegenüber Minderheiten (kurdische Yeziden bezeichnen Armemien als einzigen Staat, der ihnen freie Religions- und Kulturausübung gewährt im vergl. zur Türkei und dem Iran.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.