Großbritannien

Urteil wegen "moderner Sklaverei"

17. März 2011, 08:18

Afrikanerin musste 18 Stunden pro Tag und nahezu ohne Bezahlung in Haushalt arbeiten

In Großbritannien ist erstmals ein Gerichtsurteil wegen "moderner Sklaverei" gefallen. Eine 68-jährige ehemalige Krankenhausdirektorin wurde am Mittwoch von einem Gericht in London zu einer Entschädigungszahlung von umgerechnet 25.000 Pfund (28.750 Euro) verurteilt, weil sie in ihrem Privathaushalt eine Afrikanerin 18 Stunden am Tag und nahezu ohne Bezahlung für sich arbeiten ließ.

Dass er der Angeklagten eine Gefängnisstrafe ersparte, begründete Richter Geoffrey Rivlin mit ihrem schlechten Gesundheitszustand. Das Gericht verurteilte die Frau auch wegen Menschenschmuggels. Sie hatte ein Krankenhaus in Tansania geleitet und die dort arbeitende Afrikanerin nach Großbritannien mitgenommen.

"Gefühllos und habgierig"

"Sie hätten sich locker eine anständige Bezahlung leisten können", sagte der Richter an die 68-Jährige gerichtet. "Aber Sie entschieden sich, nichts zu geben." Er nannte das Verhalten der Frau gegenüber ihrer Hausangestellten "gefühllos und habgierig". Die heute 49-jährige Afrikanerin hatte zunächst einen Hungerlohn von zehn Pfund pro Woche erhalten, nach einem Jahr aber gar nichts mehr. Sie durfte das Haus nicht verlassen und bekam lediglich Brot zu essen. Die ehemalige Hausangestellte sagte, sie sei "wie eine Sklavin" behandelt worden. Sie habe anfangs die Hoffnung auf ein Gehalt und ein besseres Leben gehabt. (APA)

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Ingrid Richter
89
17.3.2011, 18:26

In Österreich käme so ein Urteil nie zustande. Da würde die Klägerin noch vor Prozessbeginn nach Afrika abgeschoben.

Gilgamesh
23
18.3.2011, 13:30

Dem lieben Gott heute schon gedankt, dass Dummheit doch nicht weh tut??

virginia plain
03
18.3.2011, 19:22
wieso?

wenn die angeklagte gute beziehungen hat, ist dieses szenario durchaus vorstellbar.

pago1
04
17.3.2011, 16:05
da sollte man mal in den politikerhaushalten genauer nachschauen

monoton
00
18.3.2011, 08:46

diplomaten halten sich auch gerne sklaven, da sie auch keinerlei rechtliche konsequezen zu fürchten haben. und das ist leider kein scherz

Johannes Benn
171
17.3.2011, 15:53
.

in dem artikel wird gesagt, die jüngere frau habe das haus nicht verlassen dürfen. es ist aber keine rede davon, ob überhaupt tatsächlich eine zwangslage vorlag. wenn mir jemand sagen würde: sie arbeiten nun 18 stunden am tag für mich, dafür gibts brot und wasser und sie dürfen das haus nicht verlassen würd ich denjenigen doch nur auslachen. wenn keine tatsächliche zwangslage vorlag dann hätte es eigentlich einen freispruch geben müssen - das verhalten der dame wäre dann unfreundlich, gierig, moralisch falsch, aber kein verbrechen

Sieh an
00
20.3.2011, 10:30
...aha... mit anderen Worten zahlen Sie Ihren Angestellten auch keinen Lohn?

KM56
01
19.3.2011, 22:24
Die Sprache und außerdem Pass weggenommen.

Brauchen Sie noch Erklärungen? Im übrigen steht's detailliert bei bbc.co.uk/news.

Johannes Benn
10
20.3.2011, 10:41
.

ganz interessant der name der täterin (kann man im link nachlesen). seit sehr vielen generationen lebt diese frau jedenfalls nicht in england...

werwolfi
00
19.3.2011, 16:43

du redest leicht, klugschwätzer.

wer weiß, vielleicht konnte die haushaltsshilfe noch nicht mal ein wort englisch.
schließlich war ihre "arbeitgeberin" länger in ihrem heimatland Tansania, könnte also gut die paar brocken Swahili sprechen, die für die paar befehle im haushalt ausreichen.

wie würde es dir in Tansania gehen wenn du dort alleine auf dich gestellt und unter druck gesetzt von einer früheren respektsperson in einem haus eingesperrt wärst?

Dir Richterin
00
19.3.2011, 13:22
Die freie Entscheidung war nicht gegeben.

Das ist Grundlage einer Willenserklärung!

virginia plain
00
18.3.2011, 19:25
Sie übertreffen sich immer wieder selbst,

was ignoranz, völligen mangel an empathie und engstirnigkeit betrifft.

falls das absicht ist, herzliche gratulation!

buena1vista1
10
18.3.2011, 08:52
Leute ...

wie sie brauchen wir genausowenig wie ein Krebsgeschwür!

Takis
00
18.3.2011, 03:38

Es ist so und so strafbar.

pipi pipifax
15
17.3.2011, 22:53

sie sind sicher informierter ueber den fall, als das damit befasst britische gericht. erzaehlen's uns doch noch ein bissi mehr ...

buena1vista1
21
17.3.2011, 15:38
Kein Einzelfall ....

Da wird auf den "Gesundheitszustand" der Frau Rücksicht genommen .... ich bin fassungslos.

Selbiges schon so oft gehört, dazu gibt es auch ein Buch .... von einem ähnlichen Fall! Da war es sogar ein BOTSCHAFTER!

buena1vista1
00
18.3.2011, 08:54
Danke ...

für die roten Stricherl, offensichtlich haben sie auch ein paar SKlaven zu Hause eingesperrt ....

Prof. Alois
 
00
18.3.2011, 07:29
Ja, das ist in rechtlich entwickelten Ländern so

Und es ist gut so. Dass der Gesundheitszustand eines Angeklagten egal ist, das ist bei uns schon seit etwa 70 Jahren überwunden. Die meisten begrüßen das.

Gilgamesh
117
17.3.2011, 13:29

Warum ist Krankheit und Alter immer wieder eine Entschuldigung, dass Verbrecher nicht ins Gefängnis müssen?
Hatte diese widerliche Schachtel Mitleid?
Nein, sie beutete ungeniert einen Menschen aus und nun soll sie zu krank sein, um ins Gefängnis zu gehen?
Baut endlich Gefängniskrankenhäuser, damit sich feige, ehrlose Verbrecher nicht mehr hinter Gebrechen verstecken können...

molekühl
31
17.3.2011, 13:22

Echt ein brutales Urteil, aber wirklich!
Im Ernst: 25.000 Pfund Entschädigung für ein paar Jahre Sklavenhaltung - damit kannst' in Österreich eine 40h-Haushälterin nur etwa ein Jahr zahlen.
Und dann erst diese "unerbittlichen" bedingten 9 Monate - grausam. Aber mit 68 kann man wirklich nicht mehr in den Häfen, das verstehe ich schon.

Andererseits: lt. diversen Quellen jahrelang nur zwei Scheiben Brot pro Tag - das glaub ich dann auch wieder nicht.

derschonwieder
02
17.3.2011, 18:58
Wieso kann sie nicht ins Gefängnis?

Und glauben sie wirklich daß eine Haushaltshilfe im Jahr 25000 Pfund bekommt?

kkritisch
218
17.3.2011, 13:06
an alle Konzipienten in Großkanzleien

die sich vor lauter hoffnung auf die Juniorpartnerschaft 18 Stunden täglich abrackern, das ewig dauernde "wer geht als letztes" Spielchen spielen um den big boss zu beeindrucken und glauben dass der blackberry ein "Geschenk" ist, obwohl es sich um "moderne Handschellen" handelt.... Wo ist denn die AK und hilft diesen armen Menschen...Argument der Gierschlunde:Es handelt sich um ein Ausbildungsverhältnis...eher Ausbeutungsverhältnis.... Gratulation an den Richter...so gehört sich das! Möge irgendwer in Österreich auch mal Farbe bekennen!

b.monkey
00
18.3.2011, 11:16

stimme zu, dass das absolut crazy ist. aber sorry, jusabsolventInnen kennen ihre rechte und wenn sie auf diese für den traum "juniorpartnerInnenschaft" verzichten, sich dafür absolut freiwillig versklaven, dann viel vergnügen. das sind halt auch ziele/ werte die nicht jeder nachvollziehen kann und wahrlich auch nicht jeder hat. war selbst mal konzipientin, frisch von der uni kommend, null berufserfahrung. meinen "anwalts-chefs" erklärte ich damals mit anfang 20 bereits im vorstellungsgespräch, dass ich dieses lange arbeiten ungesund finde und das bestimmt nicht tun werde. das kam derart gut an, dass sie mich sofort einstellten. und ich pochte auf meine rechte, believe me. das kam gut an. also junge jusabsolventInnen, stellt euch auf die be

b.monkey
00
18.3.2011, 11:20

fortsetzung .. :o ... also, stellt euch auf die beine, wozu habt ihr studiert ???

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