Jüdisches Museum Wien

Prokurist Peter Menasse tritt zurück

17. März 2011, 10:16

Zieht aus Debatte um Demontage und Zerstörung von Hologrammen persönliche Konsequenzen

Wien - Peter Menasse, Prokurist und Leiter der Abteilung Finanzen und Organisation im Jüdischen Museums Wien, tritt zurück. Diesen Schritt gab Menasse am Donnerstag in einer Presseerklärung bekannt. Menasse war jüngst durch Äußerungen im Zusammenhang mit der Debatte um die Demontage und Zerstörung von Hologrammen des Museums in heftige Kritik geraten, da er in einem Eintrag auf Facebook gegen öffentliche Kritik von Direktoren internationaler jüdischer Museen mit "Ihre Ehre heißt Treue" einen SS-Wahlspruch zitiert hatte.

Dass er sich aus seiner "Tätigkeit als Angestellter des Jüdischen Museums Wien zurückziehe" habe zwei Gründe, schreibt Menasse: Er könne als Mitglied einer Familie, "die viele Opfer in der Shoa zu beklagen hatte", "nicht ertragen, wenn Direktoren jüdischer Einrichtungen ohne Prüfung des Sachverhalts die ihnen übertragene Aufgabe der Wahrung jüdischer Geschichte dazu missbrauchen, unschuldige Menschen zu attackieren. Ein Vertreter eines deutschen Museums hat gar die Zerstörung der Hologramme mit der Judenverbrennung von 1421 verglichen. Für solche Ausritte will ich mich nicht mehr zur Verfügung stellen."

"Zum Zweiten habe ich einen Fehler begangen, indem ich das selbstreferenzielle System der Museumsdirektoren mit dem Satz 'Ihre Ehre heißt Treue' angegriffen habe", so Menasse weiter. "Das war unangemessen und falsch. Ich habe mich auf Facebook, wo der Satz zu lesen war, für diese Form der Kritik entschuldigt. Mit diesem Rückzug stehe ich auch nicht mehr jenen Personen zur Verfügung, die Jüdisches Museum sagen und eigene Interessen meinen." In Museumsdirektorin Danielle Spera sieht Menasse einen "Garant dafür, dass dieses Haus eine gute Entwicklung nimmt und weiter nehmen wird".

Im Zuge des Umbaus des Jüdischen Museums in Wien wurden Anfang Februar 21 Hologramme, die jüdische Ritualgegenstände, Personen und Synagogen zeigten, zerstört. 25 österreichische und internationale Museumsdirektoren und Wissenschafter kritisierten deshalb Spera heftig. Ein Gutachten der Wien-Holding, die das Museum betreibt, zeigte, dass die Hologramme nicht demontierbar gewesen wären.

Die Wien Holding nahm in einer Aussendung Menasses persönliche Entscheidung, zurückzutreten, zur Kenntnis. Seine Aufgaben sowie die Prokura würden bis Ende 2011 von einem Controller des Konzerns übernommen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 166
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Fritz Wunderlich
00
22.3.2011, 14:16

wohl kaum
purin hat sich selbst beworben und hat sich auch nicht gerade mit ruhm bkleckert, als das münchner museum eröffnet wurde
http://www.focus.de/politik/d... 51318.html
http://www.focus.de/kultur/ku... 51386.html
ihn zu zitieren heißt stellung zu beziehen, für einen konkurrenten

die planungen für den umbau wurden übrigens vorgestellt
damals gab es keine kritik am umbau, der heute als zerstörung bezeichnet wird - wie weit diese vorwürfe stimmen, ist von außen nicht zu überprüfen

hier geht es jetzt nicht um die hologramme, sondern um die diesbezüglichen behauptungen im fliedl-blog
mal abgesehen davon, dass auch das bundesdenkmalamt eingebunden ist

Fritz Wunderlich
02
20.3.2011, 12:08

nach neuen informationen muss ich meine position zu den vorgängen erst einmal kritisch überdenken, halte aber daran fest, dass die ad hominem attacken auf spera in den foren die posterinnen selbst disqualifizieren, die sich als kritikerinnen titulieren
die auswahl speras wurde ja genau mit dem begründet, was sie anschließend auch tat: neuorientierung, öffnung, marketing, ..
und nicht mit der fachlichen kompetenz als historikerin oder museologin
einige, die den brief gegen spera unterzeichneten, waren selbst konkurrenten bei der bestellung, das ganze hatte daher von anfang an revanchegelüste an sich
wäre das auf einer sachlichen ebene geblieben, wäre ich bei meiner ursprünglichen kritischen haltung zur berufung geblieben

Schicke Schickse
12
20.3.2011, 23:27
völlig richtig - und mobbing ist grundsätzlich abzulehnen.

das jedenfalls ist meine einstellung.
denn hier soll versucht werden, es so darzustellen: spera ist falsch für das haus, also sind alle mittel erlaubt.
nein, sind sie eben nicht.
denn mobbing-methoden disqualifizieren ausschließlich die mobber. egal wie schlecht spera sein sollte - die mobber sind am miesesten.

Speranza
78
18.3.2011, 17:03
Ich verstehe das nicht hier im Forum.

Das Duo Spera/Menasse zerstören das halbe Haus, vertreiben das Personal und werfen mit SS-Sprüchen um sich. Wo ist hier eine Intrige, wenn das kritisiert wird?

Fritz Wunderlich
63
18.3.2011, 22:53

der umbau als zerstörung, nun ja
sie sollten ihre hetze einstellen
oder können sie gar nicht anders?

xxx...yyy...
54
18.3.2011, 17:53
ihnen ist aber schon klar, dass menasse das als antwort

auf den leicht jenseitigen brief von gottfried fliedl, indem er meinte es käme der geplanten vernichtung der jüdischen gemeinde im jahre 1421 gleich, würden die hologramme nicht einer kleineren replik die er aber ohnehin ablehnt installiert werden.

wenn das das niveau ist, das man benötigt um museumsdirektor zu werden, dann müsste jeder mit einem funken selbstachtung einen solchen posten ablehnen.

Bijan1
34
19.3.2011, 09:45
Welchen Brief meinen sie?

Gottfried Fliedl hat so etwas nie geschrieben. Nochmals und wahrscheinlich wiederum vergeblich der Verweis auf seinen Museumsblog. Dort ist die Diskussion mit allen Wortmeldungen von Kritikern und Verteidigern dokumentiert.
Zu sehen und zu lesen ist vor allem, dass die Museumsleitung nie auf die Argumente der Gegner eingegangen ist, sondern immer versucht hat den Kritikern unredliche Motive zu unterstellen oder sie ins lächerliche zu ziehen. Oder wie Sie das in ihrem post machen ganz einfach irgenjemand etwas in den Mund zu legen, das er nie oder so nie gesagt hat und dann fleißig darauf hinzuhauen. Wem nützt es?

ehklar2
44
18.3.2011, 15:04
oder doch nicht?

macht doch auch kein gutes bild, dass heimann - jelinek die private sammlung des herrn muzicant betreut!? oder ist das nur ein gerücht?

florian felix
45
18.3.2011, 23:51
is eh wurscht

is eh wurscht. schreib ma halt irgendwas und dann frag ma, obs vielleicht ein gerücht ist

Fritz Wunderlich
23
18.3.2011, 22:54

das gehört zum hintergrund der ganzen affäre, die spera war nicht muzicants kandidatin, gerade weil sie von der nu-fraktion kommt

John DeLock
23
18.3.2011, 08:34
Tipp: man lese den Artikel zur cause bei DiePresse.com

dort rückt das dahinterstehende Netzwerk die Sache und damit die Tragweite doch deutlich in ein anderes Licht als dieser vergleichsweise harmlose Artikel!

Fritz Wunderlich
44
18.3.2011, 13:56

http://diepresse.com/home/pano... SZitierung
diesen?
wie ich schon in februar geschrieben habe, dass die h. ohne rückendeckung aus der ikg (wer wohl?) das nicht gemacht hätte
da hinterlässt jemand noch ordentlich scherben, bevor er geht
wie schon beim wiesenthal-institut
;-)

Fritz Wunderlich
00
18.3.2011, 13:49

welchen?

Tom93
74
18.3.2011, 10:50
spera-freund nowak schreibt einen artikel ...

...über all das unrecht das seiner freundin danielle widerfährt. wie objektiv, wie objektiv...

Fritz Wunderlich
12
18.3.2011, 15:13

http://derstandard.at/plink/129... 1/20319407
http://derstandard.at/plink/129... 2/20366289
seltsam, seltsam, anti-usa, gegen interventionen, das müsste ihn doch politisch verbinden, mit diesen leuten

Tom93
42
18.3.2011, 17:05

also wenn der vorwurf ist, dass ich gegen gewalt als mittel der politik und für die uno-charta bin, dann bekenne ich mich schuldig!

aber was hat das eigentlich mit dem jüdischen museum und ihrer unfähigen direktorin zu tun?

Fritz Wunderlich
12
18.3.2011, 17:56

gegen die gewalt von ghaddaffy haben sie noch nie protestiert, warum??

Tom93
20
20.3.2011, 14:55

gegen die gewalt der regierung von sri lanka haben sie noch nie protestiert!

warum?

Fritz Wunderlich
12
20.3.2011, 17:42

ganz einfach, ich enthalte mich dort der stellungnahme, sie aber posten heftig im libyen-forum, aber nur gegen den westen

Tom93
30
21.3.2011, 15:48

noch sind wir ein freies land und ich darf posten und meinen, was mir gefällt. auch ohne genehmigung der cia und ohne sicherheitsratsbeschluss.

Fritz Wunderlich
00
21.3.2011, 19:09

das qualifiziert sich von selbst

florian felix
55
18.3.2011, 09:28
was nicht vorstellbar scheint

was nicht vorstellbar scheint, für journalisten, leserbriefschreiber, und auch manche in die diskussion direkt involvierte: dass es keine verschwörung gibt, keine netzwerke, keine gekränkten und daher rachesüchtige mitarbeiter oder abgewiesene bewerber. Sondern eine aus wirklicher sorge und beunruhigung über den umgang mit eine museum von europischem rang erwachsene sachlich und argumentreiche kritik, der man sachlich und mit argumenten entgegen könnte oder sie annehmen und in vernünftiges und pragmatisches handeln einfließen lassen könnte. zum besten des museums.

Lila Panther
00
19.3.2011, 13:25
wenn diese geforderte Objektivität, die sehr zu wünschen wäre, in Wien möglich wäre, dann hätte man einen sehr großen Schritt getan

Ist im Kräftespiel mit der IKG aber reines Wunschdenken

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