Lokal im 2. Bezirk

Es ist Blunz'n

19. März 2011, 11:00
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    foto: gerhard wasserbauer

    Eines von vielen Gesichtern des Vincent: Der Wintergarten, vom Patio aus gesehen.

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    foto: gerhard wasserbauer

    Die Küche unter Peter Zinter ist sehr ambitioniert.

Das Vincent in Wien-Leopoldstadt macht wieder einmal mit einem mutigen Koch von sich reden

Frank Gruber hat in seinem ebenso betulich wie komfortabel möblierten Restaurant schon mehreren experimentierfreudigen Köchen eine Bühne geboten - allein dafür gebührt ihm in einer von kulinarischer Reaktion gezeichneten Stadt wie Wien eine Auszeichnung. Derzeit steht mit dem 31-jährigen Peter Zinter ein deklarierter "Junger Wilder" am Herd. Zinter bemüht sich redlich, eine Ahnung von dem auf die Teller zu bringen, was derzeit international in der feinen Küche für Richtungen angedacht werden.

Er hat ein rein vegetarisches Menü im Programm, spielt aber auch mit dem Chemiebaukasten. Ein bissl "nose to tail eating" (eine wahrhaft grandios gewürzte Entenblunze etwa) darf ebenso wenig fehlen wie alte Gemüsesorten oder exotische Zutaten wie Bison.

Noch kein eigener Stil

Ein eigener Stil ist bei dieser Fülle disparater Einflüsse noch nicht zu erkennen, einiges gelingt durchaus beeindruckend, bei anderen Kreationen will Zinter wahrscheinlich mehr, als seine Mannschaft angesichts der guten Auslastung schaffen kann.

Die Blunze mit Gansleberschnee und Essigbirne ist jedenfalls ein Highlight, auch der Winterkabeljau hätte wächsern-zartblättriger nicht sein können. Variation von Erbse und Roter Rübe geht hingegen spektakulär daneben: Erbsen und Püree von unattraktiver, mehliger Konsistenz, die kümmeligen Rüben agressiv essigsauer - einzig die Tortellini sind auf der Höhe des selbst gestellten Anspruchs. Verspielt sind auch die Desserts - hier beweist Patissière Karin Edinger (eine Petz-Schülerin) aber echte Klasse. Besonders gut: eine luftleichte Nougatschnitte mit fantastischem Maracuja-Sorbet. (Severin Corti/Der Standard/rondo/18/03/2011)

Vincent
Große Pfarrg. 7
1020 Wien
Tel.: 01/214 15 16
Mo-Sa 18-23 Uhr
VS EURO 8-19, HS EURO 21-32, Menü 5 Gänge EURO 58, 7 Gänge EURO 75, 4 Gänge vegetarisch EURO 44

Fotos: Gerhard Wasserbauer

Eckhausbesitzer
00
22.3.2011, 17:28

War mal dort. Essen hat wirklich Klasse, aber die Rechnung hat uns dann auch umgehaut. Da kann man in Wien auch auf dem gleichen Niveu ein wenig preisgünstiger Essen gehen. Wobei, man muss ja net täglich hin ;o)

parapente
00
22.3.2011, 09:38
Gibts durt a a Blunzngrestl

mit Erdäfelschmorn??

gustav gans42
00
20.3.2011, 16:37

mir hat dort der Heinrich Walcher jun. imponiert.
Seit der nicht mehr dort kocht, geh ich in die Kuchlmasterei oder ins Steirereck.
Und den "alten" Walcher gibts in Austropop-Revivals...
"gib maran Stoff, i nah ma a Segel..."

Bluesman25
 
30
20.3.2011, 06:32
sehr schön.

werd ich demnächst hingehen. und überhaupt:
der 2. bezirk gewinnt langsam aber stetig immer mehr an lebensqualität!

Gerhard Müller
00
24.4.2011, 18:56
Die Lebensqualität sinkt

denn depperte Bobos haben immer zum Kulturzusammenbruch geführt.

hijodelaluna
00
21.3.2011, 18:13
nicht schön

nur weil rund um den karmelitermarkt in den letzten 10 jahren ein paar durchschnittliche "szene"gasthäuser aufgesperrt haben? machens mal ein paar schritte aus dem karmeliterviertel raus, da hört sichs schnell mit dem bisschen lebensqualität im 2. auf...

Ingrid Wildner
 
00
Pseudoschickeria

Sie haben recht, ich wohne seit ca. 20 Jahren in der Nähe und kann's mir n o c h leisten, dort einzukaufen, wundere mich aber bei meinen Beobachtungen immer wieder, was da so abläuft und ob ich etwa auch schon Teil dieser üblen Wandlung bin, da ich sie nämlich mit meinem Konsum auch noch fördere.

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